„Geschichte wird mein Hobby bleiben“

Bücken/Hoya: Elfriede Hornecker gibt Leitung des Museums ab

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Elfriede Hornecker möchte die Familienchronik fortführen, die ihre Vorfahren in Angriff genommen haben. 

Bücken/Hoya - Von Anne Schmidtke. „Ich werde demnächst 70 Jahre alt. Daher gebe ich die Leitung des Hoyaer Museums ab“, sagt Elfriede Hornecker. Sie ist der Meinung, dass man einen Schlussstrich ziehen sollte, solange man noch geistig und körperlich fit ist. Auch nach diesem Schlussstrich wird sie jedoch aktiv sein: „Ich werde nichts vermissen, denn ich werde weiterhin Mitglied im Museumsverein bleiben und immer im Museum helfen, wenn ich gefragt werde“, sagt die Bückerin, die Ende Dezember ihr Amt abgibt.

Sie gründete 1983 mit anderen engagierten Bürgern den Verein „Heimatmuseum Grafschaft Hoya“. „Wir hielten es für wichtig, dass so ein geschichtsträchtiger Ort wie Hoya ein Museum hat, in dem Geschichte erforscht, gezeigt und erlebt wird“, sagt Elfriede Hornecker, die 1997 zur Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. 1998 übernahm die einstige Lehrerin zudem die Leitung des Museums. „Beides wurde mir irgendwann allerdings zu viel“, sagt die 69-Jährige, die neben ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten hauptamtlich als Grundschullehrerin arbeitete (siehe Info-Kasten). „Da mir immer mehr an der Museums- als an der Vereinsarbeit lag, entschied ich mich für Ersteres.“

Ihr habe die Arbeit als Museumsleiterin immer viel Spaß gemacht, weil sie bei der Vorbereitung zu jeder Ausstellung interessante Menschen und neue Sachverhalte kennengelernt habe. „Mein Ziel war, dass das Museum ein wichtiger Teil der Hoyaer Kultur wird.“ Das ist ihr gelungen. Elfriede Hornecker organisierte mit ihrem Team, das im Wesentlichen aus Vorstandsmitgliedern des Heimatmuseumsvereins besteht, rund 80 Ausstellungen zu verschiedenen Themen, die zum Teil überregional Beachtung fanden.

Besonders in Erinnerung geblieben ist der Bückerin der Ausstellungsaustausch mit dem Papiermuseum in Duszniki-Zdrój, der polnischen Partnerstadt von Hoya. „Die beiden Orte verbindet einiges, zum Beispiel die Papierherstellung und das Leben am Fluss“, sagt Hornecker. Durch Hoya fließt die Weser, durch Duszniki-Zdrój die Bystrzyca Dusznicka. Die Exponate des polnischen Papiermuseums verdeutlichten in der Grafenstadt 2009, wie in dem mitteleuropäischen Land Papier hergestellt wurde. Ein Jahr später präsentierten die Verantwortlichen des Vereins „Heimatmuseum Grafschaft Hoya“ die Ausstellung „Leben an der Weser“ in Duszniki-Zdrój. „3 000 Interessierte besuchten dort damals die Ausstellung. So viele Gäste hatten wir hier in Hoya nie zu einer einzigen Austellung.“

Wichtig ist Elfriede Hornecker, dass das Heimatmuseum mehr zu bieten hat als die regelmäßig wechselnden sowie dauerhaften Ausstellungen. Zum Beispiel trifft sich dort wöchentlich eine Strickgruppe. Zudem kommt eine Klöppelgruppe für Erwachsene zu drei mehrtägigen Terminen im Jahr im Museum zusammen, die Klöppelgruppe für Kinder handarbeitet dort alle zwei Wochen.

Hornecker wünscht ihrer Nachfolgerin Ulrike Taenzer, die von der Verwaltung hauptamtlich angestellt wird, viel Erfolg. „Ich hoffe, dass sie mit ihrer Art bei den Vereinsmitgliedern gut ankommt und dass sie das, was sie sich vorstellt, verwirklichen kann.“

Sie selbst wird definitiv keine Langeweile haben. „Ich beschäftige mich intensiv mit der Familienforschung. Das ist mein Steckenpferd“, sagt Hornecker. Einige ihrer Vorfahren hätten aufgeschrieben, was damals bei ihnen passiert sei. Die Familienchronik wolle sie nun fortführen. Familienangehörige hätten ihr bereits zugesagt, zu helfen. „Geschichte wird mein Hobby bleiben, solange ich geistig und körperlich fit bin.“ Zudem verreise sie sehr gerne mit ihrem Mann und besuche ihre Kinder und Enkelkinder.

Mehr Infos unter: www.museum-hoya.de

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