Hoyaer vermehrt Pflanze von jüdischer Familie

Eine Rose hat als Zeitzeugin überlebt

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Hartmut Koppermann überreicht Heike Huth eine Rose, die an jüdisches Leben in Hoya erinnert. 

Hoya - Sie ist eine der letzten überlebenden Zeugen der Vergangenheit, sollte eigentlich mit Hoyas Ehrenbürgerin Marion Blumenthal Lazan über den großen Teich nach Amerika reisen und bekam trotz ihrer prachtvollen Erscheinung doch keine Erlaubnis vom Zoll: eine Rose mit blut-roten Blüten.

Der Hoyaer Hartmut Koppermann überreichte sie im Rahmen der Präsentation des Buchs „Woher.Wohin“ vergangene Woche an Heike Huth, die mit Marion Blumenthal Lazan befreundet und in der Interessengemeinschaft Synagoge aktiv ist.

Wie sich ahnen lässt, handelt es sich um keine gewöhnliche Rose. Die Pflanze ist ein Abkömmling eines Rosenstocks, den einst die jüdische Familie Elias an der Deichstraße 12 in Hoya pflanzte. Von der Familie lebt heute noch ein Sohn in New York, die Eltern wurden von den Nazis deportiert und ermordet.

„Es sah lange danach aus, als sollte das Haus der Familie abgerissen werden“, erzählt Koppermann. Sein Vater war zu jener Zeit Hausmeister für das Gebäude. Gemeinsam beschlossen Vater und Sohn, die Rosenpflanze auszugraben und sich um ihr Überleben zu bemühen.

Die Arbeit sollte nicht ohne Erfolg bleiben: Heute steht die Rose im Koppermann’schen Garten und gedeiht so prächtig, dass es sogar Abkömmlinge gibt. „Jedes Mal, wenn die Mutterpflanze im Garten blüht, schaue ich sie an und denke mir: Was hat die Rose in ihrem langen Leben nicht schon alles erlebt und gesehen?“, sagt Hartmut Koppermann. Die Pflanze sei ein Stück Geschichte, allen voran jüdischer Geschichte. Die Rose erinnere bei jedem Anblick an die Ereignisse vergangener Tage.

Oberschule bekam weiteren Sprössling

Einen weiteren Sprössling hat Koppermann der Marion-Blumenthal-Oberschule geschenkt, wo er vergangene Wochen eingepflanzt wurde. „Mein Ziel ist es, noch viele Abkömmlinge zu züchten“, sagt Hartmut Koppermann.

Der Abkömmling, der eigentlich für Marion Blumenthal Lazan gedacht war, die wie die Familie Elias heute in New York lebt, soll nun im Garten von Heike und Hans Huth an der Deichstraße einen Platz finden – wenige Meter vom ehemaligen Haus der Familie Elias entfernt. Huth, die sich zusammen mit ihrem Mann Hans seit Jahrzehnten für das Leben und Wirken jüdischer Familien im Hoyaer Land interessiert, versprach der Hoyaer Ehrenbürgerin: „Wir werden uns gut um sie kümmern, sodass du sie dir bei jedem deiner Besuche anschauen kannst.“ J jaw

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