Heimatmuseum und Treffpunkt Trefurt zeigen Stücke

Neue Sonderausstellung „Hauch der Steine“ in Hoya

Alle packen beim Aufbau mit an: Heinz Meyer und sein Ziehsohn, Hamudi Moustafa, platzieren ein großformatiges Bild.
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Alle packen beim Aufbau mit an: Heinz Meyer und sein Ziehsohn, Hamudi Moustafa, platzieren ein großformatiges Bild.

Hoya – Ein Steinfund am Strand gab den Künstlern und Autoren, Lilo Almstadt und Heinz Meyer, den Impuls für eine neue Ausstellung, die nun in Hoya gezeigt wird.

Angefangen hat alles während eines Strandspaziergangs in Schleswig-Holstein. Dort, im feinen Sand, stach den Bremer Künstlern und Autoren, Lilo Almstadt und Heinz Meyer, ein ganz besonderer Stein ins Auge. „Das auf dem Feuerstein abgebildete Motiv sah aus wie ein Halbmond“, erinnerten sich die beiden. Schnell kam ihnen in diesem Zusammenhang das bedeutende muslimische Emblem, die Sichel des zunehmenden Mondes, in den Sinn.

Daraufhin machten sie sich auf, um an den Ostseestränden Schleswig-Holsteins und auf Rügen weitere Steine zu sammeln, auf denen sie Motive entdeckten. Allesamt standen im Kontext der drei monotheistischen Religionen: Christentum, Judentum und Islam. „Wir zeigten sie in unserem interreligiösen Freundeskreis herum und schnell entflammte eine rege Diskussion über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede“, erzählte die 70-jährige Lilo Almstadt.

Schon rund 15 Jahre lang beschäftigen sich sie und ihr Lebenspartner mit interkulturellen und interreligiösen Themen. Die Strandstein-Funde, wovon einige Exemplare mehr als 60 Millionen Jahre alt sind, gaben den beiden einen Impuls für eine neue Ausstellung, die ab Sonntag sowohl im Heimatmuseum Grafschaft Hoya (Im Park 1) als auch in dessen Zweigstelle, dem Treffpunkt Trefurt (Deichstraße 3), zu sehen ist.

Unter dem Titel „Hauch der Steine“ bauten am Dienstag die beiden Künstler gemeinsam mit ihrem Ziehsohn, Hamudi Moustafa, der Museumsleiterin, Ulrike Taenzer, und dem neuen Vereinsvorsitzenden Paul-Christoph Preuß die Sonderausstellung im Cafébereich des Heimatmuseums auf. Wer denkt, dass dort die Originalfunde zu sehen sind, liegt falsch. „Die wären viel zu klein. Wir wollten sie richtig in Szene setzen“, sagte Lilo Almstadt und wies auf die acht eindrucksvollen Fotoleinwände hin, die Stück für Stück ihren Platz in dem Raum fanden. Insgesamt sind es 16 Exemplare. Der andere Teil der Ausstellung ist im Treffpunkt Trefurt zu sehen.

Um die alten Steine auf diese Art zu inszenieren, holte Heinz Meyer den Fotografen Hartmut Hasse mit ins Boot. „Auf dem Foto sind die Originale zu sehen. Wir haben nur einen passenden Hintergrund gewählt“, erklärte Almstadt. Neben den Bildern gewann sie den Religionspädagogen Dr. Manfred Spieß zur Mitarbeit an der inhaltlichen Auseinandersetzung. Hildegard Wilkes steuerte Erklärungen zur geologischen Beschaffenheit der Funde bei. So gelang es, neben den Fotos auch eine thematisch passende Broschüre zu gestalten, die im Geest Verlag erschienen ist. Zu allen Steinen, darunter beispielsweise die „Farbe Rot“, „Engel“, „Alpha & Omega“, „Frau mit Kopftuch“, „Zahl 8“ und „Friedenstaube“ schrieben Manfred Spieß und Lilo Almstadt Beiträge zur jüdischen, christlichen und muslimischen Perspektive.

Die Flensburgerin Hildegard Wilske führt in dem kleinen Katalog zudem in die Welt der Steine aus geologischer Sicht ein. Den Abschluss machen Grußworte von Anhängern aller drei Religionen. Die Broschüre ist unter anderem an den Ausstellungsstandorten zu erwerben. Die Bilder gibt es bei den Künstlern (E-Mail lilo almstadt@t-online.de, Telefon 01573/3217151). Wer die Infos lieber digital möchte, kann den QR-Code unter den jeweiligen Fotos scannen. „Man muss ja mit der Zeit gehen“, meinte der 68-jährige Heinz Meyer, während er ein großformatiges Bild auf einer Staffelei platzierte. Darüber hinaus spielt auch Musik bei der Ausstellung eine Rolle: Komponist und Musiker Richard Rossbach hat dafür eine CD mit meditativen Songs zusammengestellt, die im Heimatmuseum im Hintergrund zu hören sein wird.

Welche Intention die beiden Künstler und Autoren mit der Ausstellung verfolgen? „Wir möchten damit dazu beitragen, den Dialog zwischen den drei monotheistischen Religionen zu fördern, indem wir Begegnungsmöglichkeiten schaffen, über das Betrachten der Fotos mit- einander ins Gespräch zu kommen“, sind sie überzeugt. Darüber hinaus sollen die Stücke den Besuchern Raum geben, in die besondere Welt der Steine einzutauchen, zu träumen, nachzudenken und sich inspirieren zu lassen.

Die Ausstellung im Heimatmuseum ist übrigens gleichzeitig Auftakt für die Rückkehr zu den Sonntagsöffnungszeiten, die flexible Öffnung unter der Woche wird ebenfalls weitestgehend beibehalten. Im Park gibt es keinen inhaltlichen Schwerpunkt, passend zum Arbeitskreis Synagoge sind im Treffpunkt Trefurt allerdings überwiegend die Fotos mit jüdischer Symbolik zu sehen, kündigte Ulrike Taenzer an. Anstatt einer offiziellen Eröffnung soll es während der Laufzeit der Ausstellung, am 24. Oktober, um 15.30 Uhr ein Künstlergespräch unter dem Titel „Steine, Symbole und Religionen“ geben.

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