Familiendrama zwischen Hollywood und Bergen-Belsen

Heinrich Thies liest aus „Marlene Dietrich und ihre verleugnete Schwester“

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Heinrich Thies 

Eystrup - Von Horst Friedrichs. „Schweinetango“, einen Kriminalroman, schrieb er vor neun Jahren. Dass er auch anders kann, bewies Heinrich Thies mit einer ganzen Reihe von biografischen Büchern. Vor etwas mehr als einem Jahr war der Schriftsteller und Journalist schon einmal in Eystrup zu Gast und las aus seinem Werk über Hermann Löns und dessen Ehefrau. Jetzt kommt er wieder.

Am Samstag, 20. Januar, um 19 Uhr liest Heinrich Thies im alten Eystruper Güterschuppen aus seinem neuesten Buch, der Romanbiografie „Fesche Lola, brave Liesel“. Der Untertitel „Marlene Dietrich und ihre verleugnete Schwester“ skizziert den Inhalt und eine dramatische Geschichte. Als musikalischer Begleiter des Autors steht Johnny Groffmann auf der Güterschuppen-Bühne.

Den „Schweinetango“ ließ Heinrich Thies im benachbarten Landkreis Verden tanzen. Das Buch über Hermann Löns und seine Ehefrau Lisa hatte

die Lüneburger Heide als Ausgangspunkt. Und auch die Story über den Weltstar Marlene Dietrich bleibt zum großen Teil in der geografischen Nähe und ist ebendort mit einer düsteren Vergangenheit behaftet.

Soldaten auf beiden Seiten unterhalten

Als die berühmte Marlene amerikanische Staatsbürgerin wurde und zu globalem Ruhm gelangte, lebte ihre verleugnete Schwester Elisabeth in Bergen-Belsen, nahe dem dortigen Konzentrationslager. So kam es, dass die deutsch-amerikanische Diva Marlene amerikanische Soldaten weltweit an ihren Kriegs-Einsatzorten unterhielt, während die als bieder beschriebene Schwester Liesel zeitgleich gemeinsam mit ihrem Ehemann in Bergen-Belsen ein Kino für Wehrmachtssoldaten und SS-Angehörige betrieb. 

„Liesel ist ein entsetzlicher Tugendmoppel“, schrieb Marlene Dietrich einmal. Es gab eine Begegnung der Schwestern in Bergen-Belsen, nach Kriegsende herrschte dann Funkstille zwischen ihnen.

Eine Beziehung im Schatten der Weltgeschichte

In seinem Buch, so heißt es im Klappentext, fängt Heinrich Thies die Verbindung der ungleichen Schwestern erzählerisch ein – als eine Beziehung im Schatten der Weltgeschichte und ein Familiendrama zwischen Hollywood und Bergen-Belsen.

Lieder wie „Lili Marleen“, „Ich bin die fesche Lola“ und „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ machten Marlene Dietrich zum Weltstar. Diese und andere Hits von damals gehören zum musikalischen Begleitprogramm der Lesung, das der renommierte Musiker Johnny Groffmann aus Walsrode mit Piano, Akkordeon und Gitarre gestaltet.

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