Shoppen nur mit Termin

Der erste Tag nach dem Lockdown: Hoyaer Kunden und Unternehmer sind verunsichert

Katrin Schwandt und Kirsten Bade (von links) von der „Outfiteria“ freuen sich, ihre Kunden wiederzusehen.
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Katrin Schwandt und Kirsten Bade (von links) von der „Outfiteria“ freuen sich, ihre Kunden wiederzusehen.

Hoya – Nach monatelangen Schließungen war es gestern endlich soweit, und Hoyas Einzelhändler durften ihre Türen wieder für Kunden öffnen – wenn auch unter strengen Corona-Bedingungen, die bei einigen für Verunsicherung sorgten. Die Kreiszeitung hat bei den Geschäftsleuten nachgefragt, was Kunden nun beachten müssen und wie der erste Tag nach dem harten Lockdown verlaufen ist.

„Outfiteria“

In der „Outfiteria“ war die Lage trotz Öffnungsankündigungen in den sozialen Netzwerken gestern vorerst ruhig. „Aber es ist ja auch der erste Tag“, sagt Geschäftsführerin Katrin Schwandt. In ihrem Laden können Kunden seit gestern einen privaten Termin für das Shoppen vor Ort vereinbaren. Zwei Personen dürften sich zeitgleich mit dem Team im Geschäft aufhalten. „Wir lassen unseren Kunden die Wahl, ob sie die Kleidung hier anprobieren wollen oder sie in der ,Outfiteria-Box‘ mit nach Hause nehmen wollen, um sie dort ganz in Ruhe begutachten zu können“, erklärt sie ihr Konzept weiter. „Allerdings wünschen sich die meisten, unsere Meinung zu hören.“

Ein Problem sei, dass es keine festgesetzte Zeit gebe, die begrenzt, wie lange sich die Kunden im Laden aufhalten dürfen. „Einige Kollegen beschränken das auf 20 Minuten, andere auf 45 Minuten. Aus Bremen habe ich gehört, dass Kunden dort rund eine Stunde stöbern dürfen“, sagt Katrin Schwandt. Um einen Eindruck von dem Angebot zu erhalten, und die Kleidung auch noch anzuprobieren, würden ihrer Meinung nach 20 Minuten nicht ausreichen. „Das ist wirklich schwierig und verwirrt sowohl uns als auch die Kunden.“

„Leserei“

Anders sieht es in der „Leserei“ von Inhaberin Ivonne Baraneck aus. Da Buchhandlungen zu den Geschäften zählen würden, die Waren des täglichen Bedarfs anbieten, dürfe sie wie vor dem Lockdown auch ganz normal öffnen. Allerdings könnten auch in ihrem Laden sich nur sechs Kunden gleichzeitig aufhalten. „Zwei Personen dürfen sich in der oberen Etage, wo sich die Kinderbuchabteilung befindet, umsehen und vier im unteren Bereich“, erläutert Ivonne Baraneck.

In der „Leserei“ dürfen sich nach den neuen Corona-Regeln gleichzeitig sechs Kunden aufhalten.

„Meine Buchhandlung wurde bereits während des Lockdowns stark frequentiert, als ich die Abholstation angeboten hatte. Nun freuen sich die Kunden natürlich, dass sie das Geschäft wieder betreten können“, erläutert die Inhaberin. Zwar hätten diese am gestrigen Tag nicht Schlange vor der „Leserei“ stehen müssen, aber es seien einige gekommen, um in den Büchern zu stöbern.

„Kunterbunt“

Der Kindersecondhand-Markt „Kunterbunt“ konnte bereits während des Lockdowns nach Vereinbarung eines Termins Kunden einlassen. Allerdings nur in den Babyfachmarkt. „Dafür habe ich die anderen Bereiche alle absperren sowie den Laden umgestalten müssen“, erläutert Geschäftsführerin Gaby Neumann. Seit gestern seien aber nun alle anderen Bereiche ebenfalls zugänglich. Auch bei ihr könnten Kunden weiterhin einen Termin vereinbaren, um ihr Angebot vor Ort zu durchstöbern.

Im Secondhand-Markt „Kunterbunt“ sind neben dem Babyfachmarkt nun auch alle anderen Bereiche geöffnet.

