Hilgermisser Rat gibt Geld für Jugend und Dörpsverein / Diskussion um Lkw in Magelsen

Drei Einigkeiten und ein Güllefall

Kommt zu viel Gülle auf die Felder bei Magelsen? Das glauben die Landwirte im Gemeinderat nicht. Sie gaben aber Tipps, wie möglicherweise künftig verhindert werden kann, dass die Güllefahrzeuge zu schnell durch den Ort fahren. - Foto: Imago

Wechold - Von Michael Wendt. Dreimal Ja: Betonpflaster im Wohngebiet Wechold, 1 500 Euro Zuschuss für den Dörpsverein Eitzendorf und mehr Geld für die Jugendarbeit. Die Hilgermisser Ratsleute waren sich am Mittwochabend einig bei den drei anstehenden Entscheidungen. Unaufgeregt diskutierten sie auch das Aufreger-Thema „Gülle“. Heike Beermann (Wählerinitiative für Hilgermissen, WfH) hatte gefragt, ob man den „Gülletourismus“ durch Magelsen eindämmen kann. Wohl kaum, antworteten ihre Ratskollegen. Aber man wolle wenigstens versuchen, die Gülle-Lkw-Fahrer etwas einzubremsen.

Heike Beermann beschrieb in der Sitzung im Wecholder Gasthaus Thielhorn das Problem: Im Frühjahr fahren „in zwei Wochen locker 150 Lkw durch Magelsen“. Sie fahren durch eine Wohnstraße im Süden des Orts zu den Feldern in der Marsch und an der Kirche vorbei zurück. Viele Magelser ärgern sich über die Geschwindigkeit der Fahrzeuge und sorgen sich ob der Güllemenge um das Grundwasser, erläuterte Heike Beermann.

Gemeindedirektor Detlef Meyer stellte zunächst klar, dass die Gemeindestraßen in die Marsch formell der Erschließung der Produktionsstätte Acker dienen. Die Lkw dürfen dort also fahren. „Aber es gibt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, das müssen wir in Gesprächen einfordern“, sagte Meyer.

Wer Bedenken hat, dass zu viel Gülle aufgetragen wird, kann sich an die Landwirtschaftskammer wenden und um eine Untersuchung bitten. Zuständig ist Jelko Djuren vom Prüfdienst in Oldenburg, Telefon 0441/801775.

Ratsmitglied Arndt Kuhlmann (Wählergruppe Hilgermissen, WG) ist Landwirt und lebt ebenso wie Heike Beermann in Magelsen. Er erklärte: „In der Wachstumsperiode kommt ein Lkw Gülle auf einen Hektar Land. Und die zwei Wege [in die Marsch] erschließend viel Land.“ Auch Hauke Stöven (WG) glaubt nicht an eine Überdüngung durch zu viel Gülle. Er schlug vor, mit den die Gülle aufnehmenden Betrieben zu sprechen. Die hätten als Kunden den größten Einfluss auf die Lkw-Fahrer und könnten diese „impfen“, langsamer zu fahren.

Bürgermeister Johann Hustedt (WG) griff einen weiteren Vorschlag aus dem Rat auf: Tempo 30 im Wohngebiet. Das kann die Gemeinde nicht verordnen, wohl aber der Unteren Verkehrsbehörde, dem Landkreis, vorschlagen. „Das sollten wir versuchen“, sagte Johann Hustedt.

Weitaus weniger diskutiert als das Thema „Gülle“ wurden die vorliegenden drei Beschlussvorlagen.

Förderung Jugendarbeit

Künftig erhalten ortsansässige Vereine, Verbände und Organisationen im Jahr 15 statt 12,50 Euro pro jugendlichem Mitglied. Dies gilt künftig auch für Mitglieder, die außerhalb der Gemeinde wohnen.

Ausbau Wohnstraße

Im Januar hatte der Rat entschieden, die Straße im Wohngebiet „Wechold – Bei der alten Schule“ asphaltieren zu lassen. Die Verwaltung wies anschließend jedoch darauf hin, dass der Vorgängerrat 2008 beschlossen hatte, die Straße mit Betonsteinen zu pflastern, wenn die Grundstücke bebaut sind. Betonpflaster sei aufgrund der beengten Verhältnisse im Baugebiet zudem einige tausend Euro günstiger als Asphalt und anders als dieser förderfähig im Rahmen der Dorferneuerung. Zwar ist die Straße keine Dorferneuerungsmaßnahme, aber – so war sich der Rat einig – die Gemeinde solle mit gutem Beispiel vorangehen und pflastern statt asphaltieren.

„Wir sollten den Beschluss [aus dem Januar] zurücknehmen. Die Verwaltung hat uns belehrt, wir wussten es nicht besser“, sagte Lüder Görtmüller für die WG. Frank Beermann (WfH) pflichtete ihm bei und ergänzte: „Die Käufer der Grundstücke sollen sich auf Beschlüsse [von 2008] verlassen können.“

Geld für Dörpsverein

Um 1 500 Euro von der Gemeinde hatte der im November 2015 gegründete Dörpsverein Eitzendorf gebeten – für die Instandsetzung und Wiederbegrünung des Backhauses, mit der er bereits begonnen hat. „Wir finden, der Dörpsverein ist eine tolle Sache und stimmen dem Antrag zu“, sagte Sarah Stegmann (WG). Uwe Hopmann (WfH) ergänzte, der Verein sei bereits in Vorleistung gegangen und habe noch keine Rücklagen. Johann Hustedt schloss: „Das Gelände gehört der Gemeinde. Was die Vereinsmitglieder gemacht haben, das haben sie für uns gemacht.“

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