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Hassel kämpft gegen die Häufchen

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Von: Nala Harries

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Ein Landwirt macht auf seinem Feld mit einem Schild auf das Problem mit dem Hundekot aufmerksam.
Ein Landwirt macht auf seinem Feld mit einem Schild auf das Problem mit dem Hundekot aufmerksam. © nala harries

Hassel – Die Straßen und Wege der Gemeinde Hassel haben sich mittlerweile in „Minenfelder“ verwandelt. Überall – besonders in den Seitenräumen und auf dem Bürgersteig der Bürgermeister-Precht-Straße, aber teilweise auch auf den Spielplätzen – hinterlassen Hunde ihre übel riechenden Häufchen. Mehr als 200 Tiere sind mittlerweile in Hassel gemeldet. „Das Problem ist schon sehr lang existent“, meint Bürgermeister Heiko Lange dazu auf Nachfrage.

Länger hinnehmen möchte er das allerdings nicht, weswegen nun die nächste der drei Stufen im „Eskalationsplan“ in Kraft treten soll.

Neben Bürgern hätte sich auch bereits Landwirte über die Verschmutzung beschwert, da sie damit auf ihren Feldern Ärger hätten, gibt Lange die Beschwerden wieder, die ihm zugetragen worden sind. „Die bauen Lebensmittel an“, verdeutlicht er das Problem, selbst sichtlich erzürnt über die Verunreinigung. Darüber hinaus würden die Häufchen zu einer Geruchsbelästigung führen, meint er.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde daher alle Hundebesitzer angeschrieben und höflich darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner beseitigen sollen. „Ein bis zwei Monate war dann auch tatsächlich eine Besserung zu erkennen“, so Lange. Danach seien die Besitzer jedoch wieder in alte Muster verfallen.

Deswegen plant man nun, mehrere Tütenspender an verschiedenen Standorten aufzustellen. Aktuell werde nach möglichen Plätzen gesucht, danach folge die Kostenermittlung. „Im Laufe dieses Jahres sollen die Spender aber aufgestellt sein“, versichert Lange. Nach einem Jahr stehe dann die Auswertung an und es wird geschaut, ob die Maßnahme zum gewünschten Erfolg geführt hat.

Wenn dies aber nicht der Fall sein sollte, kommt Stufe drei zur Anwendung. Bußgeld ist in diesem Zusammenhang das Stichwort. Zwischen 50 und 100 Euro soll dann voraussichtlich ein nicht beseitigtes Häufchen kosten. „Um das Bußgeld zu verhängen, müssen wir aber noch einen entsprechenenden Satzungsbeschluss fassen“, erklärt Heiko Lange das Vorgehen. Er hofft jedoch, dass es dazu nicht kommen muss. „Wir möchten damit auch nicht die bestrafen, die es richtig machen. Es handelt sich dabei nur um einen geringen Anteil der Hundebesitzer – und es sind immer die selben“, betont er.

Bußgeld kann jedoch nur angeordnet werden, wenn ein „Täter“ auch tatsächlich festgestellt werden kann. Demnach tut sich die Frage auf: Wer soll das Ganze kontrollieren? Im absoluten Notfall müsste extra jemand dafür eingestellt werden, sagt Heiko Lange, will von dieser Lösung aber Abstand nehmen. Eine Alternative wäre die Übermittlung der „Täter“ über andere Hundebesitzer. „Natürlich wollen wir hier keine Spitzel animieren, es geht dabei eher um gegenseitige Sozialisation“, meint er und hofft, dass sich das Problem mit der Installation der Tütenspender bereits lösen lässt. Von einer Sperrung der Wege, wie es die Stadt Hoya mit der Promenade getan hat (wir berichteten), will der Bürgermeister aber absehen. „Ich kann das Vorgehen der Kollegen jedoch nachvollziehen“, sagt er abschließend.

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