„Es sind aber auch Spontanbesuche erlaubt, so lange die Personenanzahl nicht überschritten wird“, sagt sie. Aufgrund der Größe ihres Ladens dürften sich dort zeitgleich neun Familien aufhalten – und die würden sich über die Öffnung freuen. „Viele Leute sind allerdings noch sehr unsicher, was die neuen Regelungen betrifft. Sie rufen beispielsweise an und fragen nach, ob es wirklich möglich ist, vorbei zu kommen. Es fehlt einfach an ausreichender Information“, meint Gaby Neumann.

Brüggemann

Dieser Meinung kann auch das Ehepaar Brüggemann, welches ihr gleichnamiges Schreibwarengeschäft an der Langen Straße betreibt, zustimmen. „Wir halten erst mal alles auf kleiner Flamme. Wir wollen nichts falsch machen“, erklären Heike Brüggemann und ihr Mann Steffen. Aktuell könnten Kunden Schreibwaren bei ihnen mit vorheriger Terminvereinbarung erwerben. Allerdings sei es auch möglich, sich kurz an der Tür zu melden und mitzuteilen, was man benötige. Angesichts der aktuellen Situation seien besonders Materialen für das Homeoffice gefragt.

Einkaufen mit vorheriger Terminabsprache: Während der Pandemie sind im Geschäft von Heike und Steffen Brüggemann vor allem Materialien für das Homeoffice gefragt.

„Wir haben trotzdem das Gefühl, dass die Leute total verunsichert sind, und wir wünschen uns selbst auch noch mehr Informationen“, meinen die beiden Inhaber.

„Ernsting‘s Family“

Vor der Hoyaer Filiale von „Ernsting‘s Family“ standen gestern die Kunden Schlange. Rein kamen die aber ebenfalls nur mit vorheriger Terminabsprache. Zudem ist der Aufenthalt im Geschäft begrenzt, und zwar auf knappe 15 Minuten. Darüber hinaus müssen sich Kunden ausweisen, und es dürfen auch nur zwei Personen eines Hausstandes gleichzeitig den Laden betreten, so steht es auf dem Schild, welches draußen an der Straße aufgestellt ist.

Auch „Ernsting‘s Family“ setzt auf „Call & Meet“.

„Beauty Oase“

Neben den Einzelhändlern dürfen nun auch wieder die Nagelstudios öffnen. Das durchgehende Klingeln des Telefons in der „Beauty Oase“ beweist, wie groß der Wunsch nach einer Maniküre, dem Färben der Wimpern oder anderen Kosmetikbehandlungen ist. „Die Kunden freuen sich, endlich wieder kommen zu dürfen. Allerdings gibt es auch einige, die weiterhin Bedenken haben“, erklären die Geschäftspartnerinnen Stefanie Schlichting und Nadine Neddermann. „Wir waren uns zunächst auch nicht sicher nach dem ganzen Hin und Her, ob und inwieweit wir öffnen dürfen“. Für weitere Informationen erkundigten sie sich daher vorab noch bei der Handwerkskammer. „Anschließend haben wir entschieden, wieder zu öffnen“, so Stefanie Schlichting.

Das Team der „Beauty Oase“: Bei Stefanie Schlichting (links) und Nadine Neddermann hört das Telefon nicht auf zu klingeln.

In der „Beauty Oase“ dürften sich abhängig von der vorhandenen Quadratmeterzahl aktuell drei bis vier Kunden gleichzeitig aufhalten. „Wir arbeiten ohnehin nur nach Terminvergabe, von daher ist die beschränkte Personenanzahl kein Problem.“ Zwar könnten Kunden nun wieder aus dem gesamten Angebot auswählen, bei bestimmten Gesichtsbehandlungen sei aber ein tagesaktueller Corona-Schnelltest vorzuweisen. „Das betrifft alle Behandlungen, die unterhalb der Maske gemacht werden. Wimpern färben ist also noch ohne Test erlaubt, da dabei der Mund-Nasen-Schutz getragen werden kann. Für ein Oberlippen-Waxing oder ein Zahnbleaching muss der Kunde hingegen ein negatives Testergebnis vorzeigen können“, führt sie aus.

Darüber hinaus verkünden die Geschäftspartnerinnen, dass ein voller Betrieb der „Beauty Oase“ derzeit aufgrund der aktuellen Schulsituation nicht möglich sei, denn beiden von ihnen hätten Kinder.

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