Lars Cohrs berichtet vor ausverkauftem Haus im Eystruper Güterschuppen von seiner Zeit als Morgen-Moderator

Geschichten eines Frühaufstehers

Während seiner Zeit bei Radio Bremen besuchte Lars Cohrs mit der Sendung „Bremer Container“ Eystrup bereits einige Male. Foto: Andree Wächter

Eystrup - Von Andree Wächter. Um Frühaufsteher und Langschläfer, die Tücken klingelnder Wecker sowie Anekdoten eines Radiomoderators ging es am Sonntagnachmittag im Alten Güterschuppen in Eystrup. Auf Einladung des lokalen Heimatsvereins war Lars Cohrs zu Gast. Der bekannte Radiomoderator las aus seinem Buch „Der frühe Vogel kann mich mal – ein Ex-Morgenmoderator packt aus“. Bevor es literarischen Hörgenuss gab, fand ein Knippessen für die Vereinsmitglieder statt. „Es ist eine vereinsinterne Veranstaltung und sie ist ausverkauft“, sagte Anne Graue vom Heimatverein. Und weiter: „Wir hätten noch mehr Karten verkaufen können.“ Doch es gebe aktuell nicht mehr Sitzplätze. Erst wenn die neuen Tische geliefert sind, würden im Güterschuppen weitere Personen Platz finden.

Die Gäste, die einen Sitzplatz ergattern konnten, wurden kurzweilig unterhalten. Cohrs begann mit einem Einblick in das Leben eines Morgensendungs-Moderators. „Immer um 2.15 Uhr aufzustehen, ist nicht schön.“ Zwei Wecker habe er dafür gebraucht, einen außerhalb seiner Reichweite, was des Öfteren ein an der Bettkante aufgeschlagenes Schienbein zur Folge gehabt hätte. Um 4 Uhr war Redaktionskonferenz. „Es ging immer um drei Fragen: Wen interessiert es? Was soll das? Wo gibt’s Kaffee?“ Nach diesen nicht ernst gemeinten Fragestellungen gestand Cohrs: „Kaffee kann ich immer trinken.“ Anders wäre vermutlich auch der Dienst bis 12 Uhr nicht durchzuhalten gewesen.

Im Alten Güterschuppen erfuhren die Männer und Frauen von wirren Kollegengesprächen, kuriosen Nachrichtenmeldungen und liebevollen Anrufen der Zuhörerschaft. Eine Hörerin hatte ihm einst eine Art Autogrammkarte geschickt. „Es war ein Foto mit Widmung.“

Lars Cohrs gab Einblicke in die Zeit seiner Anfänge: „Bei Hamburg-Welle moderierte ich den Stadtwecker. Dort konnte ich fast alles machen, was ich wollte.“ Sein Mentor war Lutz Ackermann. Von ihm bekam Cohrs den Tipp, das Mikro als Menschen anzusehen. „So bekam ich Bezug zum abstrakten und anonymen Hörer.“ Im Laufe der Zeit sei die Angst vor der unbekannten Masse namens Hörer verschwunden.

Zwischen den Anekdoten wechselte der Inhalt thematisch vom Radio ins Privatleben. Es ging ums Abnehmen. Zusammen mit Zitaten von den kabarettisten Dieter Nuhr oder Eckhart von Hirschhausen erfuhren die Vereinsmitglieder etwas von der Käselochtheorie und von guten Gründen, warum man heute gerade nicht mit dem Sport beginnen kann. Keine Laufschuhe, im Schwimmbad gibt es Fußpilz und zum Turnen fehlt die passende Musik, lauteten einige der Ausreden. „Die Hürde ist, dass man es umsetzten muss“, fasste Cohrs zusammen.

Der in Hamburg geborene Lars Cohrs weckte zehn Jahre lang die Hörer in Niedersachsen bei NDR1. Weitere zehn Jahre moderierte er in Hessen beim Hessischen Rundfunk (hr3). Insgesamt 30 Jahre hat Cohrs bei unterschiedlichen Radiostationen gearbeitet, meist als Frühaufsteher in den Morgenshows.  

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