Angeklagte gesteht Tat vor Gericht

Frau verkauft fiktiven Fernseher übers Internet

Nienburg/Hoya - Von Andreas Wetzel. Das Amtsgericht Nienburg verurteilte eine 24-Jährige aus Hoya jetzt zu einer Geldstrafe. Sie und ihre 31-jährige Freundin mussten sich für den Verkauf eines fiktiven Fernsehers über E-Bay vor Gericht verantworten. Ein Käufer ersteigerte das Gerät für 317 Euro, erhielt es aber nicht, da die Frauen den Fernseher gar nicht besaßen.

Vor Gericht stellte sich die Geschichte anders dar, als sie zunächst durch die Staatsanwaltschaft angeklagt wurde. Die 24-jährige Hoyaerin bat, als Erste zum Sachverhalt aussagen zu dürfen, da sie einiges geradezurücken habe.

In der Anklageschrift hatte die Staatsanwaltschaft die 31-Jährige als Hauptverdächtige eingestuft, während die 24-Jährige nur der Beihilfe zum Betrug beschuldigt wurde.

Wie war es zu dieser Situation gekommen? Der Verkauf des Fernsehers wurde über das Konto der 24-Jährigen abgewickelt. Der Erstatter der Anzeige, der Käufer, gab ihre Kontonummer bei der Polizei an. Die Frau konnte so als Kontoinhaberin ermittelt werden. Als die Hoyaerin dann bei der Polizei vernommen wurde, habe sie – so ihre Angabe vor Gericht – unüberlegt gehandelt und ihre 31-jährige Freundin als Haupttäterin bezichtigt. Die Freundin habe das Geschäft eingefädelt, und sie habe lediglich das Geld über ihr Konto in Empfang genommen und an die Freundin weitergegeben, sagte sie der Polizei. Als die 31-Jährige zu den Vorwürfen vernommen wurde, konnte sie diese Behauptungen zunächst nicht entkräften.

Keinen anderen Ausweg gesehen

In der Gerichtsverhandlung rückte nun die 24-Jährige den Sachverhalt insoweit gerade, als sie ihre Freundin vollumfänglich entlastete und einräumte, die Tat alleine begangen zu haben. Die Freundin habe absolut nichts damit zu tun.

Auf die Frage, warum es denn überhaupt so weit gekommen sei, gab die Frau an, dass sie über keinerlei Geld verfügt, ein kleines Kind zu versorgen gehabt habe und von ihrem Freund verlassen worden sei. Da auch ihre Eltern nicht in der Lage gewesen seien, sie zu unterstützen, habe sie keinen anderen Ausweg gesehen, als eine solche Straftat zu begehen.

Noch während der Gerichtsverhandlung entschuldigte sich die 24-Jährige bei ihrer Freundin.

Das Gericht hatte nun die Aufgabe, eine entsprechende Strafe zu finden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde die Angeklagte zu der Geldstrafe von 300 Euro verurteilt, die jedoch unter Strafvorbehalt gestellt worden ist. Als Auflage für den Strafvorbehalt muss die Angeklagte die 317 Euro Schaden, die dem Anzeigeerstatter entstanden sind, zurückzahlen. Wenn sie ihm diesen Betrag erstattet hat, wird ihr die Geldstrafe erlassen.

Ihre Freundin wurde freigesprochen.

Das Gericht regte darüber hinaus an, dass die 24-Jährige ihre Freundin als Entschuldigung zum Essen einladen sollte.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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