Gelungenes Markt-Duett in Hoya / Nasse Häupter und aufgeweichte Wege

Die Gäste strömen wie der Regen

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Das Angebot des Herbstmarkts mit verkaufsoffenem Sonntag war so vielfältig und attraktiv, dass die Gäste das schlechte Wetter nicht scheuten.

Von Lydia Cramerund Michael Wendt. Angesichts dieses Wetters muss man von grandios besuchten Märkten in Hoya sprechen: Der Katharinenmarkt hatte bereits am Sonnabend mit dem vom Regen durchweichten Boden im Bürgerpark zu kämpfen und wurde gestern ebenso wie der Herbstmarkt in der Innenstadt immer wieder von kräftigen Schauern heimgesucht. Dennoch kamen die Hoyaer und ihre Gäste gut gelaunt und in Scharen.

„Wir können zufrieden sein“, konstatierte Marion Koppermann von der Fördergemeinschaft. Und Hans Soltau vom Katharinenmarkt-Verein sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass es trotz des Regens noch so schön werden würde.“ Der Graf bestätigte: „Es war genauso schön, wie letztes Jahr“ und blickte dabei zu seiner gräflichen Gattin Mechthild.

Zum zweiten Mal feierte der Verein seinen Mittelaltermarkt in der Altstadt, und es zeigte sich, dass dieser Standort ein Volltreffer ist. Herbst- und Katharinenmarkt konkurrieren nicht, sondern ergänzen sich.

Unter der Federführung der beiden Event-Veranstalter Fogelvrei und Ars Vivendi stellten auch einige Kaufleute ihre Ware auf dem Katharinenmarkt aus oder betätigten sich handwerklich. So konnte man zum Beispiel das Bauen eines Bogens erlernen, einem Steinmetz bei der Arbeit über die Schulter schauen oder sich beim Barbier, der auf der Bühne auch sein ärztliches Talent unter Beweis stellte, den Bart stutzen lassen.

Katharinenmarkt in Hoya

Auftritte von Gauklern, Spielleuten und Possenreißern krönten das Marktgeschehen, außerdem gab es diverse Kostproben mittelalterlicher Küche, die die Besucher des Katharinenmarkts zu sich nehmen konnten.

Bei Dämmerung marschierten am Sonnabend Musiker vor dem angeleuchteten Heimatmuseum auf und begannen tanzend zu musizieren. Kleine Kinder gesellten sich dazu und hüpften im Takt der Musik. Auf der Bühne ging das Treiben dann weiter. Feuerkünstler, Musiker und das Duo „Basseltan“ begeisterten die Zuschauer.

„Die Pest ist im Land“ hieß es 30 Augenblicke nach der neunten Stunde in der Nacht. Wie Gefangene wurden die Pestkranken in einer Bitt- und Bußprozession vor den Bischof gebracht. Wer dessen Anklagen überlebte, konnte ausgelassen in den Tavernen des Marktes weiterfeiern, bis der Nachtwächter zur Ruhe rief.

Der Sonntagmorgen begann mit einem mittelalterlichen Gottesdienst in der alten Martinskirche. Mit lateinischen Versen versetzte Pastor Andreas Ruh die Besucher in die alte Zeit zurück.

Nachdem der Graf mit seiner Gräfin die Kirche verlassen hatte, eröffneten er gemeinsam mit dem Bischof, dem Burgmann und seiner Tante den Markt. Es wurde Marktgericht gehalten, musiziert, und das Duo „Basseltan“ begeisterte mit Animationen die kleinen Marktbesucher, die sich am Tag zuvor schon auf die Suche nach dem Schlüssel zur gräflichen Schatzkammer hatten begeben können.

Herbstmarkt mit Oldtimerschau in Hoya

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