Kino startet mit Soft-Opening

Filmhof Hoya öffnet am Wochenende seine Türen: Diese Regeln gelten

Der Filmhof Hoya öffnet am Freitag wieder seine Türen.
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Der Filmhof Hoya öffnet am Freitag wieder seine Türen.

Hoya – Monate lang streifte Betreiberin Elke Brümmer allein durch die Räume des verwaisten Kinos. Jetzt öffnet der Filmhof wieder. Diese Regeln müssen Gäste beachten.

Monate lang streifte Elke Brümmer allein durch die Räume des verwaisten Kinos. Kein Film flimmerte über eine der Leinwände, kein einziger Gast nahm in den roten Sesseln Platz und auch der Duft von frischem Popcorn war längst verflogen. Am Freitag soll dieser Geruch jedoch wieder überall präsent sein, denn dann öffnet der Filmhof Hoya endlich seine Pforten für Kino-Fans.

„Es wird mit Sicherheit total ungewohnt sein, wieder Gäste zu bewirten“, meint die Betreiberin dennoch voller Vorfreude. Seit 2. November vergangenen Jahres sind die Lichter im Filmhof aus, mit der Öffnung geht es nun langsam zurück in Richtung Normalität. Zurück zu einer Normalität ohne Testpflicht und ohne enorme Einschränkungen. Möglich ist dies nur aufgrund der sinkenden Inzidenz im Landkreis Nienburg.

Zu Pfingsten hatte der Filmhof bereits seinen Biergarten für Gäste wieder öffnen dürfen – allerdings noch mit Testpflicht, diese fällt nun weg. „Bei einem Wert über 35 hätten wir den Kinobetrieb nicht wieder aufgenommen. Das Prozedere für den Außenbereich war aufwendig genug“, erklärt Elke Brümmer sichtlich erleichtert über die neuesten Entwicklungen. Trotz stabiler Infektionszahlen möchte sie jedoch nicht schon zu Beginn in die Vollen gehen. Ein sogenanntes Soft-Opening soll den Anfang machen. „Es dauert, bis die Leute kommen. So war es auch schon im Sommer 2020“, erinnert sich Elke Brümmer. Aus diesem Grund werden zunächst nur am Wochenende jeweils freitags bis sonntags Filme gezeigt und auch nur in einem der Säle. „Auf diese Weise können wir am besten beobachten, wie das Angebot angenommen wird.“

Doch die warmen Temperaturen ziehen die Menschen an die frische Luft, ein Kinobesuch ist eher ein „Winter-Ding“. Dem stimmt die Filmhof-Betreiberin zwar zu, meint jedoch: „Irgendwann haben die Leute genug von der Hitze und verbringen den Nachmittag lieber im klimatisierten Kino. Die Besucherzahlen sind aber ebenfalls abhängig vom Filmangebot. Doch so ein Andrang wie im Winter ist nicht zu erwarten.“

Für die ersten Wochen nach der Öffnung rechnet sie daher mit weniger Gästen, denn die Menschen müssten erst wieder an die neuen Möglichkeiten herangeführt werden. „Viele sind sicherlich zunächst noch sehr vorsichtig, beobachten die Infektionszahlen und wollen erst einmal sehen, wie das alles nun funktioniert“, so die Betreiberin. Die jetzt in Kraft tretenden Regeln würden sich auf das Hygienekonzept aus dem vergangenen Jahr stützen: Neben der Einhaltung des Mindestabstandes gilt die Maskenpflicht, sobald man den Platz verlässt und sich im Raum bewegt, beim Verzehr von Speisen und Getränken im Kinosaal sowie im gastronomischen Außenbereich sei die Maske jedoch nicht mehr nötig.

