Hilfe für die Flutopfer

Einsatz in der Eifel: Wiebke Schröder vom THW-Ortsverbands Hoya berichtet von Erlebnissen

„Danke für alles. Ihr seid die Besten“, steht auf dem Schild, mit welchem sich ein kleiner Junge bei den THW-Einsatzkräften bedankt.
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„Danke für alles. Ihr seid die Besten“, steht auf dem Schild, mit welchem sich ein kleiner Junge bei den THW-Einsatzkräften bedankt.

Hoya – Unvorstellbare Wassermassen haben kürzlich die Region Trier und das Ahrtal in der Eifel getroffen. Wiebke Schröder vom THW-Ortsverband Hoya erzählt von ihren Einsätzen.

Unvorstellbare Wassermassen haben in der Nacht von 14. auf den 15. Juli die Region Trier und das Ahrtal in der Eifel getroffen. Mehr als 100 Menschen verloren bei der Katastrophe ihr Leben, noch viele mehr wurden verletzt. „Kaum ein Haus ist dort noch bewohnbar“, fasst Wiebke Schröder die Ausmaße in den betroffenen Regionen der Eifel zusammen.

Sie war mit rund 40 ihrer Kollegen vom Ortsverband Hoya des Technischen Hilfswerks (THW) in Altenburg sowie im Kreis Ahrweiler im Einsatz, um den Geschädigten vor Ort zu helfen.

In Spitzenzeiten seien ihren Angaben nach rund 5 000 Kräfte am Nürburgring stationiert gewesen. „Dort ist kurzfristig eine Art Lager, ein sogenannter Bereitstellungsraum mit Zelten und Verpflegung entstanden, um die Helfer unterzubringen“, erzählt Wiebke Schröder weiter. Sie selbst war nun insgesamt dreimal vor Ort, kümmerte sich hauptsächlich um Aufgaben innerhalb der Basis. Die meisten Arbeiten verliefen im Hintergrund.

Dazu gehörte unter anderem die Materialerhaltung. „Unsere Fahrzeuge mussten in Stand gesetzt und wieder fit für den Einsatz gemacht werden. In diesem Rahmen haben ich die Koordination übernommen sowie die Führung unterstützt“, erinnert sich die 43-jährige an ihre erste Hilfeleistung im Ahrtal. Zudem ging es dabei auch um die Reparatur von Kleingeräten. „In der Eifel wird es nachts sehr kalt, deswegen mussten wir uns viele Heizungen auf dem Stützpunkt vornehmen.“ Aber auch Flutopfer kamen mit ihren Elektrogeräten zum Nürburgring, um beispielsweise ihre Kettensäge wieder fit machen zu lassen.

Weiterhin kann die Ehrenamtliche von ihrem Einsatz in Altenburg berichten. „Das kleine Dörfchen hat es ziemlich hart getroffen“, erinnert sie sich. Nur noch wenige Häuser seien bewohnbar. Mittlerweile hätten sich Eigentümer und Helfer daran gemacht, die Gebäude zu entkernen. Insbesondere der Putz musste schnell von den Wänden herunter, damit nichts schimmelt, weiß Wiebke Schröder. Das Ausmaß der Flutkatastrophe sei ihr noch einmal besonders an einer Realschule, in der die Hilfs-Trupps stationiert waren, vor Augen geführt worden: „Das Gebäude war dreigeschossig, und bis zum ersten Geschoss stand das Wasser, was man an der Außenseite noch sehen konnte.“ Kaum vorstellbar für sie. „Wenn man sich die Ahr jetzt anschaut, ist sie gefühlt ein kleines Bächlein und kein Vergleich zur Weser.“

Diesen Campingplatz im Hochwassergebiet hat die Flut mit voller Wucht getroffen.

Große Sorge bereitete den Menschen in der Eifel die Trinkwasseraufbereitung, denn durch die Flutkatastrophe waren die Leitungen zusammengebrochen. „Ein weiterer Schwerpunkt, bei dem wir ausgeholfen haben“, erläutert die Ehrenamtliche. Zudem unterstützten die Hilfstrupps beim Brückenbau und richteten dafür sogenannte Hilfsbrücken ein.

Insgesamt sei die Stimmung vor Ort eher „bedrückend“. Die Betroffenen seien „fertig“, aber trotzdem „relativ gefasst“, schildert Wiebke ihre Eindrücke weiter. Aber vor allem seien sie dankbar für die Hilfe, die ihnen geboten werde. „Ein kleiner Junge stand beispielsweise stunden- und tagelang an der Straße und hat den vorbeifahrenden Einsatzkräften gewunken. Eines Tages hat er uns am Nürburgring besucht und uns ein Dankeschönschild überreicht. Das hat uns sehr bewegt“, erzählt die 43-Jährige von der Begegnung.

Aktuell ist nur noch eine Einsatzkraft des THW-Ortsverbands in der Führungsstelle des Bereitsstellungsraums vor Ort. Ob und wann Wiebke Schröder noch einmal für einen Einsatz in die Eifel muss, konnte sie derzeit noch nicht sagen.

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