Rat verabschiedet Haushalt

Gemeinde Eystrup investiert 100.000 Euro in Alten Güterschuppen

Der Alte Güterschuppen in Eystrup.
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Feuchtigkeit sammelt sich unter dem Spitzdach, wenn viele Menschen den Güterschuppen in Eystrup besuchen. Die Gemeinde will deshalb in diesem Jahr Lüftung und Dämmung des Gebäudes verbessern, um Schäden und Schimmelbefall zu verhindern.

Ideen sind da, Geld auch. Doch ob der Rat Eystrup seine Pläne zur Gestaltung der Gemeinde umsetzen kann, bleibt in vielen Fällen unklar.

Eystrup ‒ Die Gemeinde Eystrup wächst. Das sagt nicht nur Carsten Broschwitz (CDU), stellvertretender Bürgermeister. Das ist sichtbar, zum Beispiel in den Baugebieten Im Dorfe oder Vehrenkamp. Broschwitz wundert das nicht. Sowohl Hannover als auch Bremen seien mit der Bahn von Eystrup aus gut zu erreichen und Bauplätze im Vergleich zum Speckgürtel der Großstädte günstig.

Auch sonst hat die Gemeinde durchaus etwas zu bieten. Doch mit mehr Einwohnern wachsen auch die Begehrlichkeiten. Deshalb plant Eystrup auch in diesem Jahr Investitionen. Welche das sind, zeigt ein Blick in den Haushaltsplan, den der Gemeinderat gestern Abend verabschiedet hat:

Steuern

Ein kleiner, aber für jeden Bodenbesitzer wichtiger Punkt: Die Hebesätze für Grundstücke sowie für land- und forstwirtschaftliche Betriebe bleiben unverändert bei 315. Die Verwaltung hatte eine Erhöhung auf 330 empfohlen. Broschwitz fasst die Haltung der Ratsmehrheit mit einer Frage zusammen: „Wenn es dem Haushalt gut geht, warum sollten wir dann die Steuern erhöhen?“

Alter Güterschuppen

Beim Kulturzentrum Alter Güterschuppen muss die Gemeinde nacharbeiten. Das Problem: „Bei Veranstaltungen sammelt sich die Feuchtigkeit im Spitzdach“, sagt Astrid Schwecke, Kämmerin der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. 100.000 Euro stehen im Haushalt bereit, um Dämmung und Lüftung zu verbessern. Zwei Drittel der Summe sollen über die Städtebauförderung in den folgenden Jahren wieder ausgeglichen werden.

Im Grunde ist Eystrup im Güterschuppen Opfer des eigenen Erfolgs. Fast alle Veranstaltungen dort seien in den vergangenen Jahren ausverkauft gewesen, sagt Ratsmitglied Steffen Lühring (SPD). Damit habe die Gemeinde nicht gerechnet. Diese intensive Nutzung hinterließ ihre Spuren als Kondenswasser unter dem Dach.

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten am Güterschuppen beginnen, um Schäden vom Gebäude und Schimmelbefall zu vermeiden.

Nur zum Teil ausgebaut: Die Stolper Straße in Eystrup.

Straßenbau

Der größte Posten beim Straßenbau ist vermutlich eine Luftnummer: 500.000 Euro für die Umgestaltung der Bahnhofstraße. Bereits in den vergangenen Jahren sei dieser Posten im Haushalt zu finden gewesen, sagt Broschwitz. „Sonst gibt es keine Fördermittel.“ Erst, wenn diese in Aussicht stehen, will sich der Gemeinderat eingehender mit diesem Vorhaben befassen. Zumal es einige Straßen in Eystrup gibt, bei denen die Gemeinde dringenderen Handlungsbedarf sieht.

Allen voran die Stolper Straße: Während der südliche Teil bereits im Zuge der Kanalerneuerung von der Samtgemeinde erneuert worden ist, wartet am Nordende noch jede Menge Arbeit. Wegen der hohen Bordsteine und parkenden Autos hätten es Fahrer von Lkw und Schulbussen zum Teil sehr schwer auf dieser Strecke, sagt Broschwitz.

Anwohner berichteten, dass sie zum Teil kurzfristig ihre Autos umparken müssten, um große Fahrzeuge vorbeizulassen. „Vielleicht Ende des Jahres“, könnten die Arbeiten dort beginnen. Aus dem Bauamt hieß es, die Unterlagen für die Ausschreibung würden derzeit vorbereitet. 330.000 Euro für die Stolper Straße stehen im Haushalt bereit.