Zudem gebe es eine Begrenzung der Einlasszahlen, führt Elke Brümmer weiter aus. Rund die Hälfte der sonstigen Gäste dürfte sich zeitgleich einen Film anschauen, was knapp 90 Personen ausmache. Durch die Frischluftbelüftung im Kinosaal werde außerdem nur ein Abstand von einem Meter benötigt. „Zwei Plätze bleiben also immer zwischen den Besuchern frei, dennoch dürfen wir jede Reihe besetzen.“ Abgesperrt werden muss dafür – abgesehen von den Fluchtwegen – nichts. Diesen Vorgang übernehme das System von ganz allein.

Apropos Fluchtwege: Die Fluchttüren hat das Filmhof-Team während der Pandemie nämlich erneuert, so könne laut Brümmer auch das coronakonforme Einbahnstraßen-System ermöglicht werden. Neu ist außerdem der Projektor im großen Saal. „Der ging durch die lange Pause kaputt und ohne ihn geht es schließlich nicht“, erklärt Elke Brümmer. Mit dem alten Gerät verschwindet jedoch auch das 3D-Angebot im Filmhof. „3D wurde in den vergangenen Jahren immer weniger nachgefragt, sodass sich das einfach nicht mehr rechnet“, sagt die Betreiberin. Mehrere Tausend Euro habe der Filmhof für die Neuanschaffung ausgeben müssen und das bei Besuchereinnahmen, die gen Null gingen.

Doch Angst um ihre Existenz hatte Elke Brümmer zu keinem Zeitpunkt. Schließlich habe es reichlich Unterstützung durch Mittel von der Filmförderungsanstalt sowie vonseiten des Staates durch die Sofort-Hilfen und die November- und Dezemberhilfen gegeben. „Wir hatten diesbezüglich keine Probleme. Die Gelder waren ausreichend und wurden zeitnah ausgezahlt“, erinnert sich die Betreiberin. Hätte sich die Zwangspause allerdings noch weiter hingezogen, hätte auch sie sich langsam Gedanken gemacht. „Aber ich bin kein negativ denkender Mensch. Es gibt immer einen Weg.“ Und so kam es schließlich auch.

Nun freut sich die Filmhof-Betreiberin auf viele Gäste, welche sie mit einem abwechslungsreichen Programm begeistern möchte. Für jeden soll etwas dabei sein, sodass sich Besucher wieder entspannt in die roten Sessel fallen lassen können, um ihr Popcorn oder ihre Getränke am Platz zu genießen.

Betreiberin Elke Brümmer und ihr Team haben lange auf diesen Tag gewartet.

Das Sortiment könnte eventuell aber etwas kleiner ausfallen, „je nachdem, wie die Nachfrage ist“, so Elke Brümmer. Auch die Süßwarenpreise müsse sie möglicherweise anheben, da die Preise beim Im- und Export sowie in der Logistik gestiegen seien. Doch der Betrag für die Tickets bleibe stabil, versichert sie. Karten können online sowie telefonisch reserviert werden. „Online ist es zudem möglich, die Kontaktdaten direkt zu übermitteln. Ansonsten bieten wir die Nutzung der Luca-App an und die Gäste checken mit einem QR-Code bei uns ein“, erklärt die Betreiberin das Prozedere. Wer das nicht möchte, kann seine Daten aber auch weiterhin mit Stift und Papier angeben.

Ab dem 1. Juli sollen bundesweit die Kinos wieder den Betrieb aufnehmen. „Dann werden wir auch wieder voll spielen“, kündigt Elke Brümmer an. In puncto Personal müsse sie ihr Team jedoch noch erweitern. Vier Mitarbeiter seien während der Corona-Pause gegangen, die für den Vollbetrieb wieder benötigt würden. „Für den Anfang sind wir jedoch gut aufgestellt.“

Bis sich der rote Vorhang am Freitag das erste Mal hebt, ist aber noch einiges zu erledigen. Die Säle müssen einer Grundreinigung unterzogen und Waren gekauft werden. „Aber das Wichtigste am Freitag ist natürlich der Duft von frischen Popcorn“, meint Elke Brümmer abschließend.

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