Hilgermisser Projekt komplettiert

Graureiher für den Skulpturenpfad

Arne Röhrs, Johann Hustedt und Heinrich Brockmann (von links) präsentieren die beiden aus Edelstahl gefertigten Graureiher. Eine Tafel informiert zudem über das Naturschutzgebiet. Foto: Uwe CaMPE
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Arne Röhrs, Johann Hustedt und Heinrich Brockmann (von links) präsentieren die beiden aus Edelstahl gefertigten Graureiher. Eine Tafel informiert zudem über das Naturschutzgebiet.

Hingste – Nachdem im vergangenen Jahr bereits vier Kunstwerke entlang des Weserwanderwegs zwischen Hingste und Dahlhausen aufgestellt wurden (wir berichteten), ist das von der Gemeinde Hilgermissen im Rahmen der Dorferneuerung getragene und mit EU-Mitteln geförderte Projekt mit zwei am Naturschutzgebiet „Auwald bei Hingste“ aufgestellten Plastiken, die Graureiher in Lebensgröße zeigen, inzwischen komplettiert worden.

Insgesamt sechs Naturschutzgebiete (NSG) sind in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya ausgewiesen. Ihnen allen ist gemein, dass sie ihren weitreichenden Schutzstatus nach strengen Kriterien aufgrund faunistischer oder floristischer Besonderheiten erlangt haben. Beim NSG in Hingste handelt es sich um einen 2,5 Hektar großen Eichen-Mischwald-Altholzbestand in der Nähe der Weser, der 1993 unter Schutz gestellt wurde. Unter anderem beheimatet er neben Pflanzenarten wie Aaronstab, Wald-Gelbstern und Hohler Lerchensporn, Vogelarten wie Rotmilan, Schwarzspecht, Hohltaube und Dohle sowie mindestens seit 1978 Brutvorkommen des Graureihers.

Dieser in der Regel in den Wipfeln alter Eichen kolonieweise horstende Schreitvogel mit charakteristischem langen Hals und spitzen Schnabel wurde früher gemeinhin auch als Fischreiher bezeichnet. Nach den offiziellen Zahlen der niedersächsischen Naturschutzbehörden brüteten hier 1978 zunächst drei, in den folgenden Jahren – jeweils in Abhängigkeit vom jeweiligen Nahrungsangebot –durchschnittlich etwa 15 Paare. Aktuell dürften vier bis sechs Horste besetzt sein.

Brutplätze des Graureihers sind im Mittelweserraum dünn3 gesät, das nächste größere Vorkommen befindet sich derzeit im Auwald Buchhorst in der Samtgemeinde Marklohe. Um die Besonderheit des Hingster Vorkommens zu unterstreichen, hatte Heinrich Brockmann vom Naturschutzverein Weseraue daher die Idee, neben der bereits vorhandenen Hinweistafel des Landkreises Nienburg, zwei von der Hoyaer Firma Tintec Metalltechnik GmbH aus Edelstahl angefertigte Graureiher-Skulpturen aufzustellen. Da sich die Gemeinde Hilgermissen zur Übernahme der Kosten und der Naturschutzverein zur Anfertigung einer zusätzlichen Tafel mit Informationen über den Graureiher bereit erklärten, konnte dieses Vorhaben nunmehr erfolgreich umgesetzt werden.

Anlässlich der jetzt erfolgten offiziellen Präsentation durch Bürgermeister Johann Hustedt sowie Heinrich Brockmann und Dr. Arne Röhrs vom Naturschutzverein brachten die Beteiligten neben ihrer Freude über den gelungenen Abschluss allerdings auch ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass diesen Kunstwerken nicht das gleiche Schicksal beschieden sein wird wie dem im vergangenen Jahr beim Weserwehr bei Wienbergen aufgestellten hölzernen Hecht, der trotz sorgfältiger Befestigung inzwischen spurlos verschwunden ist.

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