Beleuchtung

Eystrup soll heller werden – wenigstens in einigen Bereichen. Im Bereich Hohenholzer Straße/Ecke Stockkämpe seien die letzten Meter unbeleuchtet, sagt Schwecke. „Da muss dringend was passieren“, sagt Broschwitz. Das gilt auch für den Sanddornweg und das Neubaugebiet Vehrenkamp. Die Gemeinde rechnet dafür in diesem Jahr mit Kosten in Höhe von 105.000 Euro. Die Straßenlaternen sollen im Verlauf des Jahres aufgestellt werden.

Baugebiete

Das Baugebiet Im Dorfe soll in diesem Jahr planerisch abgeschlossen werden. Sämtliche Bauplätze seien verkauft, einige seien bereits bebaut, sagt Broschwitz. In diesem Jahr plant die Gemeinde den Endausbau der Straße. „Das hat Priorität“, sagt Broschwitz. Für die finale Pflasterung rechnet sie mit Kosten in Höhe von 180.000 Euro. Mehr als die Hälfte davon tragen die Grundstückseigentümer.

Am Vehrenkamp plant die Gemeinde mit Kosten in Millionenhöhe für den Endausbau der Straßen Bienenweide, Brombeerweg und Wacholderweg – allerdings erst in den Jahren 2022 und 2023. Bis dahin könnten noch weitere Baugrundstücke vermarktet werden. Broschwitz schätzt, dass in dem Bereich noch 30 bis 35 Plätze zur Verfügung stehen.

Noch in diesem Jahr könnte der Spielplatz vor Ort um eine Attraktion reicher werden. 85.000 Euro sind dafür im Investitionsplan veranschlagt. Angedacht sei eine Kletterkombination für nicht mehr ganz kleine Kinder, sagt Lühring.

Die historische Senfmühle in Eystrup soll saniert werden. 500000 Euro soll das Projekt kosten. Die Gemeinde will davon ein Sechstel übernehmen.

Leman-Areal

Die Renovierung des Krafthauses inklusive Dampfmaschine auf dem Gelände der Firma Leman soll nur der Anfang gewesen sein. Siegfried Heidorn, Geschäftsführer von Leman Feinkost, und der Heimatverein haben große Pläne, das Industriedenkmal Senffabrik zu erweitern. Die Gemeinde will sie dabei unterstützen. Auf dem Plan steht die Erneuerung der historischen Toranlage sowie die Pflasterung des Geländes. Die Kosten soll der Eigentümer übernehmen.

Die Gemeinde plant, den Anteil zu erstatten, den sie aus der Städteförderung erhält. Einen vergleichbaren Finanzierungsplan haben die Beteiligten auch für die Pflasterung des Leman-Areals aufgestellt.

Der mit Abstand größte Posten im Investitionsplan ist in diesem Bereich die Sanierung der denkmalgeschützten Senfmühle. Fast 500.000 Euro stehen dazu im Haushalt bereit – allerdings nur theoretisch. Denn auch dort hofft die Gemeinde auf Mittel von Land und Bund. Zwei Drittel der Kosten könnten über die Städtebauförderung gestemmt werden. Den Rest teilen sich Gemeinde und Eigentümer.

Dass sich die Kommune für die Instandsetzung des Industriedenkmals einsetzt, steht für Broschwitz außer Frage: „Wenn wir das erhalten wollen, dann müssen wir das auch subventionieren.“

Ob die Arbeiten auf dem Leman-Areal in diesem Jahr tatsächlich beginnen, ist noch unklar. Während Schwecke sich eine Erneuerung des Pflasters in den kommenden Monaten vorstellen kann, ist Broschwitz skeptisch. Der stellvertretende Bürgermeister glaubt, dass zunächst die Senffabrik saniert werden könnte. Mit sichtbaren Fortschritten rechnet er kurzfristig nicht. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen trifft aber ohnehin der Eigentümer, also die Firma Leman.

Ferienspaß

Ein mit 3000 Euro vergleichsweise kleiner Posten soll nach Vorstellung der Gemeinde große Wirkung haben: Eystrup übernimmt in diesem Sommer die Organisation der Ferienspaß-Angebote selbst – genauer gesagt die Vereine in Eystrup. Zuvor war die Samtgemeinde dafür zuständig. Lühring, selbst im Vorstand des TSV Eystrup, kündigt an, die Koordination der Beteiligten zu übernehmen. Das Geld soll in erster Linie dazu dienen, die für die Kinder anfallenden Kosten bei Ferienspaß-Aktionen möglichst gering zu halten.

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