Ehren- und Hauptamtliche berichten und informieren über Flüchtlingsarbeit

„Das Nebeneinander kann funktionieren“

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Lieferten Informationen für Ehrenamtliche (von links): Uwe Back, Renate Paul, Herr Glöckner, Carmen Prummer, Uta Frehse, Bianca Meier und Mareen Witthöft.

Von Horst FriedrichsDer Arbeitskreis „Brot und Salz“ begrüßt Flüchtlinge in der Samtgemeinde mit Brot und Salz. Doch es ist weitaus mehr, wodurch Mitglieder und Helfer dem Namen des Kreises Ehre machen. Im Rathaus Hoya trafen sie sich jetzt zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Renate Paul, die Leiterin des Arbeitskreises, begrüßte dazu Carmen Prummer und deren Kollegen Herrn Glöckner* von der Kreisverwaltung.

Uwe Back, Ordnungsamts-Chef in der Samtgemeindeverwaltung, lobte die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter für ihre hervorragende Arbeit bei Empfang und Unterbringung der Flüchtlinge.

„Brot und Salz arbeitet vorbildlich“, bescheinigte auch Carmen Prummer, die bei der Kreisverwaltung den Fachdienst Familie und Integration leitet. Insbesondere die Patenschaften, die ehrenamtliche Helfer für jeweils eine Flüchtlingsfamilie übernehmen, seien beispielhaft. Prummer wies in diesem Zusammenhang auf die Ausbildung von Integrationslotsen hin.

Ordnungsamtsleiter Uwe Back bescheinigte seiner Mannschaft im Amt eine hervorragende Arbeit. Bianca Meier, Uta Frehse und Mareen Witthöft wenden einen großen Teil ihrer Arbeitszeit für die Flüchtlingsbetreuung auf. Bianca Meier ist auch stellvertretende Leiterin von „Brot und Salz“.

Nachdem Renate Paul und er schon vor zwei Jahren erste Überlegungen angestellt hatten, so Uwe Back, habe sich der Arbeitskreis im Januar dieses Jahres mit zunächst 15 Personen etabliert. Mittlerweile hat er doppelt so viele Mitglieder.

Uwe Back betonte, für die Einführung der Flüchtlinge stünden damit hervorragende ehrenamtliche Kräfte zur Verfügung. Bisher würden alle Asylsuchenden in der Samtgemeinde dezentral untergebracht. „Deshalb fallen sie überhaupt nicht auf“, sagte Back. „Aber wir werden noch ganz andere Zahlen bekommen.“ Derzeit beherberge die Samtgemeinde Grafschaft Hoya 91 Flüchtlinge; weitere 268 müsse sie bis Ende Januar noch aufnehmen.

Renate Paul bedankte sich im Namen des Arbeitskreises für die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Zuständigen im Rathaus.

Auch Mike Fuchs, die Leiterin des Jugendzentrums „Conexxxx“ in Hoya, hilft ehrenamtlich im Arbeitskreis. Deshalb gibt es regelmäßige Treffen im „Conexxxx“.

Das Modell der Patenschaften trägt laut Renate Paul wesentlich zur Willkommenskultur bei, die in der Samtgemeinde gepflegt werde. Überdies gebe es hier auch keine rechte Szene.

Nach einem Film über den Ablauf eines Aufnahmeverfahrens schilderten Carmen Prummer und Herr Glöckner Einzelheiten aus den entsprechenden örtlichen Prozeduren. Prummer ließ die Zuhörer wissen, dass sie und ihre Kollegen in der Kreisverwaltung stets für aktive Hilfe bei der Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung stünden.

Zurzeit arbeite man an mehrsprachigen Informationen, die den Flüchtlingen etwa in Form von Flyern an die Hand gegeben werden sollen. „Damit erfahren sie beispielsweise alles über Mülltrennung“, sagte Carmen Prummer. Glöckner ergänzte: „Die Masse der Menschen, die herkommen, braucht unsere Hilfe. Dass auch mal Schlitzohren darunter sind, ist klar.“

„Wir machen bei der Betreuung keinen Unterschied zwischen den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen“, erklärte Renate Paul. „Wir bieten den Menschen ein buntes Programm. Und wir haben längst festgestellt: Das Nebeneinander kann funktionieren.“

Dank der ehrenamtlichen Helfer in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya hätten die Flüchtlinge auch keine Probleme mit der Unterbringung in abgelegenen Dörfern, sagte Glöckner

Die Vermieter, berichtete Renate Paul, hätten mit den Flüchtlingen positive Erfahrungen gemacht. Die Samtgemeinde miete und zahle die Wohnung. Das Nienburger Sozialkaufhaus „Fundus“ richtet sie ein, und die Hoyaer Kleiderstuben bieten Termine für die Flüchtlinge an. Positiv wirke sich aus, dass fast alle Flüchtlinge Englisch sprechen.

Uwe Back und Glöckner beantworteten Detailfragen der anwesenden Arbeitskreis-Mitglieder, wiesen allerdings darauf hin, dass das System vor Ort nicht auf einen wirklichen Ansturm von Flüchtlingen eingerichtet sei.

* Herr Glöckner möchte seinen Vornamen nicht in der Zeitung lesen.

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