„Meilenstein“ kommt ins Rollen

Sanierung des Schlosses Hoya soll im Frühjahr 2021 beginnen

Das Schloss Hoya: Im Sommer starten laut Planung die ersten Maßnahmen zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Foto: Jannick Ripking
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Das Schloss Hoya: Im Sommer starten laut Planung die ersten Maßnahmen zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes.

Hoya - Das verflixte siebte Jahr. Im Volksmund markiert es in Paarbeziehungen oft den Scheidepunkt, für das Schloss Hoya ist es allerdings ein wichtiger Meilenstein. Die denkmalgerechte Sanierung, deren Planungen seit 2013 laufen, schreitet weiter voran. Das Planungsbüro Pmp Projekt GmbH aus Hamburg hat das Sanierungskonzept gestern im Hoyaer Rathaus präsentiert.

Seit die Stadt Hoya das Schloss vom Land Niedersachsen abgekauft hat, sei eine Menge passiert, schilderte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. „Das Schloss ist für die Stadt Hoya ein Leuchtturm.“ Aber auch darüber hinaus werde die gesamte Region von der Sanierung profitieren, war er sich sicher. Anne Wasner, Bürgermeisterin der Stadt, betonte, dass auch wirtschaftliche Faktoren bei der Erarbeitung des Sanierungs- und Nutzungskonzepts eine Rolle spielten. Detlef Meyer: „Wir wollen das Projekt auf tragfähige und nachhaltige Beine stellen.“ Deswegen erarbeitete das Planungsbüro eine Konzeption, die sowohl eine gewerbliche als auch eine öffentliche Nutzung des Gebäudeensembles vorsieht. Detlef Meyer ist laut eigener Aussage guter Dinge, dass der bereits eingereichte Bauantrag noch im Laufe des Jahres genehmigt werde. Die Verwaltung der Samtgemeinde prüfe des Weiteren, welche Fördermöglichkeiten für das Vorhaben in Anspruch genommen werden können.

Pmp-Projektleiter Patrick Dietz erklärte, dass das Büro „nach langer und intensiver Forschungs- und Planungsarbeit“ eine denkmalgerechte Sanierung des Schlosses erarbeitet habe. Dabei sei der Denkmalwert der drei Gebäudekomplexe analysiert worden. „Wir haben geschaut, was erhaltenswert ist und was entfernt werden kann. Danach haben wir geplant“, schilderte Dietz.

Die markante rosafarbene Fassade des Schlosses bleibe auch nach der Sanierung erhalten. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, betonte er. Jeder Komplex werde außerdem barrierefrei geplant. Der Schlosshof solle sowohl zum Verweilen einladen, als auch für Veranstaltungen nutzbar sein. Um das zu erreichen, sei unter anderem eine Pflasterfläche vorgesehen.

Um dem Schloss, wie es im 19. Jahrhundert aller Wahrscheinlichkeit nach ausgesehen haben soll, nahezukommen, sei geplant, die Anbauten, die den Weserflügel, das Kopfgebäude und den Ostflügel miteinander verbinden, zu entfernen. „Die Gebäude standen im 19. Jahrhundert frei“, sagte Dietz.

Für den Weserflügel ist eine gastronomische Nutzung im Obergeschoss vorgesehen. Weiter südlich, an das Gebäude angrenzend, soll zusätzlich eine Terrasse mit Blick auf die Weser errichtet werden, die ebenfalls für die Gastronomie nutzbar sein soll. Im Dach des Weserflügels gibt es kaum Öffnungen wie Fenster. „Wir wollen so wenig wie möglich in die Substanz des Schlosses eingreifen“, erklärte der Projektleiter. Deswegen soll das Dachgeschoss lediglich als Lagerfläche zur Verfügung stehen.

Das Kopfgebäude biete nach der Sanierung im Untergeschoss Platz für die Tourismusinfo und ein Trauzimmer. Im Obergeschoss sind vermietbare Gewerbeflächen im Konzept aufgenommen.

Im Ostflügel des Schlosses befinden sich zwei historische Gewölbekeller. Diese sollen nach der Sanierung als Ausstellungsräume sowie zu Veranstaltungszwecken nutzbar sein. Im Obergeschoss ist ein großer Saal vorgesehen, der laut Patrick Dietz für Veranstaltungen verschiedener Art genutzt werden kann. „Das ist ein ganz wichtiger Raum für dieses Projekt“, sagte er. Nach der Sanierung sollen dort Konzerte und Feiern, aber auch Seminare möglich sein. Die Haustechnik für das gesamte Schloss werde ebenfalls im Ostflügel untergebracht sein.

Die Kosten der Sanierung liegen nach ersten Berechnungen des Planungsbüros bei einer Höhe von fast 7,2 Millionen Euro. Detlef Meyer: „Das ist unser Jahrhundertprojekt.“ Die ersten baulichen Maßnahmen – erste Rückbauarbeiten und archäologische Untersuchungen – sollen bereits in diesem Sommer starten. Der Beginn der eigentlichen Sanierungsarbeiten ist für Januar 2021 geplant. Die Fertigstellung aller Maßnahmen sei bis Ende 2023 angestrebt. „Wir sind der Meinung, dass dieser Zeitplan realistisch ist“, zeigte sich Projektleiter Patrick Dietz zuversichtlich.

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