Hoyaer Gynäkologe Hamid Kamara kauft seine Praxis zurück

Frauenarzt macht weiter

Betreuen auch künftig Patientinnen in Hoya: der Gynäkologe Hamid Kamara und seine Mitarbeiterinnen (von links) Iris Pietsch, Birgit Wilden und Birgit Kamara. - Foto: Regine Suling

Hoya - Von Regine Suling. Am 1. Juli geht es weiter, die Schließung der gynäkologischen Praxis im Ärztehaus an der Von-Kronenfeldt-Straße in Hoya ist vom Tisch. „Ich habe meinen Arztsitz und das Inventar zurückgekauft“, sagt Hamid Kamara. Jetzt ist der Gynäkologe erneut selbstständig tätig und agiert nicht mehr als angestellter ärztlicher Leiter im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Agaplesion Diakonieklinikums Rotenburg. Das hatte Ende Februar mitgeteilt, den Standort Hoya Ende Mai zu schließen. Wenig später meldete es zudem Insolvenz für seine MVZ an (wir berichteten).

Das Vorgehen machte nicht nur Hamid Kamara und seine Mitarbeiterinnen betroffen, sondern auch viele Patientinnen. „Ich habe viele schöne Briefe erhalten“, freut sich der Gynäkologe. Eine Patientin startete sogar eine Petition für den Erhalt der Praxis, die 1 200 Menschen unterschrieben. Die Resonanz hat die langjährigen Mitarbeiterinnen Birgit Wilden, Iris Pietsch und Birgit Kamara überwältigt.

„Das hat mich auch dazu motiviert, weiterzumachen und die Praxis zurückzukaufen“, sagt Hamid Kamara. Ein weiterer Anreiz für den 70-Jährigen war, dass er im Laufe des kommenden Jahres ärztliche Verstärkung bekommt. „Die Nachfolge ist auf jeden Fall gesichert“, verspricht er.

Kamara freut sich auch über die Unterstützung der Stadt und von Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer: „Alle haben sich sehr für den Erhalt der Praxis eingesetzt.“

Hamid Kamara ist glücklich, dass er seinen Beruf und ein Stück weit auch sein Lebenswerk in Hoya fortführen kann. „Ich habe diese Praxis 1991 mitgegründet und aufgebaut.“ Seit 2010 war sie dann ein MVZ und auf drei Ärzte ausgelegt. Nachdem die Chirurgie geschlossen und der zweite Frauenarztsitz ebenfalls nicht wieder besetzt worden war, war ausschließlich Hamid Kamara im MVZ tätig. Die Praxis läuft überdurchschnittlich gut, sagt das Praxisteam. Doch weil nur einer statt drei Ärzten im MVZ Hoya arbeiteten, war es in den Augen des Diakonieklinikums nicht wirtschaftlich weiterzuführen.

Dass das Aus so schnell kommen sollte (drei Monate nach der Ankündigung im Februar), überraschte alle. Schließlich werden zum Beispiel Schwangere oder Krebserkrankte über viel längere Zeiträume betreut. „Viele haben uns die Daumen gedrückt, dass wir weitermachen können“, sagt Iris Pietsch. Das hat sich gelohnt – ab 1. Juli geht es voll weiter.

Diesen Monat ist die Praxis geschlossen, aber für Terminvereinbarungen montags bis freitags von 8 bis 11 Uhr besetzt, Telefon 04251/8170.

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