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Grundstückspreis in Eystrup steigt

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Von: Nala Harries

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Hier soll das knapp 8 000 Quadratmeter große Baugebiet „Vehrenkamp Ost“ in Eystrup entstehen. Insgesamt sind dort neun Baugrundstücke (rot markiert) und ein Gartengrundstück zu verkaufen. Es haben sich allerdings bereits 43 Interessenten dafür gemeldet.
Hier soll das knapp 8 000 Quadratmeter große Baugebiet „Vehrenkamp Ost“ in Eystrup entstehen. Insgesamt sind dort neun Baugrundstücke (rot markiert) und ein Gartengrundstück zu verkaufen. Es haben sich allerdings bereits 43 Interessenten dafür gemeldet. © Auszug aus den geobasisdaten der niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung /lgln

Eystrup – Eystrup wächst und wächst. So stark, dass stetig neue Baugebiete entstehen müssen. Für das neue Wohngebiet „Vehrenkamp Ost“ legte der Rat jetzt die Verkaufsbedingungen fest.

Eystrup wächst und wächst und wächst. So stark, dass stetig neue Baugebiete entstehen müssen, um den mittlerweile 3 434 Einwohnern und weiteren Zuziehenden Platz zum Leben anbieten zu können. Für die neun Baugrundstücke und das eine Gartengrundstück im neuen knapp 8 000 Quadratmeter großen Wohngebiet „Vehrenkamp Ost“ gibt es bereits 43 Interessenten.

Die Gemeinde Eystrup musste daher am Dienstagabend im Rahmen der Ratssitzung die Verkaufsbedingungen festlegen.

Die Mitglieder einigten sich auf einen Gesamtpreis von 65 Euro pro Quadratmeter inklusive Erschließungsbeitrag. Ein vergleichsweise hoher Betrag zu den Grundstückspreisen in den Gebieten „Vehrenkamp Süd-Ost“ (51 Euro), „Eystrup Ortsmitte“ (57 Euro) und Gandesbergen „Erweiterung Hopmanns Kamp“ (53 Euro). In Hoya „Lange Straße“ liegt der Quadratmeterpreis allerdings mit knapp 85 Euro noch viel höher. „65 Euro sind im Verhältnis der Grafschaft gerechtfertigt“, meinte Gemeindedirektor Detlef Meyer. Die hohen Kosten würden unter anderem der aktuellen Preissteigerung im Tiefbau geschuldet sein, erläuterte er.

Steffen Lühring (SPD) äußerte diesbezüglich seine Sorge, dass die Preise bis zur Erschließung vermutlich ganz andere sein würden. Die 65 Euro seien seiner Meinung nach jedoch „eine verträgliche Maßnahme im Rahmen der Kostensteigerung“. Man wolle das Wachstum in Eystrup unterstützen und besonders Familien Flächen im neuen Wohngebiet anbieten, „nicht aber Leuten, die dort ihren Wirtschaftszweig sehen“. Daher einigte sich der Rat auch darauf, dass zukünftige Käufer nur Eigentümer eines Wohnbaugrundstückes sein dürfen. Zudem seien die neuen Flächen für die Eigennutzung gedacht und müssten nach Ablauf von drei Jahren nach Vertragsabschluss bebaut sein.

Wer sich im „Vehrenkamp Ost“ ein Häuschen errichten möchte, darf übrigens keine Kunststoffflächen und großflächige Kies-, Schotter- und Steinschüttungen anlegen, stattdessen müssen 80 Prozent der Vorgartenfläche nach der örtlichen Bauvorschrift Pflanzfläche sein.

Carsten Broschwitz (CDU) hoffte zudem, den zukünftigen Bauherren noch weitere Vorgaben mit Blick auf Erneuerbare Energien auferlegen zu können. „Ist es möglich, dass wir die Installation von Fotovoltaik-Anlagen vorschreiben können?“, fragte er. Dies musste Gemeindedirektor Meyer allerdings verneinen, die Errichtung sei nur zu empfehlen, eine verpflichtende Festsetzung im Rahmen des Bebauungsplans derzeit aber noch nicht möglich. Dies könne sich jedoch möglicherweise bald ändern. „Wir müssen abwarten, was der Gesetzgeber dazu sagt“, meinte er.

