Gebäude in Hoyerhagen nur eine Durchgangsstation / Ehrenamtliche helfen Jugendlichen

Flüchtlingskinder in alter Schule

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Die jugendlichen Flüchtlinge vertreiben sich ihre Zeit gerne am Kickertisch.

Hoyerhagen - 16 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge wohnen seit dieser Woche in der alten Hoyerhäger Grundschule. Die Jungs im Alter von 14 bis 18 Jahren kommen aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Pakistan und Algerien. Sozialpädagogen und Erzieher des Vereins „Kinder-Jugend-Kultur“ („Kijuku“) aus Rethem, dem das Gebäude gehört, betreuen die Jugendlichen rund um die Uhr.

„Sie sind alle sehr lernwillig. Einige von ihnen sprechen schon Bruchstücke Deutsch“, erklärt Dirk Bolm, Geschäftsführer von „Kijuku“, nicht ohne Stolz. Glücklich sei er auch darüber, dass die Jugendlichen sehr pflegeleicht seien. Sie seien dankbar, in Deutschland zu leben und hätten keine Probleme damit, sich ein Zimmer mit Jungs anderer Nationalitäten zu teilen. „Wir akzeptieren aber auch keine Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“, betont Bolm. Schließlich säßen alle im gleichen Boot – und zwar maximal drei Monate, bis die Mitarbeiter von „Kijuku“ andere Unterbringungsmöglichkeiten für die Jugendlichen gefunden hätten. Je nachdem wie selbstständig die Jungen seien, kämen sie in Pflegefamilien, Jugendhilfeeinrichtungen oder eigenen Wohnungen unter. Einige hätten auch Onkel und Tanten in Deutschland, zu denen sie könnten.

In der alten Hoyerhäger Grundschule wechseln also ständig die Personen. Insgesamt kann die Einrichtung 22 Minderjährige aufnehmen. „Wir sind keine herkömmliche Flüchtlingsunterkunft, sondern eine In-Obhutnahmestation“, sagt Bolm. Der „Kijuku“-Geschäftsführer rechnet die Kosten, die seiner Einrichtung für Aufnahme und Betreuung der Jugendlichen entstehen, mit dem Landkreis ab, da das Jugendamt für die Unterbringung von unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen zuständig ist.

„Wir sind überrascht, wie freundlich sie hier aufgenommen wurden“, berichtet Bolm. Die Nachbarn seien den Jungs gegenüber sehr aufgeschlossen und hätten bereits viele Spenden vorbeigebracht, zum Beispiel Kleidung, Gesellschaftsspiele und eine Tischtennisplatte.

Dass das Thema Integration für die Hoyerhäger sehr wichtig ist, machte auch Gemeindebürgermeister Henning Thorns deutlich: „Es gibt bereits einen Kreis von zehn Personen, der ehrenamtlich verschiedene Freizeitangebote für die Jugendlichen anbieten will.“

asc

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