Rückgang von Schwalben- und Mauerseglerpopulationen / Nabu gibt Tipps für Artenschutz

„Damit der Himmel in Hoya lebendig bleibt“

Mehlschwalben haben ihre Nistplätze oftmals unter der Tropfkante eines Daches. Foto: SIegrid Tank-Bodermann

Samtgemeinde - Von Nala Harries. Mehl- und Rauchschwalben sowie Mauerseglern begegnet man in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya sehr oft. Laut Angaben des Naturschutzbunds (Nabu) Deutschland unterliegen diese Vogelarten dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Doch trotzdem seien sie mittlerweile zu „Sorgenvögeln“ geworden.

„Der Mauerseglerbestand hat einen jährlichen Rückgang von rund sieben Prozent“, erklärt Siegrid Tank-Bodermann vom Nabu-Kreisverband Nienburg, die sich für den Schutz von Mauerseglern sowie anderen Gebäudebrüter einsetzt. „Dorferneuerungsprogramme sind ein absolutes Problem für Gebäudebrüter“, sagt sie. So wichtig die Sanierung alter Gebäude, die Erneuerung von Dächern und die Wärmedämmung auch für den Klimaschutz seien – oftmals würden dabei wichtige Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten der Gebäudebrüter, darunter unter anderem die Mauersegler, die Mehl- und Rauchschwalben sowie verschiedene Fledermaus-Arten, einfach beseitigt werden.

Diese Vögel sowie auch die anderen Gebäudebrüter würden durch Sanierungen oder einen Hausabriss ihren Brutplatz verlieren. „Mauersegler sowie Schwalben versuchen, jedes Jahr wieder am selben Platz zu brüten. Wenn man diesen beseitigt, ist es für sie sehr schwer, sich weiter fortzupflanzen“, fügt Tank-Bodermann hinzu.

„Auch in der Stadt Hoya werden immer wieder alte Gebäude abgerissen, wodurch die Populationen Verluste erleiden. Schön zu sehen ist, dass es besonders an der Langen Straße, der Kirchstraße und der Deichstraße noch viele Schwalben und Mauersegler gibt“, meint Tank-Bodermann.

Mehlschwalben haben ihre Nistplätze meist im Traufbereich, also unter der Tropfkante am Dach eines Gebäudes. Rauchschwalben hingegen brüten oftmals in Ställen und Scheunen. Mauersegler bevorzugen Nistplätze in Hohlräumen, sie fühlen sich meistens unter Dachziegeln zu Hause. Fledermäuse besiedeln hauptsächlich kleine Spalten und ebenfalls Hohlräume.

Die Nester, die von diesen Vögeln als dauerhafte Lebensstätte genutzt werden, seien laut Angaben des Nabu ganzjährig geschützt. Die Brutstätten dürfen daher aufgrund einer Sanierung, oder aber weil sich ein Hausbesitzer durch den Kot belästigt fühlt, nicht entfernt werden. Dies schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor. Falls es dennoch dazu kommen sollte, müssten Ersatzbrutstätten an der gleichen Stelle angebracht werden. „Es helfen meist auch schon Kotbretter, die unter den Nestern aufgehängt werden. Auch die Volksbank in Hoya hat diese Möglichkeit genutzt“, erklärt Tank-Bodermann. Außerdem stehe der Nabu für eine Beratung zur Verfügung und verteile kostenlose Brutkästen für Mauersegler. „Wir wollen helfen, damit der Himmel in Hoya lebendig bleibt“, sagt sie. Bei einem Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz, beispielsweise durch das Zerstören von Neststandorten besonders geschützter Arten, zu denen auch die Mauersegler und Schwalben gehören, und streng geschützter Arten, wie Fledermäusen, kann ein Bußgeld verhängt werden. Eine Beeinträchtigung von Lebensstätten streng geschützter Arten könne außerdem als Straftat gewertet werden. „Auf das Schwinden der ortsansässigen Gebäudebrüter haben wir direkten Einfluss und können etwas tun. Auf den Orang-Utan-Bestand in Afrika hingegen verhältnismäßig wenig“, sagt Tank-Bodermann.

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