Hochsitz-Skulptur ergänzt Projekt in Helzendorf

Ein achtes Kunstwerk

Mit vereinten Kräften haben sie die Skulptur aufgestellt: Wolfgang Heising, Künstler Hans-J. Müller, Wilhelm Hevert, Heinrich Harries und Heinz Wedekind (von links).
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Mit vereinten Kräften haben sie die Skulptur aufgestellt: Wolfgang Heising, Künstler Hans-J. Müller, Wilhelm Hevert, Heinrich Harries und Heinz Wedekind (von links).

Helzendorf – Sieben Kunstwerke sind bislang im Zuge des 2016 von der Gemeinde Warpe ausgeschriebenen Projektes Skulpturenpfad aufgestellt worden. Dass dieses nunmehr um ein achtes Objekt ergänzt werden konnte, ist im Wesentlichen der Initiative von Wolfgang Heising aus Helzendorf und Wilhelm Hevert aus Bücken zu verdanken, die sich nicht nur beharrlich um Spender und Sponsoren bemüht, sondern auch selbst tatkräftig Hand angelegt haben.

Das vom Bremer Künstler Hans-J. Müller in mehrmonatiger Arbeit geschaffene Werk wurde ohne öffentliche Feier und unter Einsatz eines Autokranes des THW nahe dem neuen Mühlenumfluter aufgestellt und vom Meister eigenhändig auf dem von Heinrich Harries aus Helzendorf vorbereiteten Betonsockel verschraubt.

Die Skulptur besteht aus einem aus Metall und Holz angefertigten Hochsitz in Originalgröße, auf den jeweils im Laserverfahren geschnittene und farbig lackierte metallene Figuren von Hirsch, Wildschwein, Fuchs, Hase und Krähe installiert wurden. Sinnbildlich haben die Tiere ausgerechnet auf dem Hochsitz einen sicheren Rückzugsort gefunden, wie die erst auf halber Höhe beginnende Leiter symbolisiert. Das sich nach Worten des Künstlers selbst erklärende Werk stellt unter dem Motto „Wenn die Hasen Gewehre hätten …“ eine augenzwinkernde Parodie der Jagdausübung dar. Es steht damit allerdings im deutlichen Gegensatz zum Verhalten militanter Jagdgegner, deren zunehmend gegen jagdliche Einrichtungen wie gerade Hochsitze gerichteter Vandalismus in letzter Zeit vielerorts beklagt wird.

Der 1952 in Donaueschingen geborene Hans-J. Müller hat von 1978 bis 1985 in Bremen Bildhauerei studiert. Arbeitsaufenthalte führten ihn später nach Japan, Italien, Syrien und in die USA. Seit 1982 sind seine Arbeiten in Ausstellungen und auf Kunstmessen im In- und Ausland zu sehen. Das er auch Erfahrungen mit im öffentlichen Raum gezeigter Kunst hat, belegen zahlreiche Kunstwerke in Norddeutschland, wie beispielsweise seine in Verden innerhalb der Kreisverkehre Nordertor und Osterkrug platzierten Arbeiten.

Auch wenn das Objekt vielleicht nicht den ungeteilten Beifall der Jägerschaft findet, bildet es doch eine gelungene Symbiose zwischen Kunst und Natur und stellt einen echten Hingucker dar. Der für seine Aufstellung gewählte Platz kann jedenfalls als günstig bezeichnet werden. Einerseits befindet er sich an dem eingangs erwähnten Rundweg „Warper Skulpturenpfad“ und andererseits treffen hier jetzt die Kunst, die Natur mit der im Rahmen des letzten Flurbereinigungsverfahrens vorbildlich renaturierten Graue und die in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche historischen Mühle Heuermann – immerhin die älteste noch existierende Wassermühle Niedersachsens – zusammen.

Der „Hochsitz“ ist daher allemal geeignet, Kunstliebhaber und Touristen zum Anhalten und Verweilen zu animieren. Wie Warpes Bürgermeister Heinz Wedekind sagte, sollen auch hier, wie an den anderen Stationen des Rundweges, den Interessierten durch eine noch zu erfolgende Beschilderung zusätzliche Informationen geliefert werden.

Von Uwe Campe

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