Festakt: Grundschule Hoya feiert 150-jähriges Bestehen des Schulgebäudes

Heutiges Schmuckstück wäre 1970 fast abgerissen worden

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Schüler warben für den Jubiläumskalender und das Füllen des Spendenschweins („am besten mit Scheinen, vom Münzklimpern erschrickt es.“)

Von Michael Wendt. Das 150-jährige Bestehen des Schulgebäudes nimmt die Grundschule Hoya zum Ablass für ein Jubiläumsjahr mit vielfältigen Aktionen. Am Freitag hatte sie viele Gäste, die in einer Beziehung zum Gebäude standen oder stehen, zu einem bunten Festakt eingeladen.

Dessen mehr als zweistündiges Programm gestalteten auch die Grundschulen der Umgebung mit. Grund dafür ist, dass sich der Einzugsbereich der 1865 in Hoya geschaffenen „Rektor-Schule“ von Eystrup bis nach Syke erstreckte. Erstmals wurden damals Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet, sagte der Historiker Axel Fahl-Dräger bei seiner Rede. Und Schulleiterin Anne Wasner ergänzte später: „Aber schön durch den Mittelgang getrennt!“

Damals war noch die Kirche der Schulträger, die Aufsicht hatte der Hoyaer Superintendent, erklärte Pastor Andreas Ruh. Er brachte einige Fundstücke aus dem Pfarrarchiv mit, etwa einen Schönschreib-Bogen oder Unterrichtsmaterial auf Latein. „Wir machen hier jetzt mal so ein bisschen Schulinspektion: Wer hat hier Latinum, wer unterrichtet Geografie?“, fragte er und stellte schmunzelnd fest: „Jetzt meldet sich keiner, wie bei den Schülern!“

Beinahe hätte die Grundschule übrigens dieses Jubiläum nicht feiern können, denn 1970 überlegte die Stadt, das damals 105 Jahre alte und stark sanierungsbedürftige Gebäude abreißen zu lassen. Drei Jahre später entschloss sie sich dann doch zumindest zu einer Dachreparatur. Entworfen hatte das im neugotischen Stil errichtete Gebäude der Architekt Adelbert Theodor Hotzen (1830-1922), der gleichzeitig mit der Restaurierung der Bücker Stiftskirche beschäftigt war, erzählte Renate Schumacher. Die Bücker Architektin sollte sich 2011 eigentlich nur Gedanken über die Sanierung der Toiletten machen. Letztendlich wurde daraus die umfassende Sanierung, die dem Gebäude in den 70er-Jahren noch verwehrt blieb.

Es sei ein Schmuckstück, das als Schule genau dort stehe, wo es hingehöre: mitten in der Stadt – darin waren sich am Freitag Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und Axel Fahl-Dreger einig.

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