Bauausschuss empfiehlt F-Plan-Änderungen

Es fehlen Gewerbeflächen

Hoya - Von Michael Wendt. Mehr Platz für Wohnungsbau und Gewerbe sollen zahlreiche Änderungen des Flächennutzungsplans (F-Plan) der Samtgemeinde ermöglichen. Der Umwelt-, Bau- und Wirtschaftsausschuss empfahl diese Änderungen in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig dem Samtgemeinderat zum Beschluss. „Die fehlenden Gewerbeflächen brennen uns enorm unter den Nägeln“, sagte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. In Hoya besteht kurzfristiger Handlungsbedarf, heißt es in den Sitzungsunterlagen.

Im Gewerbegebiet Hoya-Nord sind trotz der vor Kurzem erfolgten Erweiterung nach Norden bis zum Graben „Emte“ mittlerweile alle Flächen verkauft. Weiteren Platz könnte eine angrenzende Fläche westlich der Landesstraße von Hoya nach Verden bieten. Sie wird derzeit landwirtschaftlich genutzt, ist aber bereits seit Jahren als gewerbliche Baufläche ausgewiesen. „Wir sind mit den Grundstückseigentümern im Gespräch“, sagte Rolf Walnsch und gab sich optimistisch, dass ein Kauf zustandekommt.

Wer die Fläche aber kauft und entwickelt, steht noch nicht fest. Sie befindet sich auf Hilgermisser Gebiet. Eine Gewerbeentwicklung soll aber möglichst im Grundzentrum Hoya stattfinden. Hoya hat zudem eine stärkere Finanzkraft als Hilgermissen – und die könnte bei der Entwicklung des Gewerbegebiets auch nötig sein, denn Landkauf und Erschließung kosten viel Geld.

„Es gibt mittlerweile ein Diskussionspapier für einen Gebietsänderungsvertrag zwischen Hilgermissen und Hoya“, sagte Detlef Meyer. Die Verwaltung verschicke es demnächst an die Ratsmitglieder.

„Wir dürfen nicht Gefahr laufen, dass Betriebe woanders hingehen“, sagte Fritz Groß (CDU), „wir müssen die Ausweisung von Gewerbeflächen vorantreiben – das ist wichtig für die Stadt und die Samtgemeinde“.

Was die Ausweisung von neuen Wohnbauflächen angeht, sind die meisten Mitgliedsgemeinden bereits weiter. Bedarf besteht in Hoya, Eystrup, Schweringen, Hilgermissen und Hämelhausen. Er kann größtenteils gestillt werden. Ein ausführlicher Bericht zu den geplanten neuen Baugebieten folgt.

Wozu ein F-Plan dient und warum ein neuer nötig ist

Bauamtsleiter Rolf Walnsch erklärte im Bauausschuss den Zweck eines Flächennutzungsplans: „Es gibt heute viele konkurrierende Bodennutzungen. Der F-Plan soll eine geordnete Entwicklung ermöglichen und Nutzungskonflikte vermeiden.“ Der F-Plan muss sich an die Vorgaben des Regionalen Raumordnungsprogramms des Landkreises halten. Das definiert beispielsweise „Vorranggebiete“, etwa für Landwirtschaft, Rohstoffgewinnung, Windenergie oder Siedlungsentwicklung. Den F-Plan stellt die Samtgemeinde auf. Sie muss gegenüber dem Landkreis als Genehmigungsbehörde den Bedarf nachweisen können, wenn sie zum Beispiel Wohn- oder Gewerbegebiete ausweist. Auf Basis des F-Plans können die Mitgliedsgemeinden konkrete Bebauungspläne aufstellen, die die Einzelheiten für Wohn- und Gewerbebauten regeln. Die Gemeinden haben im Allgemeinen nur ein Recht auf „Eigenentwicklung für die eigene Bevölkerung“, erklärte Walnsch. Sie dürfen also nicht durch große Baugebiete viele Neubürger anlocken. Grundzentren wie Hoya und Eystrup haben einen höheren Stellenwert, was die Ausweisung von Gewerbe- und Wohngebieten angeht. Samtgemeindedirektor Detlef Meyer warb bei der Sitzung des Bauausschusses zum wiederholten Male eindringlich für eine grundsätzliche Neuaufstellung des F-Plans.

„Raumordnerisch sind Hoya und Eystrup nicht fusioniert“

„Raumordnerisch sind die Samtgemeinden Eystrup und Hoya bis heute nicht fusioniert“, sagte er. Bislang arbeitet die Verwaltung mit F-Plänen, die in den 70er-Jahre in den damals getrennten Samtgemeinden entwickelt wurden. Die Aufstellung eines neuen Plans bedürfe vieler Gutachten und Prüfungen. Das brauche Zeit, rund fünf Jahre. „Uns fehlt derzeit ein aktueller F-Plan als Planungsinstrument“, sagte Meyer. Ein F-Plan könnte zum Beispiel Antworten auf aktuelle Fragen geben wie: Wo kann eine Stromtrasse verlaufen, und wo sind Ausgleichsflächen für die Windparks Hoyerhagen und Hämelhausen vorhanden? Außerdem gehe es darin zum Beispiel um die Lenkung der touristischen Entwicklung, um Schutzgebiete für Trinkwassergewinnung, um Abbaugebiete für Bodenschätze und um den Hochwasserschutz.

mwe

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

Mehr zum Thema:

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Hier müssen Sie hin: Die schönsten Orte Deutschlands

Hier müssen Sie hin: Die schönsten Orte Deutschlands

Meistgelesene Artikel

Wecholder Schule feiert 50-jähriges Bestehen

Wecholder Schule feiert 50-jähriges Bestehen

Von Null auf Zirkusakrobat an einem Vormittag

Von Null auf Zirkusakrobat an einem Vormittag

Magelsen hat die drittälteste Wehr in der Samtgemeinde

Magelsen hat die drittälteste Wehr in der Samtgemeinde

Förderverein der Hasseler Grundschule feiert buntes Fest

Förderverein der Hasseler Grundschule feiert buntes Fest

Kommentare