Bücker Opfer erstattet Strafanzeige

Frauen ergaunern 16 000 Euro von älteren Männern

Verden/Bücken - Von Wiebke Bruns. Kurz vor dem Abschluss steht der Verdener Landgerichtsprozess gegen zwei Frauen aus Walsrode und Rethem. Die verheiratete 47 Jahre alte Angeklagte aus Rethem soll unter falschem Namen im Internet über verschiedene Datingportale Kontakt zu älteren Männern aufgenommen und diese dazu gebracht haben, ihr Geld zu leihen. In 18 Fällen soll sie sich über 16 000 Euro ergaunert haben. An drei Fällen des Diebstahls soll die 49-Jährige aus Walsrode beteiligt gewesen sein.

Gestern wurde eine psychiatrische Sachverständige gehört, allerdings beantragte Verteidiger Torben Müller erfolgreich den Ausschluss der Öffentlichkeit. Zumindest soweit es die Ergebnisse der Begutachtung seiner 47 Jahre alten Mandantin betraf. Es würden Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich und einer chronischen Erkrankung seiner Mandantin erörtert, die nicht Teil der Tatvorwürfe seien.

Bei der Begutachtung der 49-Jährigen ging es um die Frage der Schuldfähigkeit. Dass sich diese Angeklagte zur Tatzeit in einer schwierigen Lebenssituation befand, das wurde aus den dann wieder öffentlichen Ausführungen der Sachverständigen deutlich. Dennoch sei die 49-Jährige voll schuldfähig.

Über dreieinhalb Jahre, von September 2013 bis Februar 2017, soll die Rethemerin das falsche Spiel mit den Männern gespielt haben. Im Oktober 2016 erstattete ein Geschädigter aus Bücken Strafanzeige. Damals lautete der Tatvorwurf noch auf schweren Raub und Körperverletzung, weil der Verdacht im Raum stand, dass ihm während einer feuchtfröhlichen Feier in seinem Partykeller K.-o.-Tropfen verabreicht worden waren. Doch darauf fanden sich keine Hinweise.

Wenn man die Aussagen der Männer in dem Prozess vergleicht, lief es stets nach dem gleichen Schema ab. Auf die erste Kontaktaufnahme über das Internet folgte schnell das erste Treffen. An Bahnhöfen in Walsrode, Verden oder Nienburg ließ sich die Rethemerin abholen. Es folgten ein Spaziergang und ein Restaurantbesuch. Dabei soll sie über ihre finanziellen Nöte geklagt und die Herzen der Männer erweicht haben. Dann ging es vielfach direkt zum Geldautomaten.

500 Euro will ihr gleich beim ersten Treffen ein Mann aus dem Kreis Goslar gegeben haben, und einem Rentner aus Lilienthal soll die 47-Jährige insgesamt mehrere tausend Euro abgejammert haben. Wie die Männer betonten, haben sie ihr das Geld nur geliehen. Dass er der Rethemerin bei einem Besuch noch sein Sparbuch mit einem sechsstelligen Guthaben gezeigt hat, konnte der Lilienthaler nicht ausschließen. Bei einem weiteren Besuch beider Frauen soll es ihm so ergangen sein wie dem Bücker. Plötzlicher Filmriss und Erwachen am nächsten Tag im eigenen Bett. Alleine und erleichtert um Geld und Wertgegenstände.

Am 10. Mai soll der Prozess mit den Plädoyers fortgesetzt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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