Ein entlastendes Projekt

Verwaltungsmitarbeiter in Hoya und Eystrup fahren als Testpiloten Rad statt Auto

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Wirtschaftsförderer York Schmelter und Angelika Meyer von der Verwaltung haben das Rad in Empfang genommen. Bis zum 11. Oktober können es die Mitarbeiter nutzen.

Hoya/Eystrup - Die Fahrradstaffel der Berliner Polizei nutzt es ebenso wie ein Schornsteinfeger aus Westfalen und eine Tierärztin aus Hamburg: ein Lastenrad. Jetzt testen ein solches auch Mitarbeiter der Verwaltung der Samtgemeinde Hoya.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Ich entlaste Städte“ des Instituts für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin erproben sie drei Monate lang ein Lastenrad – ob zum Wegbringen der Post oder um einen Termin wahrzunehmen. Auf Initiative der kommunalen Wirtschaftsförderung betreten die Testpiloten damit eine neue Form der Mobilität und lassen das Auto häufiger mal stehen.

Während der Testphase wird den Rathäusern in Hoya und Eystrup durch das DLR ein Lastenrad zur Verfügung gestellt, das den Standort zur Halbzeit einmal wechselt. Dienstliche sowie insbesondere Post- und Kurierfahrten können mit diesem getätigt werden, teilt die Samtgemeinde in einer Pressenotiz mit.

Alle Fahrten werden durch das DLR mittels GPS, also Positionsbestimmung, und zugehöriger App anonymisiert aufgezeichnet und analysiert. Vor, während und nach dem Testzeitraum befragen die Initiatoren die Projektteilnehmer rund um die Lastenradnutzung. Dabei gilt das Forschungsinteresse folgenden Themen: Wie fällt das Urteil im Alltag aus? Was sind die praktischen Vorteile, was die Hemmnisse im Einsatz des Rads? Bei welchen Transportaufgaben bieten Lastenräder Kostenvorteile? Inwieweit lässt sich durch Lastenräder die Planbarkeit von Sendungen und damit die Zuverlässigkeit verbessern?

Das Ziel des Projekts, das sich an öffentliche Einrichtungen, Kommunen, und Unternehmen richtet, ist es, eine neue Form der Mobilität „erfahrbar“ zu machen, Alternativen zum Auto aufzuzeigen und konkrete Anstöße für eine umweltgerechte Verlagerung des Verkehrs zu liefern.

Insgesamt stehen 17 verschiedene Lastenradmodelle für Testfahrten bereit. Noch bis zum 11. Oktober nutzen die beiden Rathausteams ein Elektro-Lastenrad der Marke „Velosic Pelic 3“. Ausgestattet ist dieses mit einer kleineren Ladefläche vorne sowie einer größeren hinten. Auf den Flächen befinden sich Boxen, sodass kleines und mittleres Transportgut, wie beispielsweise Post, transportiert werden kann.

„Ich freue mich riesig, nun täglich mit diesem Lastenrad Post und Pakete zu transportieren. Die Wege in Hoya sind kurz, aber öfter reichen die Gepäcktaschen an einem normalen Fahrrad einfach nicht aus. Das Testfahrrad bietet viel Platz“, sagt Mitarbeiterin Angelika Meyer.

Wirtschaftsförderer York Schmelter betont: „Lastenräder sind eine ökologische und ökonomische Alternative zum gängigen Pkw.“ Und weiter: „Das Rad steht nicht nur für Post- und Paketfahrten zur Verfügung, sondern kann von allen Mitarbeitern für Dienstfahrten in der näheren Umgebung genutzt werden. Es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten.“

Die Nutzung des Dienstwagens auf Kurzstrecken könne laut York Schmelter nachhaltig durch ein Lastenrad eingeschränkt oder gar ersetzt werden.

Bereits seit März beteiligt sich die Samtgemeinde am Modell „Classic Carsharing“ der Christian Lühmann GmbH aus Hoya. Dabei geht es um die gemeinschaftliche Nutzung von Automobilen. Sie ist „Ankermieterin“. Das heißt: Der am Rathaus stationierte Renault Zoe steht der Samtgemeindeverwaltung tagsüber als Dienstfahrzeug zur Verfügung; ab dem Nachmittag und am Wochenende kann er von anderen Carsharing-Kunden genutzt werden. Mehr Infos dazu gibt es im Internet unter www.classiccarsharing.de. 

vik

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