Drei Fragen an Willi Kremer-Schilligs, der als „Bauer Willi“ zu Gast beim Maschinenring Hoya ist

„Ein Bauer denkt immer an die nächste Generation“

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Willi Kremer-Schilligs

Schweringen/Graue - Bei der Hauptversammlung des Maschinenrings Hoya ist Dr. Willi Kremer-Schilligs alias „Bauer Willi“ zu Gast. Der Nebenerwerbslandwirt aus dem Rheinischen hält am 1. März einen Vortrag. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in Steimke‘s Landhotel in Asendorf-Graue und steht auch interessierten Nicht-Mitgliedern offen.

Willi Kremer-Schilligs ist durch sein Internet-Tagebuch (www.bauerwilli.com) bekannt geworden, in dem er vorrangig landwirtschaftliche Themen kritisch beleuchtet. Unsere Redakteurin Anne Schmidtke hat ihm drei Fragen gestellt.

Wie sieht der typische Bauer für Sie aus?

Jetzt legen Sie mir aber gleich ein paar Tretminen aus. Ich versuche, auf keine drauf zu treten. Der typische Landwirt ist sowohl

– der Nebenerwerbslandwirt im Mittelgebirge mit 20 Kühen, wie auch

– der Ackerbauer mit 100 Hektar, der Rüben, Weizen, Gerste und eventuell noch Gemüse anbaut,

– der Schweinemäster mit 3000 Mastschweinen und einer Biogasanlage,

– der Milchviehhalter mit Grünland,

– der Bio-Bauer mit Hofladen und, und, und.

Sie sehen: es gibt ihn nicht, den typischen Landwirt. Landwirtschaft ist Vielfalt. Was für mich wohl „typisch Bauer“ ist: Es ist seine Familie. Ein typischer Bauer denkt bei all seinem Tun immer an die nächste Generation.

Wenn Sie wiedergeboren werden würden, welches Tier wären Sie dann? Warum gerade dieses Tier?

Ich bin christlich erzogen worden und glaube da ja an etwas anderes.

Im Urlaub habe ich mal ein Faultier im Baum hängen sehen. Also, das wäre nichts für mich. Fische und Amphibien scheiden auch aus. Im Alter knirschen ja schon mal die Knochen, deshalb müsste es ein Tier sein, das dort lebt, wo es warm ist. Und da fallen mir Afrika und seine Löwen ein. Von denen heißt es, dass sie kooperativ sind (im Rudel jagen), dass sie auch zu uneigennützigen Handlungen fähig sind, andererseits aber außer der Nahrungsbeschaffung keinen unnützen Aufwand betreiben.

Was mir etwas zu schaffen macht: Häufig sind die Löwinnen der Kern des Rudels. Aber damit kann ich gut leben. Das ist fast wie zu Hause.

Was machen die Landwirtefalsch, was die Verbraucher?

Beide das Gleiche: Sie reden nicht oder wenig miteinander, was dann auf beiden Seiten zu Missverständnissen und Vorurteilen führen kann. Wobei ich mit reden jetzt nicht immer nur den persönlichen Kontakt meine. Kommunikation mit den Verbrauchern kann ja auch anders gestaltet werden. Mit den modernen Medien ist das alles viel einfacher geworden. Aber auch ein einfacher Leserbrief in der Kreiszeitung ist schon ein Anfang. Und warum stellt nicht jede Woche in der Wochenend-Ausgabe ein anderer Landwirt seinen Betrieb vor?

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