Erste Gäste mit Bus gekommen / Initiatorin blickt zurück auf 1995

Volksfest-Stimmung beim 20. Wochenmarkt-Geburtstag

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Premiere: Fahrer Toni Gebauer (links) begrüßte die ersten Gäste im neuen Marktbus: Friedel Rippe (Mitte) und Horst Müller aus Eitzendorf. „Davon können wir später mal unseren Kindern erzählen“, scherzte Rippe.

Von Michael Wendt. „Der Wochenmarkt war eine Bereicherung für Hoya“, sagt Wanda Wienert. Sie hat ihn 1995 initiiert. Dass er heute noch eine Bereicherung ist, zeigte sich gestern. Zum 20. Geburtstag des Wochenmarkts machten die Beschicker zahlreiche Aktionsangebote. Außerdem spielten die „Kolkmusikanten“ aus Hilgermissen, sodass fast Volksfest-Stimmung herrschte, denn der Markt war sehr gut besucht. Drei Gäste kamen mit dem neuen Marktbus.

„Zum Einkaufen in Hoya ist das eine gute Verbindung“, sagte Horst Müller aus Eitzendorf. Er hatte gemeinsam mit seinem Nachbarn Friedel Rippe und seiner Schwiegermutter Elisabeth Thiesfeld den Marktbus genommen. Der bietet zwei Stunden Aufenthalt in Hoya. „Das reicht locker“, sagte Friedel Rippe. Auch Kaffeetrinken war noch drin, immerhin erhält jeder Fahrgast von der Fördergemeinschaft stets einen Gutschein für eine Tasse.

Anlässlich des 20. Wochenmarkt-Geburtstags erinnerte sich Wanda Wienert an dessen Gründung. Sie war 1995 zweite Vorsitzende der Fördergemeinschaft und damit Stellvertreterin von Erhard Uhlig. In einer Arbeitsgruppe „Wochenmarkt“ arbeiteten sie das Konzept aus. Stark engagiert hat sich darin auch die mittlerweile verstorbene Geschäftsfrau Karin Knese.

Durch den Wochenmarkt „konnte man Produkte kaufen, die man sonst normalerweise in der Stadt nicht bekam“, sagte Wanda Wienert. Etwa frischen Fisch oder mediterrane Spezialitäten, denn „damals gab es noch keinen ,Famila‘“, blickt Wienert zurück. Auch Bio-Waren waren damals anderswo kaum zu kaufen. Der Wochenmarkt sollte das lokale Angebot also in erster Linie ergänzen und nicht mit ihm konkurrieren.

Der Markt zählte anfangs zehn Stände. „Wir haben über Jahre telefoniert und telefoniert, um mehr Beschicker nach Hoya zu holen“, sagte Wanda Wienert. Den meisten war der Ort zu klein, um dort zu verkaufen.

Erster Marktmeister war Detlef Kracke vom Ordnungsamt. „Er hat da viel Arbeit reingesteckt und jeden Markttag nach dem Rechten geschaut“, erinnert sich Wanda Wienert.

Heute ist der Markt längst etabliert. Viele treffen sich dort nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Klönen. Und der vor einer Woche erstmals gestartete Marktbus soll noch mehr Besucher bringen. Er fährt die Gemeinden Hilgermissen und Hoyerhagen an, die zur Marktzeit am Donnerstagmorgen bislang über keine Busverbindung nach Hoya verfügten.

Das Personal der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH) steuert den Bus. Seine Fahrten passen dort gut ins Programm, sagte VGH-Geschäftsführer Uwe Roggatz bei der Vorstellung. Sie liegen zeitlich zwischen dem personalintensiven Schülerverkehr am Morgen und am Mittag.

Das Fahrzeug bietet acht Gästen Platz. Die VGH wollen damit auch grundsätzlich testen, wie solche kleinen Projekte im ländlichen Raum ankommen, und welche Anforderungen sie an die Verkehrsbetriebe stellen. „Um eventuell etwas Größeres daraus zu entwickeln“, sagte Uwe Roggatz. Und wenn jetzt schon einmal mehr als acht Gäste mitwollen? Dann fahren wir zweimal, verspricht er.

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