Gepumpt, belüftet, gefiltert und immer kontrolliert – der Weg des Trinkwassers

Vom Untergrund in die Dusche

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Diese Anlage pumpt das Wasser von einem Filter in den nächsten. Währenddessen wird es ständig kontrolliert.

Hoya - Von Anette Steuer. Henry Pfeiffer weiß, wann die Einwohner der Samtgemeinde morgens duschen, wann sie den ersten Kaffee aufsetzen oder Zähne putzen. Er sieht, wann gekocht wird, und er weiß auch, wann Feierabend in der Grafschaft ist. Henry Pfeiffer ist Herr über 217 Kilometer Rohrleitungen, er und seine Kollegen im Wasserwerk stellen die Trinkwasser-Versorgung auf dem Gebiet der alten Samtgemeinde Hoya sicher.

Trinkwasser ist das meistkontrollierte Lebensmittel in Deutschland, und auch die Mannschaft der Wasserversorgung Samtgemeinde Grafschaft Hoya hat ihr Wasser jederzeit im Blick. Computerunterstützt erfährt Henry Pfeiffer zu jeder Zeit alle relevanten Daten. „Das beginnt bei der Fördermenge des sogenannten Rohwassers und endet bei der Abgabemenge und den Inhaltsstoffen, wie beispielsweise dem pH-Wert und natürlich auch dem Druck“, erklärt Pfeiffer. Anhand der schwankenden Abgabemenge weiß er, dass morgens zwischen 5 und 7 Uhr am meisten Wasser verbraucht wird. „Das ist die Zeit zum Waschen, Frühstücken und Zähneputzen.“

Der Weg des Wassers vom Untergrund in die Dusche sei gar nicht so kompliziert. Wichtig sei, dass die Produktion ständig überwacht wird. „Nur durch lückenlose Kontrolle und absolut sauberes Arbeiten kann die gute Qualität unseres Wassers gewährleistet werden“, sagt Henry Pfeiffer.

Aus vier Brunnen mit einer Tiefe von bis zu 29 Metern wird Rohwasser gefördert. Sie befinden sich ebenso wie das Wasserwerk südlich der Straße von Hoya nach Hoyerhagen. Das geförderte Rohwasser fließt zuerst in eine Belüftungsanlage: zwei große Behälter, in die das Wasser eingesprüht wird. Die Belüftung steigert den Sauerstoffgehalt des Rohwassers.

Über verschiedene Stufen fließt das Wasser in einen als Flocker bezeichneten Behälter. Dort wird es von Eisen und Mangan getrennt, weil diese natürlich im Grundwasser vorkommenden Metalle nur in bestimmten Mengen im Trinkwasser sein dürfen. Die Trennung erfolgt physikalisch: Die schweren Bestandteile sinken auf den Boden.

Das Wasser hingegen fließt über eine Rinne weiter in zwei hintereinander liegende Filter mit besonderem Kies. Danach wird es Reinwasser genannt und kommt in vier große Behälter. Aus diesen verteilen drei starke Pumpen das Wasser ins Rohrleitungsnetz. „Die Pumpen sind Druck- und Mengen-geregelt. Das bedeutet, dass sie immer einen konstanten Druck liefern und eine gleichbleibende Menge befördern“, sagt Henry Pfeiffer. Das sei nicht nur wichtig für die privaten Verbraucher, die sich überall in der Samtgemeinde auf ihr Wasser verlassen, sondern es sei auch ein Wirtschaftsfaktor. So gibt es zum Beispiel in Hoya Firmen, für die ein gleichbleibender Wasserdruck extrem wichtig für die Produktion ist.

Täglich gibt das Wasserwerk zwischen 2000 und 3000 Kubikmeter Wasser ab. „Im Sommer naturgemäß mehr als im Winter“, sagt Pfeiffer. 2014 förderte das Wasserwerk 204000 Kubikmeter Rohwasser. Die Gesamtabgabe liegt, inklusive der Zumischung von Wasser der Harzwasserwerke, bei etwa 800000 Kubikmetern im Jahr.

www.wasserversorgung.hoya-weser.de

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