Langes Warten auf den Supermarkt

Edeka-Bau in Eystrup: Wann wird das Projekt realisiert?

Die ersten Bäume für den Neubau sollen im Februar fallen, kündigt Edeka an.
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Die ersten Bäume für den Neubau sollen im Februar fallen, kündigt Edeka an.

Eystrup – Voraussichtlich. Das ist ein strapaziertes Wort beim geplanten Bau eines Edeka-Marktes in Eystrup. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll der Markt eröffnet werden. Das teilt eine Sprecherin des Lebensmittelhändlers mit. Sechs Jahre würde es dann gedauert haben, das Projekt zu realisieren. Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu tun.

Zum Beispiel einen Bauantrag stellen. Der liegt bis heute nämlich nicht im Rathaus vor, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit – und das, obwohl der Gemeinderat bereits im September grünes Licht für das Vorhaben gegeben hat. „Die Verfahrensschritte sind abgefrühstückt“, sagt Eystrups Bürgermeister Jost Egen. Und Peter Bruns vom Fachbereich Bauen der Samtgemeinde Grafschaft Hoya bestätigt, dass Politik und Verwaltung ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Edeka kündigt an, die benötigten Unterlagen noch im ersten Quartal an das Rathaus zu schicken. Die ersten Bäume in dem Wäldchen an der Bundesstraße 215/Ecke Alexanderweg sollen im Februar fallen, sagt die Unternehmenssprecherin.

Dann wird sie vage. „Die danach folgenden Schritte passen wir zurzeit noch angelehnt an die Auflagen aus dem Bebauungsplan bezüglich der Fledermaus-Thematik an.“ Genauere Informationen könne sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben.

Hintergrund sind Schutzmaßnahmen für den Erhalt von geschützten Fledermäusen und Brutvogelarten auf dem 8 000 Quadratmeter großen Grundstück. Um deren Lebensraum zu erhalten, sollen „im Randbereich ein paar Bäume stehen gelassen“ werden, erläuterte Bauamtsleiter Rolf Walnsch bereits 2016. Zudem müssten für jeden gefällten Baum eineinhalb neue gepflanzt werden, hieß es 2019.

Neben den Baumfäll- und Bauarbeiten auf dem Grundstück „In den Kreuzbergen“ muss Edeka auch für den Bau der geplanten Linksabbiegerspur von der Bundesstraße für aus Richtung Hassel kommende Autofahrer geradestehen. Die Samtgemeindeverwaltung kümmert sich nach eigenen Angaben nur um die Abstimmung mit der zuständigen Landesstraßenbaubehörde. Bezahlen muss der Bauherr, also der Lebensmittelhändler.

Aus der Bevölkerung waren in der Vergangenheit immer wieder kritische Stimmen laut geworden. Naturfreunde waren besorgt wegen der Bäume und der Fledermäuse, die in dem Wäldchen möglicherweise ihr Jagdrevier haben. Auch die Flächenversiegelung stieß einigen übel auf. Andere zweifelten generell am Sinn eines weiteren Supermarkts in Eystrup – schließlich gibt es schon Netto und Penny. Gemeinde und Samtgemeinde teilten diese Bedenken letztlich nicht.

Ob nun tatsächlich Bewegung in das Bauvorhaben kommt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Wie gefährlich Prognosen sind, zeigt ein Blick ins Archiv dieser Zeitung: „Markteröffnung 2018 geplant“, hieß es im März 2017. Ein Jahr später schränkte Gemeindedirektor Detlef Meyer ein, das Projekt sei „nach wie vor im Werden“. Anfang 2019 gab Meyer das Ziel aus, zu Beginn des Jahres 2020 mit den Baumaßnahmen beginnen zu können. Wenige Monate später sagte Peter Bruns vom Bauamt: „Ich möchte nicht in die Glaskugel schauen.“

Von Felix Gutschmidt

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