Chorgesang, Tanz, ein Film und eine schreckliche Hexe unterhalten Gäste in Bücken

Ein echtes Spektakel

Die Balletttänzerinnen brachten eine märchenhafte Geschichte auf die Bühne. - Fotos: Maren Hustedt

Bücken - Von Maren Hustedt. Wer nach dem Auftritt der Chöre dachte, zum Abschluss des Bücker Kulturspektakels würde der Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ gezeigt, der ging einer falschen Spur auf den Leim. Die Auswahl der Gesangstücke aus dem französischen Drama erlaubten keinen Rückschluss auf den bis zuletzt geheim gehaltenen Titel des Films, sondern dienten ausschließlich dazu, das sehr zahlreich erschienene Publikum hervorragend zu unterhalten.

Bis auf den letzten Platz war die Stiftskirche besetzt, während die Mitglieder des Kinderchors der Grundschule Marklohe und des Bücker Erwachsenenchors „Haste Töne“ ihre Darbietung präsentierten. Unter der Leitung von Renata von Lingen verschmolzen die Chormitglieder unterschiedlichen Alters zu einem harmonischen Ganzen und erfüllten das Schiff des Gotteshauses mit berührenden Klängen.

Peter Klein, Betreiber der Bücker Kleinkunstdiele und Mitorganisator des diesjährigen Kulturspektakels, bezeichnete den Auftritt als „sehr gelungenes Experiment“. Zu Recht. Das anspruchsvolle Programm wurde sicher vorgetragen. Den kleinen und großen Beteiligten war die Freude am Singen auf den Gesichtern deutlich abzulesen. Sie gingen bis an ihre Grenzen, begeisterten und erreichten ihr Publikum. Stehende Ovationen und ein lang anhaltender Beifall zum Abschluss des Konzerts gipfelten in eine bejubelte Zugabe.

In Strömen pilgerte das Publikum danach auf den Marktplatz, wo eine große Bühne Platz bot für ein weiteres gelungenes Kulturspektakel. 32 Tänzerinnen der Ballettgruppe des MTV Bücken hatten ihre Spitzenschuhe geschnürt, um eine märchenhafte Geschichte um zwei Paar gestohlene Zauberschuhe tänzerisch zu interpretieren.

Bewegende Musik untermalte die gelungene Choreografie aus der Feder von Tanzlehrerin Karina Dubuc, die ihren Schützlingen während der Aufführung zur Seite stand und mittels Regieanweisungen zum Gelingen beitrug. Zauberhaft zart und zerbrechlich wirkte der Auftritt der beiden Elfen, die von der Königin mit den Schuhen belohnt wurden. Dramatisch und bewegend betrat die schillernd-schreckliche Hexe die Bühne, um mithilfe (durchaus sympathischer) Teufelchen die Schuhe zu stehlen. Es folgte ein erbitterter (und mitreißender) Kampf zwischen Gut und Böse. Schließlich gab die Hexe die Schuhe zurück, und alle tanzenden Elfen kamen zu einem beschwingten Abschlussfest zusammen. Tosender Applaus belohnte die Darstellerinnen für ihren fast einstündigen Tanzauftritt.

Kulturspektakel in Bücken

So viel mitreißende Kultur machte hungrig. Und so packten die Besucher nun Platten voller Leckereien, Brote, Salate und Getränke aus, rückten auf Sitzgruppen und Picknickdecken zusammen und genossen im Schein zahlreicher Kerzen eine ebenso schmackhafte wie gesellige Abendmahlzeit. Gegen 21 Uhr wurde das Geheimnis um den Filmtitel gelüftet: „Billy Elliot – I will dance“. In der Dämmerung erlebten die Besucher Jamie Bell in der Rolle des Billy Elliot, der gegen den Widerstand seines Vaters um das Recht kämpft, klassisch tanzen zu dürfen. Ein passender Abschluss für das gelungene Kulturspektakel.

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