Prominent besetzter erster Helferinnentag in Hoya mit echter Frauenpower

THW funktioniert auch ohne Männer

Zur Podiumsdiskussion beim ersten Helferinnentag des THW stellten sich (stehend, von links): Landesbeauftragte Sabine Lackner, Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta, Erste Polizeihauptkommissarin Daniela Kempa, Ausbildungszentrums-Leiterin Sabine Lützelschwab und Gisela Timme, Ortsbeauftragte für Lüchow-Dannenberg. Foto: Horst Friedrichs

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Schwere Technik schreckt Frauen nicht“, sagte Niedersachsens Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta, und den Beweis gab es auf der Stelle: Nur kurz waren die Begrüßungsansprachen in Halle 9a des THW-Ausbildungszentrums Hoya, dann packten beim ersten bundesweiten Helferinnentag am Samstag alle an. Auf dem freien Gelände rund um die Halle waren die 92 Teilnehmerinnen aus sämtlichen Teilen der Bundesrepublik Deutschland mit Eifer bei der Sache. Mit Autokran, Bagger und Radlader zeigten sie, dass die Landtagspräsidentin weiß, wovon sie spricht.

Nicht minder interessiert waren die Frauen in der blauen Kluft des Technischen Hilfswerks an einer Podiumsdiskussion über die Herausforderungen für weibliche Führungskräfte in der Organisation von Einsätzen. Reibungslos und wie am Schnürchen klappte auch die Organisation des ersten Veranstaltungstags dieser Art, zu dem die besonders Weitgereisten – etwa aus Bayern, Rheinland-Pfalz oder Thüringen – schon am Vorabend eingetroffen waren und die Übernachtungsmöglichkeiten der THW-Bundesschule nutzten.

Eingeladen hatte der THW-Landesverband Bremen/Niedersachsen; aus dessen Gebiet und den Landesverbänden Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein, Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Sachsen/Thüringen sowie Nordrhein-Westfalen und Bayern kamen die Helferinnen zu ihrem großen Event nach Hoya.

„Ehrenamtliches Engagement von Frauen“ lautete das Generalthema des Treffens. Von den insgesamt 92 Beteiligten stammten 48 aus Bremen und Niedersachsen. „Natürlich sind zusätzlich ein paar Quotenmänner anwesend“, ließ eine der Helferinnen die Kreiszeitung augenzwinkernd wissen.

Die Begrüßungsansprache hielt Sabine Lackner, THW-Landesbeauftragte für Bremen/Niedersachsen. „Das Ausbildungszentrum Hoya ist ideal für eine solche Veranstaltung“, sagte sie, „denn hier gibt es das geeignete Gelände und viel schweres Gerät, das in so manchem Ortsverband nicht vorhanden ist.“ Lackner betonte: „Dies ist keine Veranstaltung gegen Männer.“

Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte Landtagspräsidentin Dr. Andretta übernommen. „Welch ein Anblick“, freute sie sich angesichts der fast ausschließlich mit Frauen in THW-Blau besetzten Sitzreihen. Und: „Das Technische Hilfswerk ist längst keine reine Männersache mehr – auch wenn es lange gedauert hat, bis es Einsatzkleidung endlich auch in Frauengrößen gab. Der Fortschritt ist eben eine Schnecke.“ Dr. Andretta hob hervor, dass Sabine Lackner die erste Frau an der Spitze eines THW-Landesverbands sei.

Sabine Lützelschwab, die Leiterin des THW-Ausbildungszentrums Hoya begrüßte die Helferinnen als Gastgeberin: „Gemeinsam mit dem THW-Ortsverband Hoya stellen wir unser Gelände für diese Veranstaltung gern zur Verfügung.“

In einem Lehrsaal der THW-Schule, wie sie früher hieß, begann eine Podiumsdiskussion über das Thema „Frauen in Führungspositionen“, während auf dem Gelände Vorführungen auf verschiedenen Stationen begannen. Nachdem sie ihre Laufbahnen bis hin zu ihren heutigen Führungspositionen ausführlich geschildert hatten, diskutierten auf dem Podium unter der Moderation von Sabine Lackner neben Dr. Gabriele Andretta und Sabine Lützelschwab die Erste Polizeihauptkommissarin Daniela Kempa von der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg sowie Gisela Timme, THW-Ortsbeauftragte für Lüchow-Dannenberg. Anschließend gingen sie auf Fragen der Zuhörerinnen ein.

Unterdessen wurden draußen große Brocken bewegt. Die – männlichen – Lehrkräfte des Ausbildungszentrums waren dabei, als sich mächtige Stahlteile unter Frauenhand zu einer Brücke zusammenfügten, als ein Autokran Autoreifen millimetergenau an ihren Platz hievte, als ein Bagger präzise drauflos schaufelte und ein Radlader Granulat tonnenweise hin und her wuchtete. Auch beim Abseilen aus Höhen wachten Hoyaer Lehrer über das Geschehen.

Insgesamt gab es neun Workshops, in denen die Helferinnen erfuhren, wie man als Führungskraft im Einsatz handelt und sich mit anderen Frauen austauscht. Auf nicht minder großes Interesse stießen Berichte über Auslandseinsätze von THW-Helferinnen und über die Möglichkeiten, die sich ihnen in THW-Auslandseinheiten bieten.

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