Erste Auflage umfasst 750 Exemplare

Heimatverein „Wecheln un ümto“ stellt Chronik der Öffentlichkeit vor

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Vor dem gestapelten Ergebnis ihrer Leistung: Druckfrische Exemplare der neuen Wecholder Chronik präsentierten am Samstag im Heimathaus ihr Autor Uwe Campe (links) und seine Mitautoren Ingrid Meyer und Herbert Campe.

Wechold - Dreieinhalb Kilogramm Dorfgeschichte – auf diesen augenzwinkernden Nenner brachte Irene Gartz, Vorsitzende des Heimatvereins „Wecheln un ümto“, das Ergebnis einer außergewöhnlichen Autorenleistung.

Säuberlich gestapelt, ragte eine ganze Palettenladung von 260 druckfrischen Exemplaren der neuen Ortschronik im Wecholder Heimathaus auf, als dort am Samstagnachmittag das Werk des Autors Uwe Campe und seiner Mitautoren Ingrid Meyer und Herbert Campe vorgestellt wurde. Insgesamt 750 Stück beträgt die erste Auflage des aufwendig gestalteten Buchs.

Der Bücherstapel im Heimathaus verlor rasch an Höhe, denn viele der Besucher, die an der Präsentation teilnahmen, nutzten die Gelegenheit, ihre persönliche Ausgabe der 888 Seiten starken Chronik zum Preis von 59 Euro mit nach Hause zu nehmen. Gastgeber der Veranstaltung, bei der Kaffee und Kuchen nicht fehlten, war der Heimatverein. 

Irene Gartz begrüßte die Stars des Nachmittags, Ingrid Meyer und Uwe Campe und seinen Bruder Herbert, außerdem unter den Teilnehmern Hilgermissens Bürgermeister Johann Hustedt, den Präsidenten der Hoya-Diepholz’schen Landschaft, Werner von Behr (Hoya), den Buch-Layouter Bernd Kunze (Martfeld), sowie Vertreter der Gemeinde, der Jagdgenossenschaft, des Heimatvereins und der Sponsoren.

Irene Gartz dankte allen Sponsoren, ohne deren Hilfe das Buch nicht zustande gekommen wäre. Bildhaft schilderte sie den Stolz, den das Autorenteam empfunden haben musste, als ein Lkw mit einer Ladung von drei Tonnen Büchern in Wechold vorgefahren war. Das waren drei Paletten mit je 260 Exemplaren. Jedes davon wiegt dreieinhalb Kilogramm, doch die Bedeutung des Inhalts mit Texten und mehr als 1 100 Abbildungen wiegt fraglos um ein Vielfaches schwerer. 

Bürgermeister Johann Hustedt hielt seine Ansprache auf Plattdeutsch und dankte dem Autorenteam im Namen der Gemeinde Hilgermissen. „Uwe ist ein alter Hase“, sagte Hustedt, „immerhin war er schon bei der ersten Wecholder Chronik von 1991 dabei.“ Auch Hustedt dankte den Sponsoren und erwähnte, dass Wienbergen, Magelsen und Eitzendorf mit Hochdruck an ihren Chroniken arbeiten, während die übrigen Ortsteile bereits über ein solches Werk verfügen.

Uwe Campe hielt seine Rede ebenfalls auf Plattdeutsch. „Ich bin froh, dass wir jetzt fertig sind“, sagte er und fügte hinzu: „Gelegentlich waren wir skeptisch, ob wir es überhaupt schaffen würden.“ Campe dankte seinen beiden Mitautoren, den Unterstützern und dem Heimatverein als Herausgeber. Er bezeichnete die erste Wecholder Chronik, die 1991 entstand, als wichtige Grundlage für die Arbeit an der jetzt präsentierten neuen Chronik. Sein Dank galt den verstorbenen Verfassern von 1991, Gerhard Kastens und Friedel Köster, sowie den Teilnehmern der Buchvorstellung, Hartmut Bösche (Verden) und Henry Zabel (Wechold), die damals an der Chronik mitgewirkt hatten.

„Die neue Chronik ist so dick geworden“, sagte Uwe Campe, „weil wir nicht wussten, ob jemals wieder jemand so etwas machen wird.“ Und: „Wir haben noch viele Themen, die gründlich erarbeitet werden müssen. Das bedeutet, wir haben noch viele Texte und Berge von Bildern. Aber die wollen wir nicht nächstes, sondern übernächstes Jahr bearbeiten. Erst einmal wollen wir abwarten, wie der Verkauf der neuen Chronik läuft.“

Rainer Fellermann vom Vorstand des Heimatvereins und Irene Gartz führten anschließend einen Dialog in Form eines Interviews mit den Autoren. Vier Jahre mit insgesamt rund 10.000 Arbeitsstunden, so erfuhr Fellermann, habe die Herstellung der neuen Chronik gedauert. 

Die weiteste Entfernung, die die Autoren zu Recherchezwecken zurücklegten, war Bremerhaven, wo sie das Auswanderermuseum besuchten. Das lustigste Erlebnis beschrieb Uwe Campe so: In den alten Aufzeichnungen seien sie auf eine Frau gestoßen, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils im Abstand von vier Monaten ein Kind bekommen habe. Schließlich habe sich herausgestellt, dass es sich bei den Eltern um zwei Ehepaare mit völlig gleichen Vor- und Nachnamen gehandelt habe.

Rainer Fellermann wies auf amüsante Dorfgeschichten in der Chronik hin, die sich vielleicht als gute Grundlage für die Theaterspieler eignen könnten. Überdies sei die ehrenamtliche Arbeit der Autoren gar nicht hoch genug zu bewerten.

Irene Gartz empfahl den Besuchern schmunzelnd, statt Socken ein Exemplar der Chronik unter den Weihnachtsbaum zu legen. 

hfr

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