380 kinderpornografische Dateien auf dem PC

Angeklagter: „Ich bin nicht pädophil!“

Eystrup/Nienburg - Von Andreas Wetzel. Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilte das Amtsgericht Nienburg jetzt einen 54-Jährigen aus Eystrup, dem die Staatsanwaltschaft vorwarf, auf seinem Computer mehr als 380 kinderpornografische Dateien gespeichert zu haben. Darüber hinaus habe er anderen Nutzern im Internet eine Datei zur Verfügung gestellt. Die Taten hatten sich in der Zeit von Mai 2017 bis März 2018 ereignet. Bekannt wurden der Besitz und die Weitergabe durch eine Internetrecherche des Bundeskriminalamts.

Urteil: Sechs Monate Freiheitsstrafe

Vor Gericht räumte der Angeklagte die Taten ein und gab als Begründung an, dass er nicht nachgedacht habe. Er habe sich in einem Chat bewegt, von dem er angenommen habe, dass er kontrolliert würde und daher öffentlich zugänglich sei. Der Mann aus Eystrup räumte ein, einen Fehler gemacht zu haben und sagte, dass dies nicht wieder vorkommen werde.

Das Gericht hielt ihm vor, dass er bereits im Jahr 2014 ebenfalls aufgrund des Besitzes von kinderpornografischen Dateien einschlägig in Erscheinung getreten war und damals zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Somit sei er ein Wiederholungstäter.

Auf die Frage des Gerichts, ob er über eine Therapie nachgedacht habe, antwortete der Angeklagte: „Was für eine Therapie? Ich bin nicht pädophil!“ Damit er nicht mehr in Versuchung komme, habe er seinen Computer abgeschafft.

Weil der Mann die Taten einräumte, konnte auf die Vernehmung des ermittelnden Polizeibeamten verzichtet werden.

Die Staatsanwaltschaft beantragte für das Herunterladen der 380 Dateien eine Freiheitsstrafe von vier Monaten und für das Hochladen der einen Datei ebenfalls eine Freiheitsstrafe von vier Monaten, die zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten zusammengefasst werden sollten.

Die Verteidigung beantragte eine mildere Strafe und hielt eine Geldstrafe in angemessener Höhe für ausreichend.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu den von der Staatsanwaltschaft beantragten sechs Monaten Freiheitsstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Begründung: Der Angeklagte lasse keinerlei Einsicht und Unrechtsbewusstsein erkennen.

Weiter argumentierte das Gericht, dass der Angeklagten dringend über eine Therapie nachdenken sollte.

Auf die Anordnung einer Therapie verzichtete das Gericht, da nur ein positiver Effekt erzielt werden könne, wenn die entsprechende Einsicht beim Angeklagten vorhanden wäre.

Rubriklistenbild: © dpa

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