Ehepaar aus Wietzen weckt bei Vortrag über Kapverden Fernweh der Zuhörer

Persönliche Einblicke in die Inseln der Glückseligkeit

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Vor dem Vortrag hatten Gaby und Jürgen Rose ihre Erinnerungen an die Reise von vor zehn Jahren selbst nochmal aufgefrischt.

Von Christel NiemannAuf den Kapverdischen Inseln sagt man: Wenn sich drei Kapverdianer treffen, entsteht zwangsläufig Musik. Davon konnte sich das pensionierte Lehrerehepaar Gaby und Jürgen Rose bereits vor zehn Jahren als Reisende überzeugen. Jetzt erzählten die Wietzener in der Reihe „Geschichten von hinter dem Horizont“ in der Bücker Kleinkunstdiele von ihren Reiseerfahrungen.

Das Ehepaar hat damals vier Inseln besucht: Santiago, Santo Antao, Sao Vicente und Sal. Sie wollten abseits haupttouristischer Pfade das Reiseland erkunden. Ihre Erlebnisse und die dabei gewonnen Eindrücke haben sie jetzt nochmals aufgefrischt und in der Kleinkunstdiele Bücken einem interessierten Publikum davon berichtet.

Doch zunächst wurden die Stühle knapp, und es mussten immer wieder neue herbeigeschafft werden. Dann kamen die Anwesenden schnell voll auf ihre Kosten und wurden von Gaby und Jürgen Rose mit einem ebenso kurzweiligen wie informativen Vortrag unterhalten.

Mehr als 100 Fotografien vermittelten den Besuchern spannende Einblicke in den fremden Kulturkreis und in die dortigen Lebensgewohnheiten. Sie zeigen die mal karge, mal üppige Vegetation der Insellandschaften, teils nachdenklich machende Einblicke in die Lebensverhältnisse der dort lebenden Menschen, geschichtliche Hintergründe, aber auch viele lustige Episoden, die Gaby und Jürgen Rose erlebt haben.

Die überwiegend farbenprächtigen Fotos der Diaschau hinterließen bei den Besuchern Staunen und – man konnte es in ihren Gesichtern sehen – Neugierde. Das Publikum war sichtlich begeistert, und Kommentare wie „da möchte ich auch mal hin“ waren zu hören.

Der Vortrag in der Bücker Kleinkunstdiele fand viele Zuhörer.

Lob verdient auch der Informationsgehalt der Veranstaltung, schließlich erzählten die Referenten – sie sind langjährige Mitglieder des Europäisch-Kapverdischen Freundeskreises – auch viel über Land und Leute. So wusste das Gros der Besucher zuvor nicht, dass die vor der Westküste Afrikas liegende Inselgruppe der Kapverden erst seit 1975 von Portugal unabhängig ist, dass sie insgesamt 15 Inseln umfasst, von denen neun bewohnt sind, oder dass sie aufgrund der ähnlichen Vegetation mit den Kanaren und den Azoren zu den Makaronesen gehört, den sogenannten Inseln der Glückseligkeit.

In dem Vortrag wurde außerdem an eine Künstlerin erinnert, die viel zum Bekanntheitsgrad der Inselgruppe beigetragen hat: Cesária Évora (1941- 2011). Die Sängerin kam dort zur Welt, sang lange Zeit in Kneipen, bis sie einen Plattenvertrag erhielt. Als sie starb, rief der Premierminister der Kapverden eine zweitägige Staatstrauer aus. „Sie war die Stimme der Kapverden und hat das Lebensgefühl der Menschen über das Meer getragen“, sagte Gaby Rose.

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