Direkt von der Kuh – unbehandelte Milch im 24-Stunden-Verkauf

Milchtankstelle in Warpe: „Frischer geht‘s nicht“

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Für das Foto reihte sich Familie Haarberg mit dem Kalb Ulf vor der Milchtankstelle ein: (von rechts) Ehler, Wilhelm und Marita Haarberg sowie ihre Tochter Wiebke Anlauf und Ehlers Freundin Sara Thran.

Von Anette Steuer. Kaffeeautomaten sind in Büros, Bahnhöfen und Fabrikhallen schon lange bekannt. Bei uns auf dem Land hingegen gibt es jetzt in Warpe einen Milchautomaten. Genauer: eine Milchtankstelle. Auf dem Hof der Familie Haarberg, Warpe 18, steht diese Zapfstelle für frische, unbehandelte Milch. Rund um die Uhr kann das regionales Qualitätsprodukt dort nun geholt werden.

40 Kühe sorgen auf dem Hof der Familie Haarberg für steten Nachschub an frischer Milch. „Wir befüllen die Milchtankstelle täglich“, sagt Landwirt Wilhelm Haarberg.

Die Milch, die man dort zapfen kann, ist sogenannte Rohmilch. Das bedeutet, dass sie absolut naturbelassen und unbehandelt ist. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich sagen, die Milch wurde vom Euter der Kuh direkt in die „Zapfanlage“ gepumpt. Sie ist nicht pasteurisiert (kurzzeitig erwärmt zum Abtöten von Mikroorganismen) – also ganz so, wie es sie früher auf Bauernhöfen gab. Verkauft werden darf nur frische Rohmilch, die am Tag der Abgabe oder am Vortag gewonnen wurde. Gekühlt hält sie zwei bis drei Tage.

Im Automaten wird die Milch bei einer Temperatur von fünf Grad gelagert und verrührt. Wer sie abzapft, kann die Menge selbst bestimmen, denn die Milch fließt so lange aus dem Automaten, wie der Zapfknopf

Behälter vor Ort erhältlich

gedrückt wird. So kann man von einem einfachen Glas bis zu einem drei Liter fassenden Behältnis alles befüllen, was in die Ausgabeöffnung passt. Wer kein Gefäß dabei hat, kann bei Haarbergs passende Glas- und Kunststoffflaschen kaufen. Und auch Becher sind dort zu haben – für den Milchdurst zwischendurch.

Und so kommen Kunden an die Milch: Geld einwerfen, Klappe öffnen, passenden Behälter unter das Abfüllröhrchen halten, Knopf drücken – und schon fließt sie. Ein Liter kostet einen Euro. Der Automat gibt auch Wechselgeld.

Die Milchtankstelle steht direkt an der Einfahrt zum Hof Haarberg. Eine Gartenhütte bietet Kunden und Milchzapfanlage Wetterschutz.

Die Idee zum Aufbau einer Milchtankstelle entstand im Herbst vergangenen Jahres. Wilhelm Haarberg und seine Familie informierten sich über die am Markt angebotenen Möglichkeiten zur Umsetzung. Letztlich fanden sie mit „Milchtankstellen.com“ einen passenden Partner.

Auf der Internetseite der Firma heißt es: „Was uns in den Supermärkten als Milch verkauft wird, hat in der Aufbereitung an Geschmack und Nährstoffen eingebüßt. Der bewusste Kunde fragt zunehmend nach dem ursprünglichen Naturprodukt.“ Und genau das bekommen Kunden nun auch bei Familie Haarberg: melkfrische Rohmilch von eigenen Kühen, die auf den Weiden Warpes stehen.

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