Ferienkisteaktion auf dem Archehof in Wechold / 30 Kinder dabei

Ziegen streicheln und Feuer machen ohne Streichhölzer

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Bei der Hofrallye kamen Spiel und Spaß nicht zu kurz. Eine Station war das Sackhüpfen.

Hilgermissen - Von Julia Kreykenbohm. Nicht schreien und nicht rennen. Das waren zwei der Regeln für das Benehmen in den Ställen, die Mareike Cordes und Michaela Harjes ihren kleinen Schützlingen von der Ferienkiste im Vorfeld erklärt haben. Doch als die Holztür aufgeht und die Kinder die zwei schneeweißen Ziegen des Archehofs Wechold entdecken, die ihnen mit neugierigen Augen entgegenschauen, gibt es kein Halten mehr. Ein verzücktes „Oh!“ ist zu hören und schon trappeln zahlreiche Paar Füße zum Gatter.

Im nächsten Moment gleiten die kleinen Hände durch das Fell und tätscheln die Köpfe der beiden Ziegen, die sich über die Aufmerksamkeit zu freuen scheinen. Jedes Kind bekommt noch etwas Futter überreicht und darf die Vierbeiner füttern. „Wisst ihr denn, was die Ziegen sonst noch so fressen?“, fragt Mareike Cordes. „Heu!“, kommt als Antwort oder „Gras!“

Insgesamt 30 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren sind bei der Ferienkisten-Aktion dabei, die zum ersten Mal auf dem Archehof Wechold veranstaltet wird. Mit am Start ist auch ein Team von dem Projekt „Ab in die Natur“ aus Verden, das den Kindern zeigt, wie man Feuer macht, welche Pflanze welche Wirkung hat und mit ihnen Stockbrot backt. „Wir würden diese Aktion auch künftig gern mit dem Archehof zusammen anbieten“, sagt Teamchef Sebastian Buchert.

Die große Gruppe der Kinder wird in vier kleine unterteilt. Während drei zunächst auf der großen Spielwiese zurückbleiben und mit Buchert und seinen Mitstreitern schon ein paar Geheimnisse der Natur kennenlernen, erkundet die eine den Archehof bei einer Rallye, bei der Fragen rund um die Tiere und den Hof beantwortet werden müssen. Doch vorher werden die Verhaltensregeln festgelegt – und gleich auch noch das ein oder andere Missverständnis aus der Welt geräumt. „Passt gut auf, wo ihr hintretet und achtet auf Stolperfallen“, mahnt Mareike Cordes. Ein Junge macht große Augen: „Habt ihr die dahin gelegt?“ Cordes und die anderen Helferinnen vom Archehof lachen: „Nein.“

Beim Gehege der Gänse angekommen, müssen die Kinder die watschelnden Gesellen zählen, was gar nicht so einfach ist, denn die trauen den fremden Zweibeinern nicht so recht über den Weg und fauchen erstmal böse. „Wisst ihr, was Gänse so fressen?“, fragt Mareike Cordes. „Korn“, erwidert einer der Jungen selbstbewusst und fügt sicherheitshalber noch erklärend hinzu: „Aber nicht den Alkohol.“ Die trockenen Antworten der Kinder entlocken den Betreuern mehr als einmal ein Schmunzeln. Auch für romantische Komponenten sind die Kleinen noch nicht so empfänglich. „Wenn ein Ganter und eine Gans sich als Paar finden, bleiben sie ihr ganzes Leben lang zusammen“, erzählt Michaela Harjes. Die Reaktion: „Außer, wenn sie Weihnachten bei uns auf dem Teller landen.“

Am Ende der Rallye geht es zurück zur Spielwiese, wo eine der anderen Gruppen gerade von Buchert und seinem Team gelernt hat, wie man Feuer ohne Streichhölzer entzündet. „Das hat Spaß gemacht“, ruft ein Mädchen den Neuankömmlingen zu, die sich sofort neugierig um die Feuerstelle scharen.

Yvonne König von „Ab in die Natur“ macht währenddessen eine Kräuterwanderung mit einer anderen Gruppe. „Ich bin von diesen Kindern ehrlich überrascht“, lobt sie ihre Schützlinge, die gerade auf ihre Anweisung hin etwas Schafgarbe gepflückt und zwischen den Fingern zerrieben haben und nun interessiert daran schnuppern. „Die wissen schon unheimlich viel.“

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