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Neue Perle im ländlichen Raum: Flurbereinigung in Warpe beendet

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Von: Nala Harries

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Freuen sich über das Denkmal am Dorfgemeinschaftshaus, welches an die Flurbereinigung in Warpe erinnern soll: Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer (rechts), der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft mit Hella Burdorf (Zweite von rechts) und Hermann Heuermann (Sechster von rechts), Künstler Pablo Hirndorf (Dritter von rechts), der die Skulptur entwickelte, Landtagsabgeordneter Frank Schmädeke (Vierter von rechts), Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte ArL Leine-Weser (Fünfte von rechts), Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen (Siebter von rechts) und Gemeindebürgermeister Heinz Wedekind (Dritter von links).
Freuen sich über das Denkmal am Dorfgemeinschaftshaus, welches an die Flurbereinigung in Warpe erinnern soll: Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer (rechts), der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft mit Hella Burdorf (Zweite von rechts) und Hermann Heuermann (Sechster von rechts), Künstler Pablo Hirndorf (Dritter von rechts), der die Skulptur entwickelte, Landtagsabgeordneter Frank Schmädeke (Vierter von rechts), Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte ArL Leine-Weser (Fünfte von rechts), Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen (Siebter von rechts) und Gemeindebürgermeister Heinz Wedekind (Dritter von links). © nala harries

Warpe – 13 Jahre hat es gedauert, doch am gestrigen Tag konnte die Flurbereinigung in der Gemeinde Warpe nun offiziell beendet werden. „Hier ist eine ganz neue Perle im ländlichen Raum entstanden“, sagte Landtagsabgeordneter Frank Schmädeke (CDU) im Rahmen der Abschlussveranstaltung zu den Ergebnissen. Zu dem Event waren neben ihm auch zahlreiche Mitglieder der fast 400-köpfigen Teilnehmergemeinschaft sowie Vertreter des ArL Leine-Weser, der Gemeinde und der Samtgemeinde gekommen.

Darüber hinaus überbrachte Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Grußworte, in denen er das Verfahren in Warpe als „sehr bemerkenswert“ betitelte.

Knapp fünf Millionen Euro verschlang die Flurbereinigung in Warpe, bei der auf einem Gebiet von rund 2 090 Hektar unter anderem Wege gebaut, Eigentumsflächen zusammengelegt und Feuchtbiotope mit Kleingewässern hergestellt worden sind. „Das Geld ist vor Ort gut verbaut. Das Ergebnis, welches hier erzielt wurde, ist toll“, rechtfertigte Frank Schmädeke den Einsatz eines solch hohen Betrags. Das zeigt auch die Bilanz deutlich: Es sind mehr als 30 Kilometer Wege neu gebaut und das ländliche Wegenetz grundlegend überplant worden. Im Ergebnis konnte auf zehn Kilometer Wege verzichtet und damit die Unterhaltungslast der Gemeinde als Eigentümerin weiter reduziert werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Für Mühlenumfluter, Gehölzstreifen, Biotope und Kleingewässer sind rund 15 Hektar Fläche sowie knapp zwei Hektar für die Radwege entlang der Landesstraße 352 und der Kreisstraße 55 zur Verfügung gestellt worden. „Die Radwege sind allerdings noch nicht gebaut worden“, stellte Bürgermeister Heinz Wedekind klar. Laut ihm sei die Gemeinde mit Abschluss des Verfahrens darüber hinaus Eigentümer zahlreicher Waldflächen sowie von insgesamt 26 Gras- und Feldwegen geworden. „Bei einer anderen Aufteilung hätte man womöglich ein Drittel der Gras- und Feldwege einsparen können, aber nach der Flurbereinigung ist vor der Flurbereinigung“, sagte er und verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass es in der Kommune noch ausreichend Projekte gebe, die angegangen werden könnten. „Wir sind bereit für eine Verlängerung oder ein neues Verfahren.“

Darüber hinaus sind Flächen für einen Skulpturenpfad bereitgestellt worden, welcher laut Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer zu einem wahren Alleinstellungsmerkmal geworden sei. „Dies ist ein wirklicher Gewinn für die Gemeinde“, war auch Heinz Wedekind überzeugt, der vor dem Verfahren nie damit gerechnet hätte, dass die Kommune Besitzer gleich mehrere Kunstwerke sein würde. Auch bei Touristen käme der Pfad gut an, der bereits über die Grenzen Warpes hinweg Bekanntheit erlangte. „Am 24. Juni dreht der NDR hier sogar eine Reisereportage“, verkündete der Bürgermeister erfreut. Ein solches Projekt könne sich bisher keine Flurbereinigung auf die Fahne schreiben, zeigte sich Frank Schmädeke ebenso begeistert.

All diese Maßnahmen umzusetzen, habe nur gemeinsam funktionieren können, verdeutlichte Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer vom ArL, die das Verfahren betreute. „Flurbereinigung ist ein bewährtes Instrument, um gleichermaßen Naturschutz und Umweltschutzziele sowie die Belange der Landwirtschaft zu berücksichtigen, indem alle Beteiligten miteinander im Gespräch sind“, meinte sie und bedankte sich bei allen Beteiligten für die Zusammenarbeit, die nicht überall so gut funktioniere wie in Warpe. „Und das immerhin bei fast 400 Teilnehmern“, fügte Staatssekretär Ludwig Theuvsen hinzu, der das Verfahren für ein ganz besonderes hielt, da zahlreiche Interessen unter einen Hut gebracht werden mussten, das Ergebnis jedoch von Erfolg gekrönt sei.

Damit dies nicht in Vergessenheit gerät, wollte die Teilnehmergemeinschaft mit ihrem Vorsitzenden Hermann Heuermann ein bleibendes Denkmal schaffen. So entschied man sich, eine Skulptur von Künstler Pablo Hirndorf am Dorfgemeinschaftshaus aufzustellen.

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