18-Uhr-Prognose der ARD

Umfrage zur Bundestagswahl: Hämelhauser setzen vier Kreuze

Ausgefüllt und gefaltet werfen die Teilnehmer den Zettel in die Box.
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Ausgefüllt und gefaltet werfen die Teilnehmer den Zettel in die Box.

Hämelhausen – Eigentlich sollten bei der gestrigen Bundestagswahl nur zwei Kreuzchen gesetzt werden. Im Sportheim in Hämelhausen waren die Wähler jedoch aufgefordert, noch zwei weitere zu machen.

Denn dort führte Rosemarie Steinmeyer-Keil, die als Korrespondentin des Instituts Infratest dimap eingesetzt war, eine Wahlumfrage durch. Mit den Ergebnissen fütterte die ARD anschließend ihre 18-Uhr-Prognose.

„So viele Kreuzchen habe ich ja noch nie gemacht“, sagte Christian Born, der gemeinsam mit seiner Frau Melanie den kurzen Fragebogen in einem Hinterzimmer ausfüllte.

Gegen 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung im Hämelhauser Sportheim bei rund 65 Prozent. „Darin enthalten sind auch die Briefwähler, deren Anzahl, wie auch schon bei der Kommunalwahl, in diesem Jahr besonders hoch ist“, berichteten der Wahlvorstand und sein Team aus Hämelhausen. Um die 100 Wähler hatten zu diesem Zeitpunkt auch bereits an der Umfrage von Rosemarie Steinmeyer-Keil teilgenommen. „Die meisten finden es super, dass ihre Angaben im Fernsehen präsentiert werden. Viele von ihnen kennen Infratest dimap aber auch schon. Zudem locke ich sie mit Süßigkeiten“, erzählte die Korrespondentin lachend und zeigte auf ihre Schüssel mit Leckereien.

Den meisten drückte Rosemarie Steinmeyer-Keil den Fragebogen schon vor Betreten des Wahlraumes in die Hand, andere füllten ihn an ihrem kleinen Stand oder im Hinterzimmer aus. In diesem Rahmen sollten die Wähler – wie bei der offiziellen Wahl – noch einmal ihre zwei Kreuzchen setzen sowie Angaben zu Geschlecht und Alter machen. Einige bekamen noch einen etwas längeren Fragebogen, wo zusätzlich beispielsweise Angaben zur schulischen Bildung gefordert waren. „Aber alles anonym“, betonte die Korrespondentin. Der Zettel mit den Daten werde anschließend gefaltet und in die blaue ARD-Box geworfen, die Rosemarie Steinmeyer-Keil stündlich leerte, daraufhin die Zettel sortierte und die Ergebnisse telefonisch der Zentrale mitteilte. „Dafür muss ich jeden Bogen noch einmal in die Hand nehmen, da hängt man dann ziemlich lange am Hörer“, sagte sie.

Korrespondentin Rosemarie Steinmeyer-Keil gibt stündlich die Ergebnisse telefonisch an die Zentrale durch.

Angst, dass das Wahlgeheimnis dadurch nicht gewahrt werde, hatten die wenigsten. Einzelfälle zeigten sich der Umfrage gegenüber jedoch skeptisch. „Das ist doch Blödsinn, ich habe doch gerade erst gewählt“, kritisierte ein Mann.

Der Großteil war aber geradezu begeistert davon, dass die kleine Gemeinde Hämelhausen für die Umfrage ausgewählt worden war. „Hämelhausen ist eben das Zentrum der Welt und Teil der deutschen Politik“, scherzte Andreas Achmus. Er habe schon bei der letzten Bundestagswahl die Prognose verfolgt, „aber dieses Mal, wenn wir dabei sind, schaue ich sie mir natürlich noch intensiver an“. Ähnliches versicherte ein weiteres Paar voller Stolz auf ihre Gemeinde: „Na sicher, heute schalten wir auf jeden Fall ein.“

Dass Hämelhausen einer von 560 ausgewählten Wahlbezirken in Deutschland ist, sorgte allerdings auch für Verwirrung. „Also ich bin schon überrascht. Immerhin ist unsere Gemeinde vergleichsweise klein“, hieß es aus den Reihen von Familie Hilker, die gleich zu viert ins Wahllokal kam. Auch sie machte sich bei der Umfrage im Sportheim in Hämelhausen keine Gedanken darum, dass das Wahlgeheimnis nicht eingehalten werden könnte: „Überhaupt nicht“, so ihre Antwort.

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