Heiko Lange kandidiert in Hassel und ist kein Mann für halbe Sachen

Er ist Erzieher, Soldat und bald auch Bürgermeister?

Heiko Lange (53) sagt: „Das Dorfleben ist bemerkenswert gut.“ - Foto: Vicky Buschmann

Hassel - Von Michael Wendt. So ist das, wenn man in der Kommunalpolitik seinen kleinen Finger reicht: 2011 wurde Heiko Lange neu in den Hasseler Gemeinderat gewählt; in der ersten Fraktionssitzung kam er nach eigener Aussagen „wie die Jungfrau zum Kinde“ zum Fraktionsvorsitz; nach der Hälfte der Wahlperiode wurde er stellvertretender Bürgermeister.

Und seit diesem Jahr übernimmt er wegen der Erkrankung von Bürgermeister Günter Kesebom quasi dessen Job. Da ist es folgerichtig, dass Heiko Lange bei der Gemeinderatswahl am 11. September auf Listenplatz eins der Unabhängigen Wählergemeinschaft Hassel steht und sich somit als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stellt.

„Die Zeit und die Mittel dafür stehen mir zur Verfügung“, sagt der Berufsunteroffizier, der bei den Feldjägern in Nienburg arbeitet und am 31. März nächsten Jahres pensioniert wird. „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“, schiebt er hinterher, und seine neben ihm sitzende Frau Sylvia nickt eifrig.

Richtig machen, das heißt in diesem Fall: als Vollbürgermeister. Der 53-Jährige möchte also auch die Verwaltungsgeschäfte in Hassel führen. Das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz sieht die Möglichkeit vor, dass Bürgermeister sich darauf beschränken, die Gemeinde zu repräsentieren und dem Rat vorzusitzen. Die meisten Bürgermeister der Nachbargemeinden machen davon Gebrauch. Heiko Lange will es anders machen.

„Vollbürgermeister ja oder nein – ich habe viel darüber nachgedacht“, sagt er. „Ich denke, ich bekomme das hin.“ Auch der jetzige Hasseler Bürgermeister Günter Kesebom, der nicht wieder kandidiert, ist ein Vollbürgermeister.

Heiko Lange ist jemand, der sich in seine Aufgaben reinarbeitet. Das hat er in seiner Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter für die Feuerwehren in der Samtgemeinde bewiesen. 2007 übernahm er diesen Posten in der damaligen Samtgemeinde Eystrup und fuchste sich in das Thema rein. Seit der Fusion von Eystrup und Hoya ist Lange Sicherheitsbeauftragter für die neue Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Deshalb kennt er auch viele Beschäftigte in der Verwaltung und hat keine Angst, als Vollbürgermeister auf sich allein gestellt zu sein.

„Ich will der Gemeinde etwas zurückgeben“

„Mit Peter Bruns haben wir zudem einen Spitzen-Verwaltungsmitarbeiter“, lobt Heiko Lange „Das läuft astrein, der Austausch klappt super, und wir als Gemeinde Hassel werden mit allen nötigen Infos versorgt.“ Peter Bruns wurde vom aktuellen Rat zum allgemeinen Verwaltungsvertreter des Bürgermeisters gewählt

Wenn Heiko Lange als Bürgermeister gewählt wird, wäre das für ihn schon der dritte Beruf (wenn auch ein ehrenamtlicher „Nebenjob“). Der Vater zweier erwachsener Kinder ist staatlich anerkannter Erzieher. Sein Vorpraktikum hat er einst im Hoyaer Kindergarten gemacht, sein Anerkennungsjahr in Nienburg. Als er zur Bundeswehr musste, hat er sich dort gleich verpflichtet. „Erzieher und Soldat – das ist eine interessante Kombination“, sagt Lange. Seine pädagogische Ausbildung habe ihm oft weitergeholfen.

„Kindergarten und Schule müssen bleiben“

An Politik war er schon immer interessiert. „Das ergibt sich auch aus beiden Berufen“, sagt Lange. Bis vor einigen Jahren hinderten ihn allerdings zahlreiche Auslandseinsätze an einem politischen Engagement in der Gemeinde. Auch war er lange in Munster und Hannover stationiert, also nicht eben „um die Ecke“. Heute, betont er, helfe ihm die Bundeswehr, insbesondere sein Bataillon in Nienburg, sehr dabei, offizielle Termine als stellvertretender Bürgermeister wahrnehmen zu können.

Geboren wurde Heiko Lange 1962 in Osterholz-Scharmbeck. Bis 1972 lebte er in Ritterhude, dann zog er mit siner Mutter nach Hassel. „Hassel ist für uns als Familien eine gute Gemeinde. Ich will ihr durch meine Arbeit etwas zurückgeben“, sagt der 53-Jährige und fügt bescheiden hinzu: „Wenn ich denn gewählt werde.“ Dem steht wenig im Wege, denn er ist der „Spitzenkandidat“ der einzigen politischen Gruppe im Ort und hat in den vergangenen Jahren viel Engagement an den Tag gelegt. Dennoch: Lange würde sich natürlich über ein klares Wählervotum freuen, denn „wenn ich nur 20 Stimmen kriege, hat sich das mit dem Bürgermeister natürlich erledigt“.

Und wenn er von den Bürgern gewollt ist und vom Rat gewählt wird, was will Heiko Lange dann anpacken? „Hassel muss für Jung und Alt attraktiv bleiben“, antwortet er. „Der Kindergarten und die Schule müssen bleiben.“ Das Dorfleben ist bemerkenswert gut, sagt er und nennt als Beispiele die Vereinsarbeit und den Ernteclub. „Das gilt es zu unterstützen.“

Natürlich will Heiko Lange auch das Projekt „Hassel 2030“ weiterverfolgen. In den vergangenen Jahren hat er es maßgeblich vorangetrieben. „Mobilität, Daseinsvorsorge – die Infrastruktur von Hassel muss altengerecht bleiben“, sagt der Soldat. Er ist sich bewusst, dass dies eine schwierige Aufgabe und nicht von heute auf morgen zu schaffen ist. „Man muss mit kleinen Dingen versuchen, etwas ins Rollen zu bringen.“ Und um das zu schaffen, muss man „alle Beteiligten an einen Tisch bringen“. Auch darin sieht er seine Aufgabe.

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