Ein natürlicher Schädlingsbekämpfer

Betriebskatzen bei Smurfit Kappa kümmern sich um Mäuseplage

Die Katzenbeauftragte von Smurfit Kappa: Annedore Vogel sorgt dafür, dass sich Katzen auf dem Gelände der Hoyaer Firma wohlfühlen und sich nicht unkontrolliert vermehren.
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Die Katzenbeauftragte von Smurfit Kappa: Annedore Vogel sorgt dafür, dass sich Katzen auf dem Gelände der Hoyaer Firma wohlfühlen und sich nicht unkontrolliert vermehren.

Hoya – Annedore Vogel kümmert sich seit drei Jahren um frei lebende Katzen auf dem Betriebsgelände von Smurfit Kappa in Hoya. Dort arbeitet sie hauptberuflich in der Qualitätsleitung. Ihren Job als selbst ernannte Katzenbeauftragte erledigt sie meist nach Feierabend. Und das unentgeltlich. Aber warum das Ganze?

„Ich bin einfach ein Tierfreund“, sagt Annedore Vogel über sich selbst. Doch das ist nicht der Hauptgrund für ihr Engagement. „Wir haben das Projekt 2017 aus der Not heraus gestartet“, erinnert sie sich. Zu dieser Zeit seien unkontrolliert viele Katzen auf dem Gelände gewesen. „So viele, dass unsere tägliche Arbeit behindert wurde“, erklärt sie. Auf dem firmeneigenen Altpapierhof seien die Katzen groß geworden und vermehrten sich. „Dort haben sie Nahrung gesucht“, erzählt die Katzenbeauftragte von Smurfit Kappa.

Das langfristige Ziel des Projekts: „Wir wollen bei uns einen gesunden Stamm von Katzen haben.“ Denn die Tiere hätten für den Betrieb auch einen Mehrwert und sollen gar nicht in Gänze verschwinden. „Sie jagen und fangen Mäuse“, sagt Annedore Vogel. Durch ihren Jagdinstinkt dienen die Freigänger als ein natürlicher Schädlingsbekämpfer auf dem rund 30 Hektar großen Gelände. „Wir hatten hier schon die eine oder andere Mäuseplage“, sagt sie. Als viele Betriebskatzen einmal wegen einer Krankheit binnen kürzester Zeit gestorben seien, sei die Zahl der Mäuse rasch gestiegen. „Das merkt man sofort“, meint die Qualitätsleiterin von Smurfit Kappa.

Damit Annedore Vogel die Katzenpopulation auf dem Betriebsgelände regulieren kann, erhält sie die Unterstützung von der Geschäftsführung: „Ich bekomme die Zeit und auch die finanziellen Mittel, solange meine richtige Arbeit nicht darunter leidet“, sagt sie. Doch allein würde sie die Arbeit nicht schaffen. Hilfe bekommt sie deswegen von Sabine Lühring. „Sie unterstützt mich wirklich klasse und macht sehr viel“, sagt Annedore Vogel anerkennend. Zu Beginn war Sabine Lühring noch als Praktikantin vom Tierschutzhof Geißblatt in Warpe abgestellt, mit dem Smurfit Kappa beim Katzenprojekt zusammenarbeitet. Mittlerweile ist sie auf Honorarbasis bei der Hoyaer Firma angestellt und trägt einen großen Teil zum Gelingen der Aktion bei. Doch auch viele andere Mitarbeiter von Smurfit Kappa seien mittlerweile sensibilisiert für dieses Thema. „Ich habe viele tolle Kollegen, die sehr aufmerksam sind und Bescheid geben, wenn sie ein Katzennest entdecken“, sagt die Qualitätsleiterin.

Vom Tierschutzhof Geißblatt bekommen Annedore Vogel und Sabine Lühring sogenannte Lebendfangkästen für das Projekt gestellt. „Wir fangen die Tiere ein, um sie zur Tierärztin Dr. Hiltrud Richter in Hoya zu bringen“, erklärt Annedore Vogel. Mit der Veterinärmedizinerin arbeiten die beiden Katzenfreundinnen ebenfalls eng zusammen. In ihrer Klinik werden die Vierbeiner geimpft und gechippt, „um System reinzukriegen“, erzählt Annedore Vogel. Hiltrud Richter kastriert die Tiere auch. So könne der Betrieb die unkontrollierte Vermehrung der Katzen eindämmen und regulieren. „Ich appelliere an andere große Betriebe in der Region, die ebenfalls Katzen auf ihrem Gelände haben, ähnlich zu handeln“, sagt Annedore Vogel. „Die Tiere verwahrlosen sonst und gehen kaputt“, meint sie.

Wie viele Katzen derzeit bei Smurfit Kappa leben, könne sie nicht einschätzen. „Dafür ist das Gelände einfach zu groß“, sagt Annedore Vogel. Insgesamt seien aber rund 30 Tiere seit Beginn des Projektes kastriert worden. Annedore Vogel verweist darüber hinaus auf eine Aktion des Landes Niedersachsen, die noch bis zum 20. Dezember läuft, und die Kastration von Streunerkatzen bezuschusst. „Viele wissen gar nicht, dass Kastration mittlerweile Pflicht ist“, sagt sie. Und: Wer sich um eine Katze kümmert, ist nach derzeitiger Rechtslage auch für sie verantwortlich.

„Ich habe im Laufe der Zeit etwa 30 Betriebskatzen an Mitarbeiter vermittelt“, sagt Annedore Vogel und benennt damit einen positiven Nebeneffekt ihres Engagements. Es kämen regelmäßig Anfragen, aber nur Jungtiere würden sich auch als Haustiere eignen. „Die älteren sind zu scheu“, sagt Annedore Vogel.

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