Wie Familie Elsner in Hoyerhagen ihre Leidenschaft für das Gärtnern teilt

Einblicke ins Märchenreich

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Doris Palis (links) und Samara Quintino aus Engeln bewundern die Glyzinien.

Von Julia Kreykenbohm. Es ist weniger ein Garten als ein kleines Märchenreich, das sich Bernd und Waltraud Elsner hinter ihrem Haus in Hoyerhagen geschaffen haben. Ein mit Glyzinien bewachsener Bogengang in Grün und Weiß führt die Besucher in das Herz der verwunschenen Anlage.

Christian Elsner steuert die Mini-Bahn, die die Familie vor allem für Kinder installiert hat.

In den Ästen eines Baums erklingen die zarten Töne eines Windspiels. Zwischen zwei Pflanzen steht ein Tischchen, auf dem silberne Tassen und ein Kännchen thronen, die irgendwie an die Teetafel bei „Alice im Wunderland“ denken lassen. Und wie um die Illusion eines Traums perfekt zu machen, tuckert eine kleine Bahn auf Schienen am Rande der Anlage vorbei. Am „Steuer“ sitzt Christian Elsner.

„Wir haben die Bahn nun seit drei Jahren“, berichtet der Sohn des Ehepaars. Damit habe man vor allem Kindern eine Attraktion bieten wollen, wenn sie mit ihren Eltern zu Besuch kommen. Und zwar, wenn das Ehepaar Elsner seinen Garten während der „Gartentour Niedersachsen“ öffnet, einer Aktion, die sie mit anderen stolzen Gartenbesitzern vor vielen Jahren initiiert haben. Am Sonntag war es wieder soweit.

Die Besucher wandeln bei strahlendem Sonnenschein mit großen Augen über die mit Rindenmulch bedeckten Pfade, bleiben immer wieder stehen, bestaunen die blühende Pracht ringsum, greifen in die Duftminze und riechen an ihren Händen. „Das ist ein traumhafter Garten“, sagt Marietta Benning aus Hoya, die zum ersten Mal bei Elsners zu Gast ist. „Ein Ort zum Hinsetzen und die Seele baumeln lassen. Er hat so etwas Märchenhaftes an sich. Da könnt ihr stolz drauf sein.“

Auch Samara Quintino und Doris Palis aus Engeln sind begeistert. „Es ist eine Oase der Ruhe. Wir kommen bereits das dritte oder vierte Mal und sind jedes Mal erstaunt, was sich in der Zwischenzeit wieder getan hat.“

Es sind Gespräche wie diese, die Waltraud Elsner die Teilnahme an der Gartentour seit rund 15 Jahren so lieb und teuer machen. „Man kann die Freude an seinem Garten mit Gleichgesinnten teilen. Die Leute, die kommen, lieben ebenfalls die Pflanzen, und man kommt gleich ins Gespräch. Es ist so, als würde man Seelenverwandte treffen.“ Auf diese Weise seien bereits Freundschaften entstanden, und man könne sich gegenseitig Tipps geben.

Seit rund 30 Jahren hegt und pflegt das Ehepaar nun schon gemeinsam sein kleines, grünes Reich, das früher ein reiner Gemüsegarten war, wie Waltraud Elsner sich erinnert.

Waltraud Elsner (Zweite von links) ist froh, dass ihre Schwiegertochter Danielle (links) sie und ihre Mann Bernd sie bei der Pflege des Gartens unterstützen.

Wer den liebevoll gestalteten Garten der Eheleute sieht, vermutet automatisch, dass mindestens einer der beiden den Beruf des Gärtners erlernt haben muss. Doch dem ist nicht so. „Es ist ein Hobby“, sagt Waltraud Elsner, die den Laden „Blumenstube“ betreibt und gelernte Kauffrau ist. All ihr Wissen hat sie sich selbst angeeignet, durch Bücher oder durch Ausprobieren. „Man darf die Betreuung dieses Gartens nicht als Arbeit ansehen, denn sonst kann man es nicht machen. Man muss es als Freude betrachten.“

Freude macht Waltraud Elsner auch, dass ihre Leidenschaft bereits in der Familie Wurzeln geschlagen hat. Ihre Schwiegertochter Danielle ist ebenfalls sehr naturverbunden und liebt es, im Garten zu helfen und inzwischen auch eigene Ideen zu verwirklichen. So hat sie zum Beispiel in einem Hochbeet Erdbeeren gepflanzt. „Im kommenden Jahr würde ich gerne Bienen hier ansiedeln“, sagt die 30-Jährige. Dabei gehe es weniger um den Honig, sondern vielmehr darum, durch die Bienen das Ökosystem des Gartens zu bereichern. „Wenn dann hin und wieder ein wenig Honig für den Haushalt abfällt, ist das natürlich umso schöner“, sagt Danielle Elsner und lächelt.

Auch Waltraud Elsner hat Pläne für die Zukunft. Sie möchte gerne mit anderen Teilnehmern der Gartentour einen Verein gründen. „Gemeinsam könnten wir dann verschiedene Projekte in Angriff nehmen. Zum Beispiel könnten wir Schulkinder in die Gärten einladen, um ihnen die Pflanzenwelt näherzubringen.“

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