Elternrat und Schulleitung werben für Erhalt der Förderschule bis 2022

Frühes Aus für Gutenbergschule Hoya?

Würde die Gutenbergschule 2018 geschlossen, wäre die Klasse 7 von Marion Rodekohr die erste, die vor ihrem Abschluss noch die Schule wechseln müsste. - Foto: Michael Wendt

Hoya - Von Michael Wendt. Für die Schüler der Klasse 7 der Gutenbergschule Hoya könnte es ganz bitter werden: Behält der Landkreis seine Planungen bei, wird die Förderschule 2018 geschlossen, und die jetzigen Siebtklässler müssten ihr letztes Schuljahr in Nienburg verbringen.

Ein solcher Wechsel kann jedoch gerade lernschwachen Jugendlichen Probleme bereiten. Elternrat und Schulleitung der Gutenbergschule hoffen deshalb, dass der Kreisschulausschuss bei seiner heutigen Sitzung in Uchte empfiehlt, die Förderschule erst 2022 zu schließen. 2012 hat das Land Niedersachsen entschieden, dass auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf künftig an Regelschulen unterrichtet werden sollen.

Für die folgerichtige Auflösung der Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen hat das Land eine Frist bis 2022 gesetzt – damit alle bereits in einer Förderschule eingeschulten Kinder dort bis zu ihrem Abschluss in Klasse 10 bleiben können.

Der Landkreis Nienburg hat aber als Schulträger beschlossen, die Förderschulen in Hoya und Bad Rehburg-Loccum bereits 2018 zu schließen und ab dann alle Förderschüler im Kreis bis 2022 gemeinsam in der Förderschule in Nienburg zu unterrichten. Diese Entscheidung soll er rückgängig machen, fordert der Kreiselternrat, dessen Antrag der Kreisschulausschuss heute behandelt (siehe dazu auch Bericht auf der Seite „Landkreis Nienburg).

Als Elternratsvorsitzender in Hoya kämpft Jens Volksbeck um den Erhalt der Gutenbergschule. „Wir haben hier völlig intakte Strukturen, die ich anderswo nicht vorgefunden habe“, sagt der Leiter einer sogenannten kinderheimähnlichen Einrichtung in Holtrup. Anderswo, das heißt für ihn in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen, wo Volksbeck früher tätig war.

Er lobt die Arbeit der Gutenbergschule, hebt deren gute Vernetzung mit den Betrieben hervor, die intensive Vorbereitung auf das Berufsleben, das „reizarme Klima“ im kleinen Hoya und betont, dass seit 15 Jahren regelmäßig Jugendliche aus seiner Holtruper Einrichtung an die Schule gehen und die allermeisten von ihnen einen Abschluss gemacht haben.

„97 Prozent unserer Zehntklässler machen ihren Hauptschulabschluss“, sagt Hoyas Schulleiter Hans Albrecht. „Wir lassen niemanden im Regen stehen und pflegen einen respektvollen Umgang zwischen Kindern und Erwachsenen“, betont er. Viele hätten ihm vorgeworfen, er sei ein Gegner der Inklusion. „Das bin ich nicht“, sagt Albrecht. „Inklusion bedeutet Teilhabe an der Gesellschaft.“ Genau darauf bereite die Gutenbergschule ihre lernschwachen Schüler vor – viel intensiver als es die Regelschulen unter den jetzigen Rahmenbedingungen leisten können. „Förderschulen stehen in einem falschen Licht“, kritisiert Albrecht.

Zwei Lehrer habe er bereits an Bremer Schulen verloren, wo sie Planungssicherheit haben. Der heutigen Schulausschuss-Sitzung blickt er skeptisch entgegen, denn in der Beschlussvorlage steht: „Eine Entscheidung über den Antrag des Kreiselternrates wird bis zur Erstellung der Amtlichen Schulstatistik für das Schuljahr 2017/18 (im Oktober 2017) vertagt.“

Eine Vertagung wäre eine schlechte Entscheidung, sagt Jens Volksbeck: „Die tollen Lehrer, die hier sind, brauchen eine Planungsbasis.“

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