Eystruper Bauausschuss macht Weg für Bebauungsplan frei

Darf sich Zimmerei im Wohngebiet erweitern?

Eystrup - Von Michael Wendt. Darf sich die Firma Hestermann auf ihrem Grundstück an der Mühlenstraße in Eystrup erweitern und dort weitere Gebäude errichten? Möglicherweise ja. Der Bauausschuss der Gemeinde sprach sich am Montagabend dafür aus, den nötigen Bebauungsplan für das Betriebsgelände entwerfen zu lassen. Ob dieser dann tatsächlich in Kraft tritt, ist noch offen. Das Problem: Die Zimmerei und Dachdeckerei liegt mitten in einem Wohngebiet.

Eine vorläufige schalltechnische Bewertung hat ergeben, dass Hestermann auch nach einer Erweiterung die dort maximal erlaubten Lärmwerte einhalten könnte. Darüber wurden die Anwohner bereits während einer Informationsveranstaltung in Kenntnis gesetzt, heißt es in den Sitzungsunterlagen.

Der Bauausschuss empfahl einstimmig, jetzt die für eine mögliche Firmenerweiterung nötigen Schritte zu gehen. Zunächst wird – vorbehaltlich der Zustimmung des Rats – ein abschließendes schalltechnisches Gutachten erstellt. Auf dessen Grundlage soll ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Die Gemeinde legt dessen Entwurf öffentlich zur Einsichtnahme aus, und alle Betroffenen können dann dazu Stellung nehmen.

Nach der Abwägung von möglicherweise vorgebrachten Bedenken zum Bebauungsplan entscheidet der Gemeinderat, ob er den Bebauungsplan in Kraft setzt und damit die Firmenerweiterung ermöglicht.

Firma Hestermann übernimmt alle Kosten

Zunächst aber will die Gemeinde mit Hestermann einen Vertrag schließen, in dem sich die Firma verpflichtet, alle für die Erstellung des Bebauungsplans anfallenden Kosten zu übernehmen. In dem Vertrag soll auch deutlich werden, dass das gesamte Verfahren ergebnisoffen ist, also dadurch kein Anspruch auf eine Bebauung besteht. „Die Gemeinde behält das Planungsrecht“, betonte Bauamtsleiter Rolf Walnsch in der Sitzung am Montag im Rathaus.

„Dies ist kein einfaches Thema“, sagte der Ausschussvorsitzende Norbert Grobrügge (SPD). „Wir haben hier abzuwägen. Es ist gut, dass es eine Infoveranstaltung für die Anwohner gab und man somit alle Beteiligten in ein Boot geholt hat.“ Gemeindedirektor Detlef Meyer dämpfte die Erwartungen. Das Verfahren sei ergebnisoffen – und eventuell werde auch eine Änderung des Flächennutzungsplans nötig. Dann sei die Genehmigung einer Firmenerweiterung noch schwieriger.

Über die weiteren Themen des Bauausschusses berichten wir in den kommenden Tagen.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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