Photovoltaik-Anlage in Dedendorf nach dreimonatiger Bauzeit fertiggestellt

Großflächiger Stromproduzent

Ein weites Feld von Solarmodulen schimmert in Dedendorf. Auf einer Fläche von knapp zehn Hektar entstand dort eine Photovoltaik-Freiflächenanlage, die jährlich etwa 8,8 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. Foto: Horst Friedrichs

Dedendorf - Von Horst Friedrichs. Dedendorf, ein Ortsteil des Fleckens Bücken, ist jetzt auch in Hamburg zu Hause. Die „Solarpark Dedendorf GmbH & Co. KG“ hat ihren Firmensitz in der Hansestadt an der Elbe. Geschäftsgrundlage ist eine rund zehn Hektar große gepachtete Fläche am südlichen Stadtrand von Hoya, in Dedendorf und damit auf Bücker Gemeindegebiet. Dort betreibt das Hamburger Unternehmen eine Photovoltaik-Freiflächenanlage (PV-Anlage). Im Gegensatz zu auf Gebäudedächern montierten Solarmodulen wird eine Freiflächenanlage auf Stahlständern unmittelbar über dem Erdboden installiert.

Eine solche ebenerdige PV-Anlage entstand nun in dreimonatiger Bauzeit in Dedendorf, nachdem ähnliche Projekte bereits in vielen anderen Orten der Bundesrepublik verwirklicht wurden. Die in Reihen angeordneten Solarmodule in Dedendorf haben zur Sonne einen festen Anstellwinkel von 20 Grad. Die Unterkante der Gestelle verläuft 70 Zentimeter hoch über dem Gelände, während die Oberkante der Module bis zu vier Meter Höhe erreicht. Mit einem Reihenabstand von dreieinhalb Metern wurde die PV-Anlage in Dedendorf auf einer Gesamtfläche von knapp zehn Hektar erbaut.

Ein imposantes Bild bietet die weite Fläche der Solarmodule dort, in unmittelbarer südlicher Nachbarschaft des Ziegeleisees, vor allem bei Sonnenschein. Die glänzende Oberfläche der Module scheint dann endlos zu sein und fast bis an den Horizont zu reichen. Die Anlage ist jedoch in die grüne Umgebung eingebettet. Von Hecken und Buschwerk umgeben, wird sie mit dem vollen Einsetzen der Vegetationszeit schon bald nur noch aus unmittelbarer Nähe zu sehen sein.

Entwickelt und realisiert wurde die PV-Freiflächenanlage des Solarparks Dedendorf von dem ebenfalls in Hamburg beheimateten Unternehmen WWS Power GmbH. Bauausführendes Unternehmen war die bundesweit agierende Solea AG in Plattling, Bayern, die sich auf die Errichtung solcher Anlagen spezialisiert hat. Grundstückseigentümer der Solarpark-Fläche in Dedendorf sind die Ortsansässigen Ehler Meyer und Jutta Raschke.

Ehler Meyer war es, der den Anstoß zu dem Projekt gab. „Ich habe auf eine Anzeige in der Zeitschrift Land und Forst geantwortet“, berichtet er im Gespräch mit der Kreiszeitung. „Und dadurch kam der Stein ins Rollen.“ Ergebnis ist ein Pachtvertrag mit 20 Jahren Laufzeit zwischen den Grundstückseigentümern und den Solarpark-Betreibern. Den Weg dazu ebneten die Gemeinde Bücken und die Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Letztere sorgte für eine erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans, während der Bücker Gemeinderat schließlich den daraus resultierenden Bebauungsplan verabschiedete.

„Die Gremien unseres Gemeinderats haben sich über das Vorhaben der Solarpark-Antragsteller gefreut“, sagt Bückens Bürgermeister Wilhelm Schröder. „Mit dem Ausbau der regenerativen Energien ergab sich für die in ihrer Nutzung eingeschränkte Dedendorfer Fläche eine gute Entwicklung.“ Grund dieser Einschränkung war eine Mülldeponie, die der Landkreis Nienburg von 1979 bis 1982 auf dem an die ehemalige Tonkuhle und den heutigen Ziegeleisee grenzenden Gelände betrieb. Ende der 1980er-Jahre wurde die Deponie dann mit einer 60 Zentimeter dicken Mutterbodenschicht zugeschüttet. Damit entstand eine sogenannte Konversionsfläche.

„Konversionsflächen sind neben ehemaligen Mülldeponien unter anderem auch Kiesabbauflächen entlang der Autobahnen, Militärflächen und Ähnliches“, erläutert Frank Bartel, Geschäftsführer der WWS Power GmbH im Kreiszeitungs-Gespräch. „Das aktuelle Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass PV-Freiflächenanlagen vorzugsweise auf solchen Konversionsflächen gebaut werden sollen.“ Ehler Meyer ergänzt: „Auf Ackerland würden PV-Anlagen überhaupt nicht genehmigt werden.“ Abgesehen davon ergebe sich durch Anlagen wie in Dedendorf eine deutliche ökologische Aufwertung des Bodens. Ungestört von landwirtschaftlicher Nutzung entwickele sich unterhalb der Solarmodule eine neue biologische Vielfalt – etwa mit der „Zuwanderung“ von Schmetterlingen und vorher nicht vorhandenen Pflanzen.

Sonne ja, Hitze nein – so lassen sich die „Wunschbedingungen“ für eine PV-Anlage einordnen. „Ihre maximale Leistung erreicht die Anlage bei ungestörter Sonneneinstrahlung und kalten Temperaturen“, erklärt Frank Bartel. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass je wolkenloser der Himmel ist, desto mehr Strom produziert werden kann. Aber auch bei einer starken Bewölkung wird Strom produziert.“ Die Auswirkungen extremen Sommerwetters beziehungsweise des Klimawandels seien statistisch noch nicht erfasst, so Bartel weiter. Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Photovoltaik-Freiflächenanlagen seien auf der Grundlage von 20-jährigen Wetterdaten angestellt worden. Bei einer jährlich erzeugten Menge von etwa 8,8 Millionen Kilowattstunden könne die Anlage in Dedendorf theoretisch etwa 2 500 Haushalte mit Strom versorgen. Grundlage dieser Berechnung sei der durchschnittliche Jahresverbrauch eines Haushalts von etwa 3 500 bis 4 000 Kilowattstunden. Insgesamt habe Frank Bartel die denkbar besten Voraussetzungen vor Ort vorgefunden: „Die Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Hoya und der Gemeinde Bücken war reibungslos und sehr zielführend.“

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