Diskussion mit Kreislandwirt

Debatte über Tierwohl und Monokulturen

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Prof. Dr. Werner Wahmhoff.

Von Horst Friedrichs. „Die Landschaft ist hier so vielfältig wie ein bunter Kuchenteller.“ So umschrieb Wilken Hartje, Kreislandwirt des Landkreises Diepholz seine Eindrücke von der Grafschaft Hoya. Anlass war eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Volkshochschul-Reihe „Politischer Salon“: Im Hoyaer Lindenhof ging es um das Thema „Nachhaltige Landwirtschaft“. Die positive Einschätzung der heimischen Gegend sei der Tatsache zu danken, dass die Landwirte hier keine Monokultur betreiben, erklärte Hartje. Weiterer Fach-Gast war Professor Dr. Werner Wahmhoff (Osnabrück).

Prof. Dr. Werner Wahmhoff.

Als Veranstalter namens der Volkshochschule begrüßte Hans Kaufmann (Dedendorf) die Gäste, die alle Plätze im Versammlungsraum des Lindenhofs besetzt hatten. Wie Kaufmann in seinen einleitenden Worten erklärte, gehe es der VHS darum, mittels eines Dialogs die Frage zu klären, ob Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft eine Utopie sei. Die Rolle des Moderators hatte Pastor Andreas Ruh (Hoya) übernommen. Er gab den Rednern die Reizworte Massentierhaltung, Tierwohl und Tierschutzdebatte mit auf den Weg. Professor Wahmhoff ist stellvertretender Generalsekretär und Abteilungsleiter Umweltforschung und Naturschutz in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). An der Uni Göttingen hat er eine Professur für Pflanzenbau inne. Auch wenn jeder den Begriff Nachhaltigkeit so auslege, wie es ihm gefalle, sei der Begriff für die Landwirtschaft längst definiert und festgelegt, sagte Wahmhoff. „Ökologie, Ökonomie und soziale Fragen sind die drei Säulen beziehungsweise Ziele der Nachhaltigkeit.“ Nichtsdestoweniger erzeuge das Thema einen ständigen Konflikt, und letztlich gehe es darum, die Weltbevölkerung zu ernähren und gleichzeitig die Umwelt zu erhalten. Wir seien längst Teil einer globalen Landwirtschaft, erklärte Wahmhoff weiter, und die Landwirtschaft könne nur dann nachhaltig sein, wenn die Menschen, die sie betreiben, davon leben könnten.

Kreislandwirt Wilken Hartje.

Wilken Hartje hat neben seinem Amt als Kreislandwirt des Landkreises Diepholz eine Reihe von weiteren Ehrenämtern inne; er ist für die CDU Mitglied im Syker Stadtrat und Ortsbürgermeister von Heiligenfelde. Er betreibt Ackerbau und einen Schweinemastbetrieb und ist Beteiligter einer Biogasanlage, die Wärme für ein Schulzentrum und andere Gebäude erzeugt. „Man merkt einem Schwein an, ob es krank ist“, sagte Hartje. „Schweine sind wie Hunde, neugierig und verspielt, und sie sollten sich in hellen und freundlichen Ställen wohlfühlen.“ Eine Folge der Spezialisierung in der Landwirtschaft beschrieb Hartje so: „Wir feiern alle Erntefest auf den Dörfern, und wir Bauern sind gar nicht dabei.“ Aus den früheren Höfen mit vielen Mitarbeitern seien Ein-Mann- oder Ehegatten-Betriebe geworden. Hartje: „Wir müssen wieder an Mitarbeiter denken.“ Den Tierschutzplan und die Tierschutzinitiative bezeichnete Hartje als sehr ambitioniert und fügte hinzu: „Wir Bauern sind auf die Forschung angewiesen. Neue Ställe sind besser als die alten.“

„Massentierhaltung“, sagte Wahmhoff, „ist ein Kampfbegriff, den ich nicht verwende.“ Es sei unrealistisch, alle Probleme der Landwirtschaft in zwei Jahren lösen zu wollen.

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