Friederike Schloh über ihre Pilgerreise

Es geht bergauf, es geht bergab - auf dem Franziskusweg

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Imke Wicke (links) und Ina Homfeld (rechts) vom Vorstand des Landfrauenvereins mit der Referentin Friederike Schloh (Mitte).

Bücken - Von Jana Wohlers. 18 Tage, rund 320 Kilometer, unzählige Begegnungen und noch einige Erkenntnisse mehr – so lautet die persönliche Bilanz von Friederike Schloh, die 2014 auf dem Franziskusweg in Italien pilgerte. Am Samstag referierte sie vor mehr als 200 Frauen im Gasthaus Thöle in Bücken über ihre Reise. Der Anlass: Der Landfrauenverein Hoya hatte zu einer Frühstücksveranstaltung geladen.

„Pilgern – eine besondere Art, unterwegs zu sein!“ lautete der Titel des Vortrags, bei dem es nicht nur um das Pilgern in einer außergewöhnlichen Landschaft ging. Zogen schon die faszinierenden Schnappschüsse der unberührten Landschaft Italiens, die Schloh zeigte, die Blicke auf sich, so waren es doch die Erzählungen Schlohs über ihre persönlichen Erlebnisse, die den Vortrag besonders machten. „Es geht bergauf, es geht bergab. Manche Wege könnten schöner nicht sein, andere verlangen viel Kraft – ganz ähnlich wie im richtigen Leben“, begann die Referentin ihren Vortrag.

Auch wenn ihre Pilgerreise mehr als drei Jahre zurückliegt, erinnert sich Friederike Schloh noch immer gerne an diese Zeit. Zusammen mit ihrem Mann und zwei befreundeten Pastoren ging sie das Abenteuer Franziskusweg an und wandelte auf den Spuren des Heiligen Franz von Assisi.

Assisi, auch bekannt als Franziskus von Assisi, war der Begründer des heutigen Franziskanerordens und beendete – so die Überlieferung – nachdem Christi selbst beim Gebet in San Damiano (Italien) zu ihm gesprochen hatte, ein Leben in Wohlstand. Er versagte sich dem Geld, dem Prestige, der Klasse, der Macht und entschied sich für ein Dasein in Armut, kleidete sich fortan nur mit dem Nötigsten: einer Kutte, mit einem Strick gehalten. Noch heute ist die „Franziskanerkutte“ ein Zeichen des Ordens.

Tipps für zukünftige Pilgerinnen

„Man sieht viele alte Klöster, unberührte Natur, einsame Dörfer und die Einheimischen“, erzählte Schloh vom Franziskusweg. Die Referentin berichtete aus dem Alltag des Pilgerns und gab wertvolle Tipps für alle Zuhörerinnen, die vom Pilgern träumen. Essentieller Bestandteil eines jeden Pilgerrucksacks: ein Karabinerhaken. Daran könne man während des Pilgerns fast alles trocknen. „Wir haben da auch unsere Unterwäsche dran gehängt. Ob Unterhose am Rucksack oder nicht – in Italien kennt einen doch niemand.“ Humorvoll und ehrlich berichtete sie von allen Freuden und Strapazen ihres Wegs und punktete beim Publikum durch ihre sympathische Vortragsweise.

„Ich habe schon länger eine Unzufriedenheit in mir gespürt und die Pilgerreise dazu genutzt, um mich zu fragen, wo der Schuh drückt und was ich verändern möchte“, sagte die Referentin. Und weiter: „Man geht die Reise nicht nur mit dem Körper, sondern auch auf einem inneren, gedanklichen Pilgerweg.“

Fernab der schnelllebigen Zeit hat Friederike Schloh sich Momente genommen, um über den Sinn des Lebens nachzudenken. „In mir haben sich geschlossene Räume geöffnet. Beim Pilgern lässt man persönliche Grenzen fallen und erweitert seinen Radius.“ Das passiere im Gespräch mit anderen, aber vor allem im Dialog mit sich selbst, weiß Schloh. „Man beginnt, über vieles anders zu denken, überdenkt Ängste, Wertvorstellungen, Wünsche. Man setzt sich mit Ballast auseinander und lässt vieles auf dem Weg zurück.“

Auch Jahre nach ihrer Rückkehr zehrt die Referentin von den Erkenntnissen ihrer Pilgerreise. „Es ist oft unsere innere Haltung, mit deren Negativität wir uns das Leben schwer machen. Mir hilft es oft, mir Positives in den Sinn zu rufen und an Dinge zu denken, für die ich Dankbarkeit empfinde“, sagte Schloh. „Es ist schwer, aber man kann lernen, sein Leben und sich selbst zu lieben. Denn eigentlich ist das, was wir wirklich zum Leben brauchen, nur ganz wenig.“

Tosender Applaus begleitete das Ende des Vortrags. Referentin Friederike Schloh verabschiedete die Frauen mit einem Zitat Mahatma Ghandis: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“

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