Enkaustik-Künstler stellt in Bücken aus

Alte Maltechnik: Wenig bekannt und verblüffend

+
Künstler Carsten Klötzer-Evers aus Hassel beschreibt Pia Schumacher von der Sparkasse seine Maltechnik.

Bücken - Von Horst Friedrichs. Enkaustik ist eine uralte Maltechnik, die auf erhitzten Bienenwachsfarben basiert. Lange vor der Ölmalerei entstand diese Technik, die ein Künstler von heute jetzt in Bücken zeigt: Geschäftsstellenleiterin Pia Schumacher eröffnete am Freitag in den Räumen der Sparkasse eine Ausstellung mit Werken von Carsten Klötzer-Evers aus Hassel. Alle gezeigten Arbeiten des aus Chemnitz stammenden Künstlers sind mit den Mitteln der Enkaustik entstanden

Einer der Künstler von heute, die mit Enkaustik-Werken zu Ruhm gelangten, ist Jasper Johns, ein amerikanischer Maler, der als Wegbereiter der Pop Art gilt. Jasper Johns ist neben Karl Schmidt-Rottluff und Wassily Kandinsky eines der großen Vorbilder von Carsten Klötzer-Evers, 52, der in der Sparkasse Bücken frappierende Ergebnisse seiner künstlerischen Arbeit als Enkaustik-Maler präsentiert.

Schon vor 3000 Jahren kannten Menschen diese Maltechnik: Mit heißen Steinen und anderen Werkzeugen brachten sie schmelzendes, eingefärbtes Bienenwachs auf glatte Flächen auf. Das ergab Grundierungen und farbige Formen. Figuren wurden mittels spezieller Pinsel hinzugefügt. So entstanden die berühmten Wandmalereien von Pompeji und Herculaneum; aus dem antiken Ägypten sind die nicht minder berühmten Mumienbilder überliefert, und selbst Leonardo da Vinci probierte die Enkaustik aus.

„Heute verwendet man keinen heißen Stein mehr“, sagt Carsten Klötzer-Evers, „sondern ein kleines, handliches Bügeleisen, einen sogenannten Enkaustik-Pen und spezielle Pinsel.“

Der Künstler, der seine aus Hassel stammende Ehefrau Bianca Evers in Heidelberg kennenlernte und vor zwölf Jahren mit in ihren Heimatort zog, beschäftigt sich seit zehn Jahren mit der Enkaustik. Schon vorher wurde er durch seinen inzwischen verstorbenen Bruder an die Malerei herangeführt. Klötzer-Evers: „Das Material der Enkaustik gibt meinen Bildern einen gewissen Raum. Dabei versuche ich, einen eigenen Ausdruck zu erreichen, ohne mich an einem bestimmten Malstil zu orientieren.“

Dabei, so der Künstler weiter, faszinieren ihn vor allem die Effekte, die er mit dem eingefärbten, hochwertigen Bienenwachs erzeugen kann. An seinen Werken arbeitet er unterschiedlich lange – von zehn Minuten bis zu einem halben Jahr.

Die Ausstellung ist bis zum 18. September während der Öffnungszeiten der Sparkasse (Marktstraße 27) zu sehen:

Mo.+Fr.: 9-12.30 + 14-16.30 Uhr

Di., Mi., Do.: 9-12.30 Uhr

Mehr zum Thema:

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Meistgelesene Artikel

Bergung des Unfallzugs in Landesbergen hat begonnen

Bergung des Unfallzugs in Landesbergen hat begonnen

Drei Monate nach Unfall soll Bahnwrack abtransportiert werden

Drei Monate nach Unfall soll Bahnwrack abtransportiert werden

Keine Leiche auf dem Grund der Weser

Keine Leiche auf dem Grund der Weser

Grundschule Hoya als sportfreundlich ausgezeichnet

Grundschule Hoya als sportfreundlich ausgezeichnet

Kommentare