Weiterer Punkt auf der Tagesordnung waren die Haushaltssatzung 2022 sowie das Investitionsprogramm für die kommenden Jahre, welche zunächst von Kämmerin Astrid Schwecke vorgestellt und anschließend einstimmig vom Gremium verabschiedet wurden.

Im Haushaltsjahr 2022 stehen den Einnahmen von rund 3,8 Millionen Euro Ausgaben in Höhe von 4,3 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Fehlbetrag von rund 500 000 Euro. „Das ist jedoch nicht tragisch, denn die Überschüsse belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro und können diesen und die Fehlbeträge in den kommenden Jahren decken“, sah Schwecke dem Zahlenwerk positiv entgegen. Zudem würden nicht immer alle Gelder wie geplant ausgegeben, fügte sie hinzu. 3,3 Millionen Euro der Gesamtausgaben fließen in die Kreis- und Samtgemeindeumlage sowie in die Gewerbesteuer. Weitere 380 000 Euro sind für Abschreibungen eingeplant, sodass schlussendlich für die Gemeinde nur noch 600 000 Euro zum Ausgeben übrig bleiben.

Für die Unterhaltung der Straßen sind 100 000 Euro vorgesehen. Für Ortsverschönerungen stehen 10 000 Euro bereit. Der Ansatz für die Pflege der unbebauten Grundstücke wurde auf 20 000 Euro angehoben. „Die gemeindeeigenen Waldgrundstücke verursachen in den letzten Jahren einen hohen Pflegeaufwand. Durch die trockenen Jahre werden immer mehr Bäume in Mitleidenschaft gezogen und müssen aus Gründen der Verkehrssicherheit von Totholz befreit oder sogar ganz gefällt werden“, erklärte Schwecke.

Einnahmen erwartet die Kämmerin aus den Konzessionsabgaben für Gas, Wasser und Strom, der Steuer sowie aus der Umlage des EEG. Letzterer Punkt beinhaltet die Wertschöpfungsbeteiligung der Kommune am Windpark Hämelhausen mit seinen drei Windenergieanlagen.

Diese beläuft sich auf 0,2 Cent pro Kilowattstunde, was hochgerechnet einen Betrag von knapp 9 000 Euro pro Jahr ergibt. Dem Vertrag stimmte der Rat während seiner Sitzung ebenfalls zu.

In puncto Steuern gebe es keine Veränderung. Zwar habe die Verwaltung eine Erhöhung vorgeschlagen, diese wurde jedoch abgelehnt, sodass die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer bei 315 beziehungsweise 380 Prozent bleiben. „Das war eine bewusste Entscheidung“, betonte Steffen Lühring. Er sehe diesbezüglich aktuell keinen Handlungsbedarf, da die Liquidität vorhanden sei. Man wolle warten, bis die neue Grundsteuerreform greife.

Investieren möchte die Gemeinde zum einen in den Historischen Güterschuppen. Dort sei es bei Veranstaltungen zu Feuchtigkeitsproblemen gekommen, sodass die Belüftung verbessert und das Dach gedämmt werden sollen, erläuterte die Kämmerin die Pläne. 100 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Ferner soll der Zaun des Sportheims erneuert werden (40 000 Euro). Straßensanierungen und Umgestaltungen, darunter die Bahnhofsstraße zählt, schlagen mit 725 000 Euro zu Buche. Der Endausbau des Baugebietes „Vehrenkamp“ mit der Bienenweide, dem Brombeerweg und dem Wacholderweg ist für 2022/2023 vorgesehen. Die Kosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro.

Insgesamt würden so 3,2 Millionen Euro an liquiden Mitteln verbraucht werden. „Ein schöner, runder Haushalt“, meinte Astrid Schwecke abschließend.

Carsten Broschwitz hob noch hervor, dass weitere 60 000 Euro für die Ansiedlung von Ärzten bereitstehen. „Die Parkplätze vor den Praxen sind derzeit voll und die verbliebenen Ärzte nicht mehr sehr jung“, meinte er und hoffte, dass sich in den kommenden Jahren diesbezüglich etwas ergeben wird.

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