Zu Dialog und Diskussion fehlte die „Gegenseite“

LEB-Abend zu „Düngung und Wasserschutz“ lockt vorrangig Landwirte

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Zum Thema „Düngung und Wasserschutz“ hatte Hans-Christian Hanisch (rechts) den Pflanzenbauberater Lüder Cordes eingeladen, der über die Düngeverordnung sprach.

Hoya - Von Heiner Büntemeyer. Die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) setzte am Mittwochabend die Informationsreihe „Landwirtschaft heute“ mit einem Vortrag zum Thema „Düngung und Wasserschutz“ fort. Die Vortrags- und Diskussionsreihe ist als Möglichkeit konzipiert worden, um Landwirte und Nicht-Landwirte miteinander ins Gespräch zu bringen. Hans-Christian Hanisch (Bücken) bedauerte daher, dass sich nicht einmal 30 Gäste, zum allergrößten Teil aktive Landwirte, im weiten Saal des „Lindenhofs“ verloren.

Obgleich besonders das Thema „Düngung und Wasserschutz“ im Dialog zwischen Landwirten und Bevölkerung von großer Brisanz ist, blieben die erwarteten Diskussionen aus. Dies mag auch daran gelegen haben, dass Hanisch mit dem Pflanzenbauberater Lüder Cordes von der Landwirtschaftskammer einen sehr fachkundigen Referenten eingeladen hatte, der das Thema ausführlich und sehr sachlich darstellte.

Darüber, dass Pflanzen einen Ernährungsbedarf haben, den sie mit Nährstoffen aus dem Boden decken, gab es keine zwei Meinungen. Die dem Boden entnommenen Nährstoffe müssen wieder ersetzt werden, und das geschieht durch eine Düngung.

An diesem Punkt setzt häufig die Kritik ein. Cordes nutzte daher den Vortrag, um seinen Zuhörern die seit dem 2. Juli 2017 geltende Düngeverordnung zu erläutern. Sie bedeutet für die Landwirte eine erhebliche Mehrbelastung und zwingt sie insbesondere zu einer ausführlichen Dokumentation, regelmäßigen Bodenproben und ständig überprüfbaren Analysen.

„Haben wir schwarzen Schafen zu verdanken“

Dabei geht es um eine permanente Düngebedarfsermittlung, um Sperrfristen, Ausbringetechnik und Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger. Dadurch soll die Effizienz der eingesetzten Nährstoffe verbessert werden, Ammoniak-Emissionen in die Luft sollen vermindert, Nitrateintrag in das Grundwasser und der Phosphoreintrag in Oberflächengewässer verhindert werden.

Es war eine für Landwirte hoch interessante Vorlesung im Schnelldurchgang. In der Sache waren sie mit der neuen Verordnung durchaus einverstanden, zumal sie in der Vergangenheit schon in deren Sinne gearbeitet hatten. Sie bedauerten, dass es zu dieser strengen Verordnung mit angedrohten Strafmaßnahmen und Bußgeldern kommen musste. „Das haben wir wieder einigen ,schwarzen Schafen‘ zu verdanken“, waren sie sich einig. Es sei ein „Riesenakt“, den die Landwirte jetzt bewältigen müssen, bestätigte auch der Referent. Ob die Maßnahmen zum Gewässer- und Grundwasserschutz erfolgreich sind, werde man erst in 20 Jahren wissen.

Schade, dass nur wenige Außenstehende den Ausführungen des Experten folgten. Weil die als Austausch gedachte Serie fortgesetzt werden soll, muss sich die LEB überlegen, wie sie künftig mehr Nicht-Landwirte in den Dialog bekommt.

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