„Globale Auswirkungen“

Bürgerinitiative Warpe informiert über Kampf gegen Agrarindustrie

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Die Bürgerinitiative will die Erweiterung des Rinderzuchtbetriebs Derboven verhindern.

Helzendorf - Von Jana Wohlers. „Kein Agrarindustrie-Ausbau. Nicht in Warpe. Nirgendwo.“ – Das fordert die Bürgerinitiative (BI) Warpe, ein Zusammenschluss aus rund zehn Frauen und Männern, in ihrem Flyer. Die Mitglieder kämpfen gegen die Erweiterungspläne des Helzendorfer Rinderzuchtbetriebs Derboven – und schauen bei ihrem Engagement auch über den Tellerrand hinaus.

Am Samstag hat sich die BI zum ersten Mal mit einer eigenen Aktion an die Öffentlichkeit gewandt: Über 70 Bürger besuchten die Informationsveranstaltung am Dorfgemeinschaftshaus in Helzendorf. „Neben dem großen Zuspruch aus der Bevölkerung hat uns ganz besonders gefreut, dass auch einige Mitglieder des Gemeinderats anwesend waren“, bilanzierte Oliver Beckmann, Gründungsmitglied der Initiative. So nahm sich etwa Bürgermeister Heinz Wedekind die Zeit für einen Besuch der Infoveranstaltung.

Wegziehen aus der idyllischen Gemeinde?

Die Initiative nahm um Pfingsten herum ihre Arbeit auf. „Wir haben uns mit Nachbarn und näheren Einwohnern über die Pläne unterhalten und wollten wissen, wie die Stimmung diesbezüglich ist“, erklärte Beckmann. „Es galt, die verschiedenen Positionen herauszufinden und die unterschiedlichen Motivationen abzustecken. Es hat sich schnell herausgestellt, dass die Stimmung gegenüber den Plänen häufig negativ ist.“

Wegziehen aus der idyllischen Gemeinde mit ihrem kleinbäuerlichen Charme? Das kommt für Beckmann nicht infrage. Seit über vier Jahren lebt er in Helzendorf. Von der Derboven-Erweiterung wäre er unmittelbar betroffen, rund 500 Meter von seinem Grundstück entfernt sei der neue Kälberstall des Rinderzuchtbetriebs geplant.

Derboven-Pläne im Fokus

Die Gründungsmitglieder der BI Warpe kommen überwiegend, aber nicht komplett aus der Gemeinde. So wohnen Sebastian Barteleit und Regina Rößner in Mehlbergen bei Balge. Einig sind sich dennoch alle: „Agrarindustrielle Großbauten verschandeln nicht nur die Schönheit und die Einzigartigkeit eines so kleinbäuerlich geprägten Dorfs, ihre Auswirkungen sind nicht nur lokal und regional anzusiedeln. Sie bewegen sich auf globaler Ebene.“

Die Mitglieder kritisieren nicht nur die Derboven-Pläne, sondern das Prinzip Agrarindustrie an sich. Denn: „Ökologische und ökonomische Folgen enden nicht an regionalen Grenzen.“ Schon jetzt habe die Gemeinde Warpe mit der Übermacht der Agrarindustrie zu kämpfen, die Existenz kleinbäuerlicher Landwirtschaft sei gefährdet, kleine Straßen erführen ein überhöhtes Verkehrsaufkommen.

„Die Gemeinde hat einen tollen, sanften Tourismus und verfügt über eine ordentliche Infrastruktur“, sagte Jürgen Hahn, der seit rund 30 Jahren in der Gemeinde wohnt. „Es wird Zeit, eine generelle Debatte über die Zukunftspläne anzustoßen.“

Ziel: Viele Menschen zum Formulieren ihrer Meinung bewegen

Die Informationsveranstaltung am Samstag bot den zahlreichen Besuchern die Möglichkeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, sich auszutauschen und zu vernetzen. Für alle Interessierten hatte die BI Warpe eine Stellungnahmen-Werkstatt organisiert: Wer nicht genau wusste, wie er eine eigene Stellungnahme zu den Plänen zu Papier bringen sollte, der bekam von den Mitgliedern Hilfe. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Leute zu einer Stellungnahme zu bewegen“, erklärte Beckmann.

Betroffene Bürger können noch bis Montag, 18. September, ihre Meinung bei der Samtgemeinde äußern. Die BI ist erreichbar unter den Telefonnummern 0172/5402848 (Jürgen Hahn) und 0176/63195328 (Oliver Beckmann).

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