Wildunfälle auf der Waldstrecke

Dreibeine zwischen Hassel und Eystrup: Ein Hoyaer Kommissar zieht Bilanz

Einige der Dreibeine an der Waldstrecke zwischen Hassel und Eystrup sind an andere Standorte im Landkreis Nienburg versetzt worden.
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Einige der Dreibeine an der Waldstrecke zwischen Hassel und Eystrup sind an andere Standorte im Landkreis Nienburg versetzt worden.

Hassel/Eystrup – Die Polizei Hoya stellte im April Dreibeine zwischen Hassel und Eystrup auf. Jetzt zieht ein Kommissar Bilanz.

Die Waldstrecke zwischen Hassel und Eystrup ist für Verkehrsteilnehmer nicht ganz ungefährlich. Etliche Male kam es dort zu Unfällen im Zusammenhang mit Wild – von Anfang 2019 bis April 2021 waren es immerhin 29. Daher hat die Polizei Hoya dort zahlreiche sogenannte rote Dreibeine aufgestellt, um den Verkehr für den Wildwechsel zu sensibilisieren.

Aber hat die Maßnahme mit Blick auf die Unfallzahlen überhaupt Wirkung gezeigt? Und wie sieht die Prognose für die nun beginnende dunkle Jahreszeit aus? Antworten auf diese und weitere Fragen hat Kommissar Jan Niklas Bösche vom Polizeikommissariat Hoya.

Seit April dieses Jahres, also seit dem Aufstellen der Dreibeine, sei es auf der Strecke zu insgesamt neun Wildunfällen gekommen, wovon jedoch keiner polizeilich gemeldet worden ist. Kein einziger davon ereignete sich zudem im April. Bösche verbucht die Maßnahme daher durchaus als Erfolg, „da die Tendenz der vermehrten Wildunfälle des vergangenen Winters sich im Sommer nicht fortgesetzt hat“.

Zwischen 15 und 20 Dreibeine hatte die Polizei am Straßenrand platziert, doch im Laufe der Zeit, verringerte sich die Anzahl der roten Kreuze immer weiter. „Sie sind an andere Standorte innerhalb des Landkreises Nienburg versetzt worden. Einige wenige sind zudem durch die Witterung beziehungsweise menschlichen Einfluss beschädigt worden“, erklärt Bösche das plötzliche Verschwinden der Dreibeine, die überall dort aufgestellt werden, wo es vermehrt zu Wildunfällen kommt. Neben der Bundesstraße 215 zwischen Hassel und Eystrup sei ein weiterer Wildunfallschwerpunkt die Kreisstraße 147, die Hämelstraße in Hämelhausen. „Jedenfalls in Anbetracht dessen, wie viele Fahrzeuge die Strecke befahren“, weiß der Kommissar.

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit ist Wild im Zweifelsfall noch schlechter zu erkennen. Hinzu kommen Schnee, Eis und Glätte. Doch wie Jan Niklas Bösche berichtet, steigen dadurch nicht zwangsläufig die Unfallzahlen. „Im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Hoya, darunter die Samtgemeinde Hoya, Heemsen, Marklohe, Liebenau und Steimbke, sind die Zahlen zwischen Sommer und Winter relativ gleichbleibend. Mit Blick auf die Jahresbilanz ergibt sich ein Durchschnittswert von 2,3 Unfällen pro Tag.“

Die allgemeine Statistik für Deutschland sehe jedoch anders aus, sagt er und verweist in diesem Zuge auf die Auswertungen des Statistischen Bundesamts von 2020. Darin heißt es, dass es bundesweit in den Sommermonaten zu mehr Verkehrsunfällen als im Winter komme. Fahrfehler seien dabei ein entscheidender Faktor, erklärt Bösche. Insgesamt gebe es im Sommer zudem mehr schwerwiegende Unfälle, bei denen Menschen getötet oder schwer verletzt werden, als im Winter. „Dann sind viel mehr Krad- und Motorradfahrer unterwegs, die häufiger schwer stürzen“, weiß der Kommissar. Auf dem Streckenabschnitt der Landesstraße 331 zwischen Hoya und Martfeld kam es beispielsweise zwischen 2016 und 2021 zu elf Verkehrsunfällen unter Beteiligung eines Motorrades. In den meisten Fällen zogen sich die Zweiradfahrer dabei schwere Verletzungen zu, einer verunglückte tödlich. „Auch wenn es im Winter durchschnittlich zu weniger Unfällen kommt, soll die Statistik keine falsche Sicherheit an den Tag legen“, betont Jan Niklas Bösche. Denn Vorsicht sei im Straßenverkehr immer geboten.

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